Unter Drachen 13 - Eine schwere Entscheidung

Story by Lord_Eldingar on SoFurry

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#13 of Unter Drachen

Ein langer Tag (über 300 Seiten...)

Daher in mehrere Kapitel aufgeteilt. Dieses hat im Original 43 Seiten

Tyria nimmt mich ran und will anschließend eine schwere Entscheidung von mir.

Beim Morgenkaffee steht Jaya völlig verwirrt und leicht verändert vor mir.

Wieder einiges an Informationen von den alten und den heutigen Drachen...

Die direkte Fortsetzung dann in Kapitel 14 - Ein alter Freund


Unter Drachen

13. Eine schwere Entscheidung

Nach höchstens zwei Stunden wache ich durch eine sanfte Berührung an meinem Fuß auf. Padmini ist gerade eben von ihrem Platz auf meinem Lager verschwunden, ich erkenne noch die Wärme ihres Körpers in der Ecke.

Die leisen Schritte von Tyria lenken mich ab - ah, deswegen: Tyria kommt zu mir und Padmini hält ihr Versprechen, sich dann zurückzuziehen. Und als mein Schatten hat sie mich geweckt, damit ich nicht überrascht werde.

Tyria betritt leise den Raum, ihre Augen leuchten sanft als sie sich zu mir niederbeugt.

„Verzeih, ich wollte Dich nicht wecken - aber ich mag als Anthro nicht alleine schlafen..." -

Sie züngelt kurz über meine Nüstern und steigt über mich auf das Lager, um sich dann an mich zu schmiegen. Tyria hat bereits wieder die Augen geschlossen, und ist fast eingeschlafen, als ich eine Gestalt an mir vorbeihuschen spüre, dann ein sanftes Streichen von drei Fingern an meinem Oberarm - Padmini ist gegangen und hat sich noch bei mir abgemeldet. Eine gute Ruhe, mein Schatten.

Ich lege meine Hand auf Tyrias Linke, die auf meiner Brust liegt und bin auch bald wieder eingeschlafen.

Es ist noch dunkel, nur ein schwacher Schimmer in der Fensteröffnung zeugt vom beginnenden Morgen. Was hat mich geweckt... meine Sinne sagen mir nichts ungewöhnliches, alles ist ruhig, Tyria schläft noch, beginnt aber leicht unruhig zu werden, sie wird sicher auch gleich aufwachen. Sogar Padmini hat sich jetzt erlaubt, richtig zu schlafen, ihre knapp hörbaren, ruhigen Atemzüge verraten mir ihren tiefen Schlaf. Nein, ich bin einfach nur wach geworden, vielleicht hatte Tyria auch ihre Hand etwas bewegt, wie jetzt gerade. Wir sind aber auch recht früh schlafen gegangen, gut möglich, dass ich ausgeschlafen habe.

Ich bleibe einfach liegen um Tyria nicht aus ihrem Traum zu reißen, den sie offensichtlich gerade hat, denn ihre Hand zuckt und ihre Augen bewegen sich unter den Lidern. Also lasse ich meine Gedanken treiben, was werden Fjörgyn und Eldflóð wohl heute machen, wie geht es meiner Familie dort drüben in der alten Welt, wird Erce mir wirklich erlauben, sie schon bald in Begleitung meiner Freunde und Familie hier, zu besuchen? Wie wird das gehen, wie tarnen wir uns dann dort...

Ein heftiges Zusammenzucken von Tyria reißt mich aus meinen Gedanken, sie krallt sich an meinen Brustplatten fest und starrt mich entsetzt an - nein durch mich hindurch. Keine Sekunde später flüstert sie „Ralf, nein - das nicht!" und stößt mich weg, sie springt auf, über mich hinweg und weicht bis in die hinterste Ecke zurück, immer noch mit einem entsetzten Ausdruck in ihren Augen. Große Erce, was hat sie geträumt...?

Langsam setze ich mich auf, bleibe aber auf dem Bett hocken, ich will sie jetzt nicht noch mehr erschrecken.

„Tyria, meine geliebte Partnerin, was ist passiert?" -

Langsam fokussieren ihre Augen auf mich.

„Eldingar... Du... Du wolltest mich vertreiben und unsere Kinder töten... - und mich auch, wenn ich nicht fortgehe..." -

„Tyria - nein. Bei Erce, Du hast geträumt, das würde ich nie tun. - Selbst wenn ich mich von Dir trennen sollte, würde ich nie meine - unsere Kinder umbringen."

Wie, bei allen Göttern des Universums, kommt sie auf so was...? Was hat diesen Traum hervorgerufen. Bitte Erce, ich hoffe, Du hast da keinen Anteil dran.

Unerwartet durchströmt mich ein warmes Gefühl, das in mir die Gewissheit hinterlässt, das Erce an diesem Traum unbeteiligt ist und dessen Sorge auch nicht teilt. Sálleiðtogi? - Nein, sie schläft, traumlos tief im Moment. Erce? Hältst Du wirklich einen so engen Kontakt zu mir? Offensichtlich - aber hat das einen Grund? Welchen? Aber ich habe nur ein unbestimmtes, immerhin beruhigendes Gefühl, sie mag mir ihren Grund anscheinend nicht mitteilen.

Tyria scheint jetzt richtig wach geworden zu sein.

„Große Erce, was für ein Traum... Du hattest irgendein Erlebnis, eine Erfahrung gemacht, die Dich zum Feind von allen Drachen gemacht hat. Du hattest Fjörgyn verletzt und davon gejagt, Eldflóð und viele andere schon umgebracht und wolltest nun auch unsere Kinder töten, weil Du keine Drachen als Kinder haben willst - und mich bei ihrer Verteidigung sehr schwer verletzt. Zuletzt hast Du mir die Wahl gelassen, mit unseren Kindern zu gehen und Dich nie mehr zu treffen, oder sofort zu sterben." -

Ich atme erschreckt ein, wie kommt sie nur auf so einen Albtraum? Welche Ängste mögen in ihrem Unterbewussten versteckt sein?

„Tyria, meine Wolke, mein Schatz. Ich kann mir nichts vorstellen, was mich dazu bringen könnte, meine eigenen Kinder zu töten. Selbst wenn ich wirklich alle Drachen hassen und sie umbringen würde - was mir ebenso fern liegt. Selbst als Mensch habe ich immer Drachen gemocht und sie bewundert." -

Tyria beruhigt sich sichtlich.

„Ich weiß es ja, mein Sternenhimmel. Woher dieser Traum kommt, ist mir ein Rätsel. Vielleicht, weil ich tief in mir immer noch zweifele, dass Du als Mensch mit mir Drachin zusammenleben willst. Aber Du sagst, Du hast Drachen gern gehabt. Wenn nun ein Drache grundlos Menschen bei euch getötet hätte?" -

„Ich muss zugeben, dass ich dann schon dafür gewesen wäre, ihn zu bekämpfen, wenn es keine andere Lösung gibt. - Was bei einem Drachen dann wohl auf dessen Tötung hinausgelaufen wäre, denn wie hätte man ihn davon abhalten sollen, Menschen zu töten. Er kann fliegen, also eine einsame Insel wäre auch keine Lösung." -

Jetzt ist sie wieder ruhig und ganz die stolze Drachin, die ich kenne.

„Vergessen wir diesen unnützen Traum. - Du magst also auch als Mensch die Drachen?" -

Fragend sehe ich sie an, das hat sie eben doch schon gefragt, was will sie? - Also erstmal vorsichtig sein.

„Jaaaa...?" -

„Das klingt nicht sehr überzeugend. Liebst Du Drachen?" -

Was will sie denn jetzt von mir?

„Wie definierst Du Liebe in diesem Zusammenhang?"

Sie schnaubt verächtlich. Na gut, dann eben auf Verdacht...

„Nun, als Mensch fand ich die Drachen faszinierend, ich mochte sie gerne und wollte immer gerne mit einem mal zusammentreffen. - Obwohl ich mir nicht mehr so sicher darüber war, als Fjörgyn vor mir landete..." füge ich mit einem Grinsen an.

Aber Tyrias kurzes Fauchen sagt mir, dass sie das jetzt nicht interessiert. Das kurze Blitzen in ihren Augen zeigt mir aber, dass sie das nicht so ernst meint, wie es erscheint. Also doch nur ein Spielchen.

„Jetzt, da ich selber ein Drache bin - ja ich mag die Drachen immer noch, aber ich liebe derzeit nur zwei von ihnen. Eine Große und eine Drakari..." wieder ein fast wütendes Schnauben.

„Ok, natürlich auch Fjörgyn und Sálleiðtogi - als meine Familie." Ein dumpfes Grollen kommt aus ihrer Kehle...

„Ja, gut, vielleicht auch noch Jaya..."

Jetzt grunzt sie zufrieden.

Tyria kommt langsam näher und stellt sich direkt vor mich. Ich blicke sie verwundert an.

„Wie willst Du es mir beweisen?" kommt mit einem eigenartigen Unterton. -

Was hast Du vor, mein geliebter Drache? Ich schaue auf ihre schmalen Tatzen mit den schlanken Zehen, den schmalen, langen, wie schwarz-lackierten Krallen...

„Ich verstehe nicht..." -

„Ich meine beweisen, dass der Mensch in Dir mich wirklich liebt."

Ich blicke hoch, ihre Augen leuchten wie brodelnde Magmaseen vor Begierde. - Sag das doch gleich, meine schwarze Lady.

Ich fasse sie sanft an den Hüften und beginne ihre Schuppen zu streicheln. Etwa dort, wo bei einem Menschen der Bauchnabel sitzt, beginne ich mit meiner Zunge über ihre Bauchschuppen zu spielen, langsam arbeite ich mich nach oben und liebkose ihre Brustdrüsen mit meiner Zunge. Darauf reagiert sie überraschend heftig mit einem scharfen Einziehen der Luft zwischen den Zähnen. Aber ihr Ausdruck ist eindeutig, also mache ich sanft weiter und arbeite mich dann langsam wieder nach unten. Kurz bevor ich zu dem bewussten Schlitz in ihren Schuppen komme, unterbreche ich, rutsche vom Bett um vor ihr zu knien und beginne die Innenseiten ihrer Oberschenkel mit meiner Zunge zu bearbeiten. Ihr Duft intensiviert sich deutlich und langsam mischt sich die würzige Note ihrer Erregung dazu, offensichtlich gefällt ihr dieses Vorspiel. Meine Zunge spielt jetzt sanft um die schmale ffnung in den schmalen Schuppenplatten zwischen ihren Beinen, die vor Begierde vibriert - ich sauge das Aroma ihrer steigenden Erregung ein, schmecke die ersten Tropfen ihrer Lust. Tyrias Körper reagiert auf meine Stimulation - die Geschlechtsspalte öffnet sich und legt ihre Klitoris und die Vagina frei. Sanft lasse ich meine Zunge über den Bereich gleiten, der den inneren Schamlippen entspricht, spiele ein wenig, ihre würzig, erdigen Aromen beginnen auch mich zu erregen, ich spüre meine innere Erektion anwachsen. Tyria beginnt die Luft durch ihre Nüstern zu saugen, je öfter ich mit der Zunge auch zu ihrer Vagina und vor allem der Klitoris vordringe, desto tiefer werden ihre Atemzüge, sie lässt ein erstes leises knurrendes Stöhnen hören.

Ehe ich weitermachen kann, greift sie meinen Kopf.

„Lege Dich auf das Bett."

Das klingt herrisch, fordernd, ich gehorche. Sie klettert auf allen vieren in 69er über mich, präsentiert mir ihre wunderbar duftende, vor Erwartung bereits sanft pulsierende Vulva und kümmert sich jetzt gleichzeitig um meinen Genitalschlitz, den sie mit ihrer Zunge sanft bearbeitet. Ich mache dort weiter, wo sie mich eben unterbrochen hatte, ihren stärker werdenden Duft und Geschmack genießend. Langsam arbeite ich mich weiter, tiefer, ich spiele mit der Zunge jetzt stärker um ihre Klitoris, ein leichter Krampf geht durch ihren Körper, sie unterbricht ihr Zungenspiel an mir und atmet tief. Mit sanftem Streicheln der Innenseiten ihrer Oberschenkel bringe ich sie nicht nur weiter in Stimmung, auch senkt sie sich tiefer auf mich herunter. Mit einem schnellen Stoß senke ich meine Zunge in ihre Vagina, die sofort versucht mich tiefer hineinzuziehen. Mein Atem, den ich aus meinen Nüstern über ihre Klitoris blase, überrascht sie so, dass sie zusammenzuckt und einen Kiekser ausstößt, der in ein wohlig lüsternes Stöhnen übergeht. Ich ziehe kurz meine Zunge zurück - ihre Geschlechtsspalte ist jetzt weit geöffnet und ihre Vulva dadurch hervorgetreten und voll zugänglich, die Klitoris zuckt und ihre Vagina pulsiert rhythmisch in Erwartung meiner Zunge.

Ich tue ihr den Gefallen und spiele wieder, immer abwechselnd mit ihrer Klitoris und mit einem intensiven Spiel tief in ihrer Vagina. Tyria versucht offenbar mich zu ertränken, so viel ihres Liebessaftes produziert sie jetzt. Ich lasse meine Zunge noch ein wenig weiter und tiefer in ihrer Vagina spielen und reibe gleichzeitig mit der Unterlippe ihre Klitoris, als ich spüre, wie sich ihr Körper versteift. Sie steht unmittelbar vor einem Orgasmus, überraschend schnell - vermutlich ist das Erlebnis einer Zunge in ihrer Vagina zu ungewöhnlich, oder weil es ihr erstes mal als Anthro ist? Noch einmal verstärke ich mein Spiel und lasse meine Zunge so weit ich kann in sie eindringen und massiere gleichzeitig mit meiner Lippe ihre Klitoris - das stößt sie recht radikal über die Kante. Sie kommt so plötzlich, dass ihre Arme und Beine nachgeben und sie auf mir zuckend zusammenbricht. Dass sie dabei mit ihrer Vagina meine Nüstern verschluckt, kickt sie nur noch mehr an. Ihr wollüstiges Stöhnen muss noch in der Höhle oben zu hören sein... Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, ehe ich es schaffe, meine Zunge wieder zurückzuziehen, die von ihren Vaginamuskeln tatsächlich festgehalten wurde. Und erst nach drei oder vier Minuten registriert sie, dass sie dabei ist, mich zu ersticken. Wobei das natürlich nicht wirklich der Fall ist, da ich durch den Mund noch atmen kann.

Etwas erschreckt gibt sie mich wieder frei, dreht sich auf meinem Bauch um und setzt sich rittlings darauf. Als sie mein Gesicht sieht, beginnt sie kichernd meine Nüstern sauber zu lecken.

„Wie geht es weiter?" -

Grinsend antworte ich.

„Die Position ist schon richtig, nur ein wenig weiter unten..."

Sie sieht mich fragend an, mit den Händen greife ich ihre Hüften und veranlasse Sie, etwas hochzukommen und ein Stück weiter nach hinten zu rutschen. Obwohl sie schon eine Weile ihr Zungenspiel vernachlässigt hat, ist mein Penis voll erigiert, aber auch sie ist immer noch bereit für mich - ich dirigiere sie leicht tiefer bis meine Eichel sanft ihre Vagina berührt. Die Empfindung der sofort beginnenden Pulsationen ihrer Vaginamuskeln lässt mich tief einatmen, meine Hände gleiten über ihre Bauchschuppen nach oben und streicheln ihren Bauch und Taille.

Sie begreift schnell, dass sie mitmachen soll. Langsam lässt sie ihre Hüften kreisen und lässt so meine Eichel über ihre Vulva gleiten, mit ihrer Klitoris spielen und bringt uns beide in die richtige Stimmung. Dazu hat sie begriffen, dass ihr Schwanz jetzt ja frei ist, nicht von meinem Körper fixiert wird, wie in der klassischen Position und lässt ihn sanft über meinen gleiten, was die erotischen Empfindungen nochmals steigert. Und dann setzt sie sich langsam aber bestimmt voll auf mich und treibt mich so tief sie es vermag in sich. Sofort beginnen ihre Vaginamuskeln meinen Penis zu massieren, eine Erhebung meines Genitalschlitzes reizt dabei ihre Klitoris, was sie mit leichtem Hüftkreisen noch verstärkt. Ihren Oberkörper lässt sie jetzt auf meinen Händen ruhen, was ich dazu nutze, ihre Brüste zu streicheln und leicht zu massieren. Obwohl sie keine Brustwarzen hat, scheint der Reiz aber ähnlich zu wirken wie bei einer Menschenfrau. Ihr immer wieder leicht verwunderte und gleichzeitig von der Erregung berauschte Blick zeigt mir, dass sie keinen dieser Reize je kennengelernt hat - aber umso mehr genießt sie es.

Unsere Schwänze umschlingen sich jetzt eng, das sanfte Gleiten der Schuppen aneinander ist eine immense Verstärkung der erotischen Eindrücke, ich kann jedem Menschen nur empfehlen, es mal auszuprobieren.

Ich bemerke, dass ihre Augen nicht mehr fokussieren, sie blickt ins Leere, gerät in einen Rausch. Ich atme ihren schweren, würzigen Duft, der die ganze Wohnung erfüllen muss - und sie gleichzeitig meinen. Und nun überrascht sich mich: sie beginnt langsam sich zu erheben, offenbar meine ersten sanften Stöße unserer ersten Vereinigung nachahmend. Mit dem gleichen Ergebnis wie bei unserem ersten Mal als Ferals, wieder versucht ihre Vagina mich zu halten, kämpft darum mich nicht zu verlieren. Aber die Töne, die Tyria dabei ausstößt, ihre Kiekser und das schnell aufeinanderfolgende Stöhnen sind voller Lust, nicht verzweifelt wie beim ersten Mal anfangs. Sie zeugen von einer schon ekstatischen Wonne. Kann sie das noch mit ihrem Verstand lenken, oder erinnert sich nur ihr Körper an die außergewöhnliche Erfahrung? - Diese Gedanken lenken mich ab, helfen mir, meine eigene Erregung soweit unter Kontrolle zu halten, dass sie mich nicht so leicht über den Rand stoßen kann.

Þórr hätte sich jetzt schon ergeben, so stark sind die Empfindungen - aber der Mensch will noch nicht, ich will noch mehr, als der Erste Drache - vor allem will ich ihr noch mehr geben.

Sie lehnt sich jetzt zurück, stützt sich mit den Händen auf meinen Oberschenkeln ab. Ich lasse meine Hände wieder über die Innenseiten ihrer Oberschenkel gleiten, was sie leicht zittern lässt. Dazu gehe ich ihren Rhythmus etwas mit, um die Kraft und die Tiefe noch etwas zu verstärken.

Ihr Götter - Erce - gib mir die Ausdauer - lasse mich durchhalten. Der unglaublichen Massage meines Penis durch ihre Vagina alleine ist schon kaum zu widerstehen, aber dazu ihr intensiver Duft, der meine empfindlichen Sinne überwältigt, mich wegzuschwemmen versucht - ich kämpfe um meine Beherrschung. Und ich habe Glück, Sie ist - wohl wirklich durch die für sie ungewohnten Eindrücke einer Verbindung als Anthro - wieder sehr schnell an der Grenze zu einem Orgasmus.

Wieder lehnt sie sich nach vorne, stützt sich mit ihren Händen auf meiner Brust ab. Durch den verstärkten Druck auf ihre Klitoris braucht sie nur noch wenige schnelle Atemzüge und ein paar begleitenden Bewegungen ihres Beckens, bis die erste Welle durch ihren Körper läuft. Sie sinkt auf meiner Brust nieder und reitet auf den Wellen eines unglaublich intensiven Orgasmus - ihre Krallen bohren sich tief in meine Schultern, was mir wirklich hilft, mich von den wahnwitzigen Melkversuchen ihrer Vagina abzulenken.

Kurz höre ich jemanden an der Tür, wenig später dringt ein Hauch des Duftes von Padmini zu mir. Klar, dass wir sie geweckt haben, wir sind ja wirklich nicht leise. Die Kleine ist sicher jetzt nach oben in ihre Unterkunft unterwegs, um uns hier nicht zu stören. Bei einer solchen Situation ist ein Schatten entbehrlich. Aber wieder habe ich den Eindruck, sie hat erkannt, dass meine Sinne noch für die Umgebung offen sind und hat sich deshalb bei mir sozusagen abgemeldet. Denn sie war schon recht deutlich wahrzunehmen für ihre Verhältnisse.

Minuten später fokussieren die Lavaseen vor mir wieder. Tyria hat sich von ihrem Orgasmus erholt.

Ihre schwarze Zunge leckt zärtlich an meinen Wunden an den Schultern.

„Siehst Du, ich habe mich revanchiert."

Dann beginnt ihre Zunge mit meiner zu spielen und sie gibt mir einen intensiven Kuss. Ich bin immer noch tief in ihr und ihre Vagina massiert mich sanft, aber bestimmt.

Sie unterbricht den Kuss.

„Nun bist Du aber fällig, mein Drache..."

Das fast schon teuflische Lächeln, das sie mir zeigt, lässt mich vorsichtig werden, aber ehe ich reagieren kann, hat sie schon mit ihrer linken Hand um meine Schnauze gegriffen um mich daran zu hindern, meinen Mund zu öffnen. Und bei meinem erschreckten Ausatmen fasst sie von vorne mit ihrer Rechten so über meinen Mund, dass sie auch meine Nüstern verschließt. Ich kann nicht mehr einatmen... - genau genommen kann ich noch die Lefzen hochziehen und Luft zwischen den Zähnen durchsaugen, etwas eingeschränkt, aber ersticken werde ich nicht. Das weiß Tyria auch, aber ich mache einfach mal mit.

Nur woher bei Erce kennt ein Drache dieser Welt die orgasmusfördernde Eigenschaft der Atemkontrolle? Dass ich als Mensch Breathplay zumindest kenne, kann sie schon gar nicht wissen...

Ich kämpfe also - dezent und ohne meine Hände einzusetzen - um wieder atmen zu können, aber Tyria hält gnadenlos fest. Sie weiß offenbar sehr genau, was sie mit mir vorhat - sie will mich jetzt zum Orgasmus zwingen. Und auch sie selber will es offenbar zusammen mit mir erleben, sie hält - anders als vorher - den Mund geschlossen und atmet deutlich durch die Nüstern, was ihre Luftzufuhr jedoch nicht sehr behindert. Ich lege meine Hände sanft auf ihre Schnauze, ein Nicken bestätigt mir, das sie ebenfalls das Atemspiel möchte. Also fasse ich fester um ihre Kiefer und decke vorerst nur eine ihrer Nüstern ab. Sofort geht ihre Atmung zunehmend hektischer, denn durch den Druck auf die Nasenschuppen verenge ich auch ihre Nüsternkanäle spürbar. Gleichzeitig nehmen ihre Hüften den Atemrhythmus auf und sie beginnt mich schneller und schneller nach Menschenart zu reiten.

Eigentlich kann ich recht lange die Luft anhalten, aber die Aktionen und die Tatsache, dass ich keine Luft in den Atemsäcken habe, verbraucht den Blutsauerstoff sehr schnell. Ich gerate langsam in Atemnot, spüre den beginnenden Einfluss des Sauerstoffmangels auf mein Gehirn, die Fokussierung auf die Lust, das Anwachsen der Spannung. Ich öffne meine Augen und versinke in den beiden glühenden Lavaseen vor mir - und weiß, das es ihr genauso geht. Unbewusst habe ich auch ihre Atmung jetzt ganz unterbrochen, auch sie kämpft jetzt mit dem Sauerstoffmangel und erlebt dabei die Auswirkung der asphyxischen Luststeigerung.

Unsere Luftsäcke zucken spürbar bei dem krampfhaften Versuch einzuatmen, ohne dass auch nur ein Hauch von Luft sie erreicht. Und doch bewegen sich unsere Hüften in perfekter Harmonie, in uns steigt die Anspannung immer weiter und weiter. Mein Sichtfeld verengt sich langsam, ein eigenartiger Eindruck für einen Drachen, der sonst mindestens 300° Sichtfeld gewohnt ist.

Und dann brechen bei Tyria die Dämme, das unterdrückte Gurgeln, dass sie als einziges noch von sich geben kann, zeigt ihren Orgasmus an, der mich in meiner Asphyxie mitnimmt, auch meine Dämme wegspült und uns beide einen gewaltigen Tsunami reiten lässt.

Irgendwann dabei gebe ich sie frei, lasse sie wieder atmen. Aber als ich langsam wieder die Bruchstücke meines Verstandes zusammensammle, merke ich, dass ich immer noch nicht atmen kann. Tyria hält mir immer noch Mund und Nase zu - langsam wird es jetzt aber kritisch, ich beginne schon Lichtblitze zu sehen.

Erst als ich an ihre Handgelenke greife lässt sie los. - Aaaah... Luft, Sauerstoff - herrlich, wieder atmen zu können.

Überraschend schnell bin ich wieder bei Atem. Tyria liegt noch flach auf meinem Bauch, atmet jetzt ruhig durch ihre Nüstern, ansonsten bewegungslos. Nur ihre Vagina massiert noch ganz sanft meinen immer noch tief in ihr verborgenen Penis. Unsere Schwänze sind noch eng umschlungen, die Spitze meines Schwanzes streichelt sanft ihre Schwanzspitze. - Moment... meine Schwanzspitze streichelt ihre? Tyria, wenn sich das bewahrheitet und hält, darfst Du mich gerne so oft Du willst fast ersticken lassen... Wenn ich dafür nur endlich meinen Schwanz so beherrsche, wie es sich für einen Drachen gehört!

Ihre Zunge berührt meine Lippen und ich öffne meinen Mund für einen langen, sehr liebevollen Kuss. Ich drücke sie zärtlich an mich, will dieses Gefühl ihres Körpers so nahe an meinem so lange wie möglich festhalten.

Schließlich legt sie ihre Hände an meinen Kopf und sieht mir tief in die Augen.

„Du bist eindeutig kein Drache. Doch schon, aber nicht nur - in Dir ist ist noch etwas anderes, das kann dann ja nur der Mensch sein. Und der muss mich wirklich lieben, kein Drache hätte sich so von mir dominieren lassen, mir die Aktion überlassen und die Lust. Ich musste Dich ja regelrecht zwingen, mit mir zu kommen." -

„Woher kennt ein Drache die Wirkung der Atemreduktion?" -

Sie lächelt.

„Noch als recht junge Drachin hatte ich einem vorübergehenden Partner bei der Paarung versehentlich die Atmung verlegt, nicht einmal richtig unterbrochen, aber ich bin nur mit Glück ohne bleibende Spuren davongekommen. Und nach meinem Traum musste ich einfach wissen, wie Du Dich verhältst. Und Du verrückter Drache hast mich frei handeln lassen, hast Dich mir unterworfen, ich habe Dich fast erstickt und Du hast nur sanft meine Hände berührt um meine Aufmerksamkeit wieder zu wecken - verzeih mir, das war wohl wirklich knapp - zu knapp, Deine Augen sahen schon wie sich der Weg in die Lebenskraft für Dich öffnet, das zeigte mir Dein Blick. Bitte verzeih mir meinen Fehler. - Aber das verrückteste daran: Du hast das offenbar alles genossen, und hast eine tiefe Befriedigung daraus gewonnen...

Und das Wissen, darüber, wie es wirken kann habe ich von einer ... naja, sie ist wohl so etwas wie eine Freundin, auch wenn sie eine Kleine ist. Sie paart sich gerne mit Menschen und hat mir einiges darüber erzählt."

Ich sehe sie zweifelnd an.

„Moment, Du sagst, es gibt hier Drachen, die sich mit Menschen paaren? Egal ob als Drache oder als Mensch - das erscheint mir ... sehr merkwürdig." -

„Warum? Auch Du hast Dich doch mit mir vereinigt. Und ich weiß, dass es Dir gefallen hat." -

Ich züngele kurz über ihre Nase.

„Ja, schon richtig - und es hat mir wirklich sehr gefallen. Aber ich habe den Körper und die Sinne eines Drachen. Es wäre mir auch nur mit der menschlichen Seele, ohne das Wissen des Alten Drachen, nicht eingefallen, mich mit einer Menschenfrau zu paaren." -

„Aber gleich mit zwei Drachinnen... mit Deiner menschlichen Seele." -

„Ja, Du hast schon Recht. Vielleicht, weil ich euch schwarze und den Kontrast in eurem Körpermuster - Taschas Weiß oder Dein flüssiges Silber, das sich im Licht über Deine Schuppen ergießt - als sehr attraktiv empfinde, auch als Mensch. Aber ob ich auf die Idee gekommen wäre, mich heute mit Dir zu vereinigen, wenn ich auch einen menschlichen Körper hätte? Ehrlich, ich weiß es nicht... - andererseits hätte ich es kaum gewagt, mich gegen Dich zu wehren wenn Du es gewollt hättest. Schließlich reicht dann schon ein leichter Hieb mit Deinen Krallen, um mich zu töten, oder ein leichter Feuerhauch verbrennt mich zu Asche... Selbst jetzt mit Dir als Anthro."

Ihr Blick drückt Zweifel aus.

„Du hast Dich doch nicht aus Furcht mit mir gepaart." -

Ich lächele.

„Nein, ich habe ja auch den Körper eines Drachen, wie Du. Aber stelle Dir vor, Du hättest den verletzlichen Körper eines Menschen und ich stehe als Drache vor Dir. Du kannst meine Stimmung und Emotionen nicht erkennen, kannst meine Mimik nicht lesen und bist mir körperlich hoffnungslos unterlegen. Obendrein macht mein Äußeres Dir Angst, mein Gesicht wirkt auf Dich, als sei ich auf Dich böse oder wütend und wenn ich die Zähne zeige, weißt Du nicht, ob ich grinse oder ich Dich gerade als meine nächste Mahlzeit betrachte. Überhaupt gelten wir Drachen allgemein als gefährlich. - Und jetzt sage ich Dir, dass ich mich mit Dir paaren will. Würdest Du da frei heraus Nein sagen?" -

Tyria überlegt.

„Wir wirken auf Menschen bedrohlich, auch wenn wir ihnen freundlich begegnen?"

Ich nicke.

„Oh - das wusste ich nicht. Aber es macht einiges verständlicher. Und in diesem Fall würde ich es wohl kaum wagen, es zu verweigern, da ich sicher Angst hätte, dass Du mich dann aus Wut einfach tötest. Drachen, vor allem Männchen, können da sehr spontan sein." -

„Das meinte ich. - Aber was mich bezüglich Deiner ... Freundin mehr wundert, ist: warum sollte sich ein Drache mit einem Menschen vereinigen? Was erwartet sie sich von so einem zerbrechlichen Wesen?"

Wieder lässt sie lächelnd ihre Zunge um meine Nüstern spielen.

„Vielleicht das gleiche, was ich von Dir bekommen habe? - Aber sie ist als Anthro auch deutlich zierlicher als ich, nicht größer als die meisten Menschen, sie wirkt auf Menschen daher vielleicht weniger angsteinflößend. Und sie überrascht ihre Menschenmännchen auch nicht mit dem Paarungswunsch, sie spricht mit ihnen vorher darüber." -

„Nun, möglich wäre es, dass die dann sogar freiwillig mitmachen. So einen gewissen Reiz hat das tatsächlich. - Und Deinen kleinen Fehler verzeihe ich Dir, der Orgasmus war ein wunderbares Erlebnis." -

„Ja, auch deswegen habe ich es getan, ich musste Dich ja geradezu zwingen, endlich mit mir zu kommen. Endlich durfte ich die volle Erlösung erfahren. Dir ist sicher nicht bewusst, dass die Wellen des - wie sagtest Du eben... - Orgasmus für eine Drachin natürlich das meist selten erreichte Ziel der Paarung sind - wenn es nicht der Befruchtung eines Eies dient, zumindest. Aber wenn der Drache, der in ihr ist, sie auf diesem Weg nicht begleitet und sich verweigert, bleibt eine geradezu körperlich schmerzende Leere in uns zurück. Du bleibst ja, Erce sei Dank dafür, in mir und führst mich direkt erneut auf den Weg in die Wellen der Erlösung, aber selbst so wird es irgendwann unangenehm und ich brauche dann auch Deine Erlösung in mir, um endlich vollständig zu werden.

Eldingar, Ralf - ich verstehe, warum Du es machst und bin Dir auch Dankbar dafür. Ich erlebe es eigentlich auch gerne, aber ich bitte Dich, öfter gleich mit uns Drachinnen in die Erlösung mit zu kommen. Keine von uns wird Dir deswegen böse sein. Ob Tascha da anders drauf reagiert, musst Du sie aber selber fragen, das ist mir nicht bekannt."

Oh, das war mir nicht bewusst, dass es für eine Drachin unangenehme Auswirkungen hat, wenn sie durch eine Paarung einen Orgasmus erlebt, ohne dass ihr Partner mit ihr kommt. Nur weil ich schließlich den Weg mit ihr gemeinsam ganz zum Ende gehe und sie vorher nie verlasse, kann sie das überhaupt genießen... Und heute hatte sie sich selber in die Falle begeben mit dem vollen Orgasmus durch meine Zunge. Aber wir sind den Weg doch gemeinsam gegangen, wie sie es nennt, warum hält sie mich immer noch fest?

Denn Tyria hat ihre Position nicht verändert, sie liegt immer noch auf meinem Bauch und hält mich in sich fest. Und ihre sanfte Massage während der ganzen Zeit, hat meine Erektion wieder voll aufgebaut.

„Sag mal - hast Du noch irgendetwas mit mir vor?" -

Sie lächelt nur und ehe ich reagieren kann, umklammert sie mich mit Armen und Beinen und rollt sich mit mir zusammen auf den Rücken, jetzt liege ich auf ihrem Bauch.

„Ich glaube, so machen es die Menschen, oder? Ich möchte, dass wir es einmal so machen, wie Du es noch vor wenigen Tagen gemacht hast." -

„Wie wir es vorhin gemacht haben - vor dem Spiel mit dem Atem - ist es durchaus auch eine häufige Variante bei den Menschen. Manchmal sogar die Art der Drachen, so ähnlich jedenfalls. Aber Du hast Recht, meistens liegt das Weibchen auf dem Rücken und das Männchen über ihr."

Tyria hält mich nur noch locker mit Armen und Beinen und so richte ich meinen Oberkörper etwas auf. Und beginne das bekannte Spiel - lasse meine Hüften ein wenig kreisen, ziehe mich langsam gegen ihre Gegenwehr, die sie jetzt sehr bewusst einsetzt und so sogar noch stärker an mir saugt. Dann der Stoß wieder tief in sie, der sie aufstöhnen lässt. Und wieder das quälend langsame Zurückziehen, das uns gnadenlos erregt und in die Ekstase treibt. Langsam treibe ich ins Unterbewusste, Tyria stützt meinen Oberkörper und ich streichele und massiere ihre Brustdrüsen, dabei meinen Rhythmus langsam immer mehr beschleunigend.

Meine Drachin geht jetzt meinen Takt mit, genauer ihm entgegen, versucht so mich noch tiefer zu spüren - unterbewusst habe ich den Eindruck, einer Drachin kann es gar nicht tief genug gehen. Wir beschleunigen den Takt immer weiter, kommen jetzt langsam in den Rhythmus der Säuger, der Menschen.

Tyria stützt mich nicht mehr, vielmehr hat sie mit ihren Beinen meine Oberschenkel umklammert, ihre Hände liegen auf meinem Hintern und sie gibt alles, um mich im Takt geradezu in sich hineinzupressen. Sie massiert meinen Penis jetzt nicht mehr, es ist nur noch eine Art pressen und saugen. Jetzt ist unser Sex praktisch so wie bei den Menschen, wir gewinnen unsere Lust aus der intensiven Bewegung.

Ich lasse mich auf ihre Brust sinken, greife ihre Schultern um Halt zu finden, mein Kopf liegt neben ihrem, den sie nach hinten gestreckt hat. Mein fast brüllendes Knurren bei jedem Stoß trifft auf ihr Fauchen, jedes bewusste Denken bei mir ist weggeblasen, ich bin nur noch ein instinktives Bündel Energie, das versucht, so tief wie möglich in den Körper unter mir einzudringen und das immer schneller und schneller.

Dann spüre ich ihre Bewegungen eckiger werden, ihre Vagina beginnt sich um mich zu verkrampfen, ich kann und will nicht anders, auch ich spüre den Druck mehr und mehr steigen und in ihre zweite Welle komme auch ich mit voller Wucht und brülle meine Erlösung in ihr scharfes Fauchen, das ihre Erlösung kund gibt. Ihr Orgasmus bringt jetzt auch wieder die Massage und sie melkt mich geradezu gnadenlos leer.

Endlich lässt ihre Massage nach, sie gibt mich frei - ich rolle mich von ihr und liege auf dem Rücken neben Tyria.

Sie dreht sich nach einem Moment auf die Seite, leckt mich schnell sauber, verweigert mir aber, es ihr gleich zu tun, dabei hat sie viel Sekret produziert. Dann legt sie mir ihren Kopf auf die Brust in die Grube am Halsansatz und streichelt irgendwie Gedankenverloren meine Brustschuppen.

„Eldingar, ich muss Dich etwas fragen..." -

Kurz kommt mir der Gedanke, dass Drachen doch anders sind als Menschen. Die würden jetzt völlig ausgepumpt daliegen und sogar noch eine Zeitlang schlafen. Wir Drachen wälzen sofort wieder tiefgründige Gedanken.

Aber ihre Einleitung lässt mich besonders aufmerksam werden, was ist nun passiert...

„Ja, natürlich meine Wolke." -

„Erlaube mir bitte, das Ei unbefruchtet abzustoßen." -

** Was?!"**-

Mein Ton war wohl etwas heftig geraten, jedenfalls ruckt ihr Kopf hoch und sie sieht mir erschreckt in die Augen. Und was sie da liest, scheint sie nur noch mehr zu erschrecken, denn sie springt auf, ist blitzschnell vom Lager und kniet sich vor mir auf den Boden. Sie greift meine rechte Hand und neigt dann ihren Kopf, mir so den verletzlichsten Teil ihres Körpers, den Nacken, preisgebend. - Das alte Märchen bei den Menschen, dass der Bauch eines Drachen sein empfindlichster Teil wäre, stimmt nämlich nicht. Im Gegenteil sind die Schuppenplatten von Hals, Brust und Bauch so ziemlich der stärkste Teil unserer Panzerung, denn Drachen greifen sich frontal an. Aber im Nacken sind die Schuppen vor allem seitlich recht klein und können von unseren Fangzähnen und Krallen vergleichsweise leicht durchbohrt werden - und dann sind wir auch schon an der Wirbelsäule... Da helfen auch die Stacheln und Finnen, die viele Drachen im Nacken tragen nicht viel.

„Eldingar, mein Lebenspartner, mein Gebieter - verzeih mir."

Ihre Stimme klingt ehrlich ängstlich. - Was befürchtet sie? Meinen Zorn, weil sie noch kein Kind haben möchte? Gut, das ist bedauerlich, aber war mir ja bekannt, ich war ja überrascht, dass sie jetzt schon fruchtbar ist.

„Erkläre es mir." antworte ich mit ruhiger Stimme.

Allerdings scheint sie meine Ruhe nur noch mehr zu ängstigen... -

„Mein Gebieter, verzeih mir... Ich habe gespürt, dass Dir meine Fruchtbarkeit nicht entgangen ist und Du Dich mit mir im Glauben gepaart hast, mich zu befruchten. Doch bitte ich Dich, mir zu erlauben das Ei abzustoßen und wie ich es plante, Dir erst später ein Kind zu schenken. Es erscheint mir zu früh, Dich bereits jetzt mit einem Nestling zu belasten. Verzeih Deiner Partnerin, Deiner Dienerin und sei gnädig."

Ich setze mich auf und sitze auf der Bettkante vor ihr, mit ihrem Kopf zwischen meinen geöffneten Knien. - Und bedauere es sofort, denn sie zuckt zusammen und hält ihre wunderbaren Augen geschlossen. Nicht mal meine Füße anzusehen, traut sie sich... -

„Tyria, hast Du Angst vor mir?" -

„Ich fürchte Deinen Zorn, Gebieter. Ich habe Dich enttäuscht."

Oh ja. Sie hat Angst vor mir. Ich rieche es. Aber warum? Sind wir Drachenmännchen so brutal, eine Partnerin, die unsere Erwartungen enttäuscht, übel zuzurichten? Dabei macht Tyria sonst den Eindruck, sich durchaus zur Wehr setzen zu können.

Ich bemühe mich um einen ruhigen, liebevollen Ton.

„Tyria, meine geliebte Partnerin. Erhebe Dich bitte.

Ja, ich weiß seit gestern Abend, dass Du fruchtbar bist, was mich überrascht hat. Und ja, ein wenig bin ich jetzt auch enttäuscht, dass Du Dich jetzt gegen ein Kind entschieden hast. Aber ich verstehe Deine Gründe. Und ich habe nicht vor, Dich deswegen zu bestrafen - oder was Du sonst befürchtest. - Bitte, sieh mich endlich an..."

Tyria sieht mich unsicher von unten her an. Langsam beuge ich mich vor und fasse sie mit der Linken sanft unter ihr Kinn und hebe ihren Kopf so an. Zögernd folgt sie mir und hockt schließlich zwar aufrecht, aber mit gesenktem Blick vor mir. Warum hat sie nur solche Angst?

„Tyria, warum...?" -

„Verzeih Eldingar, mein Gebieter. Aber Du bist noch so jung hier, lernst Dich und Dein Leben erst kennen, ich befürchte, das wird auch ohne die Belastung durch einen Nestling noch schwer genug für Dich werden. Ich wünsche mir, dass unsere Nestlinge bei uns beiden aufwachsen, nicht nur bei mir..." -

„Eine logische Begründung, der ich zustimmen kann. Auch wenn ich es bedauere... - aber eigentlich wollte ich wissen, warum Du soviel Furcht vor mir hast." -

Sie hält den Atem an.

„Das... ich... Du..." stottert sie leise.

Was bei allen Göttern ist los mir ihr? Warum druckst sie hier so rum...? Ich spüre Zorn in mir aufsteigen, möchte sie am liebsten wild anfauchen, ungewollt stoße ich ein leises Fauchen aus, worauf sie schnell die Augen zukneift - und begreife, dass es wohl dieser spontane Zorn ist, den sie fürchtet.

„Tyria, fürchtest Du, dass ich Dich in einem Zornesausbruch angreifen könnte?" -

Sie öffnet ihre Augen und sieht auf die Narbe auf meiner Brust.

„Ja."

Das treibt mir die Luft aus den Luftsäcken. Verzweifelt lasse ich meinen Kopf sinken. Bin ich so? Bin ich ein Drache geworden, der seinen Zorn nicht kontrollieren kann oder will? Bin ich ein ...

Tyria bemerkt meine düstere verzweifelte Stimmung, die jetzt jeglichen Zorn aufgelöst hat. Sie legt mir ihre Hände an meinen Kopf.

„Nein, verzeih mir, Gebieter. Nein, ich fürchte nicht wirklich, dass Du Dich so im Zorn verlieren wirst. Aber Du durchlebst seit gestern Abend einen Wandel in Deinen Gedanken und Emotionen, das spüre ich deutlich." -

„Einen Wandel?" frage ich leise, ohne sie anzusehen. -

„Ja, Deine Gedanken sind immer noch menschlich, aber Deine Gefühle, Deine Reaktionen werden zunehmend die eines Drachenmännchen, das spüre ich deutlich. Und ich weiß nicht, ob Du die Gefühle des Drachen jetzt schon kontrollieren kannst, wenn sie Dich überfallen. Ein Drachenjüngling wächst mit ihnen auf, in sie hinein und lernt mit der Zeit sie zu beherrschen. Du aber wirst von ihnen plötzlich und unvorbereitet angefallen und Du musst darum kämpfen, damit sie nicht Dich beherrschen. - Wenn Du sie erst einmal kennst, wirst Du sie so unter Kontrolle haben, wie jeder andere Drache auch, da bin ich mir sicher, aber jetzt ist das sicher noch neu für Dich - jedenfalls hast Du gestern morgen noch nicht diese Zornesausbrüche gehabt, die für ein Drachenmännchen so typisch sind, die er jedoch meist beherrscht." -

„Hmm, ich habe bei Eldflóð, Kyrin oder Garrakk bisher keine solche Stimmungsschwankungen bemerkt..." versuche ich schwach einzuwenden. -

Ein ganz leises Kichern zeugt von ihrer langsamen Entspannung mir gegenüber.

„Naja, Garrakk war sicher viel zu sehr damit beschäftigt, gegenüber dem Lordpaladin nichts falsch zu machen - und die anderen beiden... In ein oder zweitausend Jahren wirst Du auch diese Kontrolle haben und äußerlich völlig ruhig und entspannt sein, auch wenn es noch so sehr in Dir brodelt." -

Ich seufze.

„Und Deine Reaktion eben darauf?" -

Sie legt ihren Kopf nach links.

„Was soll damit sein?" -

„Du willst mir doch nicht sagen, dass sich eine stolze, selbstbewusste Drachin einem Männchen gegenüber so unterwürfig vorsichtig verhält." -

„Doch." -

Jetzt lege ich meinen Kopf nach rechts - das verstehe ich nun wirklich nicht mehr.

Tyria beginnt zu lächeln. Sie hockt immer noch vor mir, zwischen meinen Beinen und hält meinen Kopf in ihren Händen. Langsam zieht sie mich zu sich und legt ihre Stirn gegen meine.

„Eldingar, mein Geliebter, mein Partner, mein Gebieter. Doch, so verhalten wir uns, wenn wir einem Männchen ein Versprechen gegeben haben, dass wir nicht halten können oder wollen. Meine Dir bekannte Fruchtbarkeit und meine bereitwillige Paarung mit Dir während ich ein reifes Ei trage war ein Versprechen, dass ich Dir gegeben habe - ein Versprechen auf Nachwuchs, darauf, dass ein Teil von Dir weiterleben wird, das Versprechen darauf, denn Sinn unseres Lebens zu erfüllen. Und dann bitte ich Dich darum, dieses Versprechen nicht einlösen zu müssen. Ein Vertrauensbruch, für den ich Dich um Verzeihung bitten muss, denn er würde eine Bestrafung oder das Ende der Partnerschaft zur Folge haben. Und ich hätte nicht das Recht, mich zu wehren..."

Ich atme tief ein und rieche die Luft aus ihren Luftsäcken, die sie mir in die Nüstern bläst.

„Und ich bin lieber vorsichtig," ergänzt sie.

„Ich weiß nicht, wie Du reagierst mit diesen ungewohnten Gefühlen. Da möchte ich Dich nicht provozieren. Ich habe nämlich keine Chance mich gegen Dich zur Wehr zu setzen, selbst wenn ich es wollte. Hier in der Wohnstätte kann ich meine Kräfte nicht einsetzen, sie werden blockiert. Du dagegen... - Aber schon nur mit Zähnen und Krallen bist Du mir weit überlegen."

Sie fokussiert jetzt voll auf meine Augen und wir versinken langsam ineinander.

„Anderen gegenüber bin ich deine selbstbewusste Partnerin, sind wir alleine, bin ich Dein gehorsames Weibchen, Du bist mein Gebieter. So wie es unsere Art ist." -

„Werde ich euch Drachen jemals ganz verstehen?" frage fast schon rhetorisch. -

„Ich hoffe nicht, denn das würde wohl bedeuten, dass Du vollständig ein Drache geworden bist und Deine Eigenarten der Menschen vergessen hast. Und das würde ich sehr bedauern, mein geliebter Gebieter."

Wir konzentrieren uns aufeinander und ich versinke in den glühenden Magmaseen vor mir. Nach einigen Minuten streichelt Tyria mich sanft und wir lösen uns wieder voneinander.

„Verzeih Eldingar, darf ich Deine Antwort erfahren?"

Ehe ich antworten kann, durchzuckt mich ein Gedanke - erschreckend fremdartig strukturiert, der Inhalt ist mir zwar klar, aber das ist kein Gedanke, wie ich sie kenne... eher kalt, emotionslos, streng logisch. -

Jetzt ein Nachkomme, ein Nestling ist hinderlich. Ihre Gründe sind logisch.

„Ja, ich bin einverstanden."

Meine Antwort ist mein logischer Schluss daraus. Besser sie gibt jetzt freiwillig ein Ei auf, als dass ich später möglicherweise einen Nestling...

Nein! Das sind nicht meine Gedanken! Das ist der Drache, der in mir langsam stärker wird... - Nicht dass ich anders entschieden hätte, aber diese Schlussfolgerung ist nicht meine - doch es ist meine, aber nicht die, die ich will.

Tyria sieht mich an.

„Das war die Antwort eines Drachen..." -

Ich nicke verwirrt.

„Ja, aber die Antwort ist im Ergebnis gleich. Nur die Gedanken dahinter..." -

„Ich verstehe. Bitte sprich diese Gedanken nicht aus. Ich kenne sie nur zu gut, ich bin selber ein Drache." -

Beide seufzen wir praktisch gleichzeitig.

Ich schüttele leicht den Kopf.

„Eigentlich ist es ein Wunder, dass wir uns überhaupt verstehen, wenn wir miteinander sprechen."

Tyria legt ihren Kopf nach links.

„Ich meine nicht das Ergebnis. Gleiche Probleme führen zu ähnlichen Ergebnissen, wenn man logisch dabei bleibt. - Aber die Art, wie ihr denkt. Das was mich eben im Griff hatte, denkt so fremdartig, dass ich sogar Probleme hatte, meine eigenen Gedanken zu verstehen. So emotionslos, streng logisch, gnadenlos zielgerichtet... Es ist wirklich ein Wunder, dass wir uns überhaupt verstehen. Dabei habe ich oft sogar fast das Gefühl, mit Menschen zu sprechen, wenn wir miteinander reden." -

„Vergiss nicht, wir sind eine völlig andere Spezies. Ihr habt eine andere Entwicklung durchgemacht als wir. Die Drachen waren schon immer erfolgreiche Prädatoren, weit oben in der Rangordnung und Einzelgänger, unser Denken ist darauf ausgerichtet. Ihr Menschen wart in eurer Entwicklung eher Beute und in der Gruppe stärker. Und sicher gibt es noch andere Unterschiede, schon dass wir Eier legen und die Menschen nicht." -

„Ja, das sage ich ja auch immer so, wenn ein Drache mich nach den Unterschieden fragt." erwidere ich, Tyria zwinkert.

„Aber dass euer Denken so fremdartig ist... schon ein Wunder, dass ihr euch mit den Menschen unterhalten könnt." -

„Sehr oft verstehen wir zwar, was sie sagen, aber nicht, was sie damit meinen... - Und Du hast jetzt offenbar einen ersten Einblick erhalten, wie Du jetzt eigentlich denken würdest, wenn Erce da nicht auch eingegriffen hätte, wie ich vermute. Aber sei beruhigt, auch wir haben unsere unlogischen Denkweisen, die wir meist bei Gesprächen einsetzen. Daher vielleicht Dein Eindruck, dass die Unterschiede oft gar nicht so groß sind."

Sie streichelt mir über meine Finnen und sieht mich nachdenklich an.

„Ach Eldingar, Ralf... bitte bleibe bei mir, ich möchte den Menschen nicht jetzt schon verlieren, kaum dass ich ihn getroffen habe..." -

„Glaube mir, ich möchte das auch nicht. Diese Art zu denken macht mir irgendwie Angst - Angst dann nicht mehr lieben zu können..." -

Tyria blickt mich liebevoll an.

„Wenn es nur das ist, Du musst es nur zulassen, Dir diese Emotion erlauben, dann können auch wir lieben - auch wenn Dir dieses Gefühl anders erscheinen mag.

Bitte glaube mir, es ist nicht nur die kühle logische Kalkulation, das bestmögliche Männchen für meinen Nachwuchs zu bekommen, was mich an Dich bindet..."

Sie unterstreicht das mit einem Kuss, in dem die tiefe Emotion ihrer warmen Liebe zu mir liegt. Ja, sie kann eindeutig lieben, mindestens so intensiv wie ein Mensch.

Schließlich sieht sie mir wieder in die Augen.

„Du hast Deine dracoide Antwort zwar bestätigt, aber darf ich trotzdem auch noch Deine Antwort wissen?"

Meine Antwort...? Achso, das mit ihrem Ei, unserem möglichen Nachwuchs... - wenn ich daran denke, dass ich schon bald ein Kind haben könnte, aber Tyria mich darum bittet, dass sie mich nicht zum Vater macht, zumindest nicht jetzt schon... das versetzt mir schon einen Stich.

Andererseits verstehe ich ihre Bedenken, ich bin schließlich erst seit ein paar Tagen hier - und ein Drache. Ob ich jetzt schon wirklich bereit bin, zu sehen, dass mein Kind mit Schuppen, Schwanz und Schwingen aus einem Ei schlüpft und mich mit Drachenaugen ansieht...

Bei den Gedanken, wie mein kleiner Drachennestling wohl aussehen mag, habe ich begonnen zu lächeln, wie ich bemerke. Tyria registriert dies mit besorgt fragendem Blick.

Ich hole einmal tief Luft.

„Ich habe mir gerade vorgestellt, wie unser Kind wohl aussehen könnte. Aber ich verstehe Deine Argumente und kann sie auch teilweise teilen. Es schmerzt mich, aber ich bin einverstanden damit, dass Du Dein Ei unbefruchtet abstößt."

Wie schrecklich unbeteiligt das klingt, wenn ich das so sage... -

Tyria streichelt mich sanft.

„Es scheint, dass Du Dich wirklich darauf gefreut hast..." -

„Ja, natürlich. Obwohl wir Menschen schon noch etwas mehr Sinn in unserem Leben suchen, als nur die Fortpflanzung, ist das ein naturbedingtes Ziel. Und ich war noch nie so dicht davor, wie heute..." -

Sie zieht kurz die Luft durch die Nüstern.

„Verzeih, da hatte ich nicht mehr dran gedacht... Du hast wirklich noch keine Nestlinge drüben gehabt? Du bist als Mensch ja schon älter..." -

Ich muss grinsen.

„Naja, ich hätte dort leicht doppelt so alt werden können mit etwas Glück. Aber für Nachwuchs bin ich beinahe schon etwas zu alt, das stimmt. Und ich habe dort keine Kinder - ein Drachennestling wird mein erstes - in beiden Welten." -

Etwas verlegen lässt sie ihre Krallen leicht über meine Brustschuppen gleiten, ein Gefühl, das mir einen angenehmen Schauer die Wirbelsäule runterlaufen lässt.

„Verzeih mir Eldingar - Ralf. Für einen Menschen muss das ja fast wie die letzte Gelegenheit wirken, noch Nachwuchs zu bekommen... - Aber Du hast hier ja noch sehr viel Zeit, Du bist noch so jung mit nichtmal fünfzig Sommern."

Sie schließt sich meinem Grinsen an, denn sie hat ja Recht damit. Aber mich wundert trotzdem ihre so plötzliche Fruchtbarkeit, sie hatte das ja nie so geplant und immer davon gesprochen, das sie noch warten möchte, so ein paar hundert Jahre.

„Magst Du mir sagen, wie es überhaupt zu Deiner so frühen Fruchtbarkeit gekommen ist, meine Wolke?" -

Sie grinst breit.

„Nicht gerade strenge, geradlinige Drachenlogik, oder? Ja, eigentlich wollte ich noch warten, ich fühlte mich noch nicht soweit, nach so langer Zeit nun doch Nachwuchs zu bekommen, dazu eben die Gedanken über Deine Jugend und - verzeih - Unerfahrenheit hier. Da wollte ich uns noch etwas Zeit lassen. - Aber mein Körper und meine Seele waren anderer Meinung und haben meinen Verstand überstimmt - und bevor es mir bewusst wurde, hat sich mein Körper auf Nachwuchs vorbereitet - ich war selber überrascht, als ich gestern unterwegs bemerkte, dass ich heute ein reifes Ei haben werde. Heute Nacht habe ich dann den Entschluss gefasst, wie geplant, noch keinen Nachwuchs zu bekommen, ich wollte es Dir eigentlich heute morgen sagen, noch vor unserer Paarung - aber mein Verlangen nach Dir hat mich jede Planung vergessen lassen und ich habe nur unsere gemeinsame Vereinigung genossen. Erst danach setzte mein Verstand wieder ein... verzeih mir bitte, dass ich Dich wegen meinem Verlangen betrogen habe." -

Wie mag ein „normales" Drachenmännchen ihr wohl zeigen, dass er ihr verzeiht... Kurz durchzuckt mich das Verlangen, ihr mit einer Kralle eine ihrer Schuppenplatten am Halsansatz aufzuschlitzen. - Nicht tief, nur die Schuppenplatte selber bis in die Unterhaut darunter. Eine harmlose Verletzung, die schnell heilt und nur eine kleine Narbe zurücklässt - unsere Schuppen schützen uns vor Verletzungen und trotz einer hohen taktilen Empfindlichkeit spüren wir auch bei Beschädigungen der Schuppen keine Schmerzen - erst wenn die Beschädigung die Schuppen durchdringt und in die Unterhaut darunter reicht, spüren wir auch Schmerz dabei. Und genau das ist das Ziel dieser Verletzung, so ein Schnitt durch die Schuppen ist für uns sehr schmerzhaft, ein Stich so wie sie vorhin ihre Krallen in meine Schulter gebohrt hat, verursacht dagegen deutlich weniger Schmerz. Ich erinnere mich noch genau an die Schmerzen, die Eldflóð mir verursacht hatte, als er mir meine Narben verpasste - die Stiche von Tyria waren dagegen nur Mückenstiche.

Merkwürdig, ich denke daran, Tyria eine Schuppe ein wenig aufzuschlitzen und sie streicht mit ihren Fingern wie hypnotisiert über die Narben in meinen Brustplatten. Ist es das, was sie von mir als Drache erwartet, um ihr 'Vergehen' zu bestrafen und damit die Angelegenheit abzuschließen?

Nachdenklich lege ich den rechten Zeigefinger nahe dem linken Rand auf ihre untere Halsschuppenplatte. Sofort reckt sie ihren Kopf hoch und schließt die Augen, offensichtlich in Erwartung meiner Kralle.

„Tyria, ist es wirklich das, was Du von mir erwartest als Beweis, dass ich dir verzeihe...?" -

Sie öffnet ihre Augen wieder und sieht mich überrascht an.

„Natürlich. Ich habe Dich enttäuscht und betrogen. Du bist bereit auf eine Bestrafung zu verzichten und mir zu verzeihen, dazu wirst Du mich zeichnen als stete Erinnerung für mich, Dein Vertrauen nicht mehr zu missbrauchen." -

„Etwas in mir drängt mich, das zu tun, aber... - Du hast 10.000 Sommer ohne besondere Narben überstanden und nun soll ich Deinen Hals mit einer so schmerzhaften Narbe zeichnen?" -

„Schmerzhaft...? - Ach was. Natürlich musst Du mich zeichnen, wie soll ich mir sonst sicher sein, dass Du wirklich damit abgeschlossen und mir verziehen hast?" -

„Verzeih, aber das verstehe ich nicht."

Ich nehme meinen Finger wieder von ihrer Schuppe. Schnell greift sie meine Hand und zwingt sie wieder zu ihrem Halsansatz. Ihr Blick ist ernst.

„Ralf, ich liebe Dich, den Menschen in diesem Drachen vor mir. Aber bitte sei jetzt Eldingar - oder besser sogar Þórr und beweise mir, dass Du mir verzeihst." -

Wieder reckt sie ihren Hals, hält aber weiter meine Hand fest. Seufzend lege ich meinen Finger auf ihre Schuppenplatte.

„Ich füge Dir nicht gerne diesen Schmerz zu..."

Ehe sie etwas erwidern kann, habe ich blitzschnell meine Kralle voll ausgefahren und einen wohldosierten Schnitt in die Schuppe geschlitzt. Sogar ich spüre dieses eigenartig ziehende Gefühl, wenn meine scharfe Kralle durch ihre ansonsten so widerstandsfähige Schuppenplatte schneidet und die Nerven in der Unterhaut zu ihrem Alarmruf animiert.

Mit weit aufgerissenen Augen starrt Tyria mich an, ihr Atem stockt, bis ein unterdrückter, dennoch röhrender Schmerzensschrei sich ihrem Willen entzieht.

„Große Erce, wolltest Du mir den Kopf abreißen?" -

Ich schüttele den Kopf.

„Ich sagte doch, dass es schmerzhaft ist. Ein wenig Erfahrung habe ich da ja schon..."

Sie sieht wieder auf meine Narben, die sich über ein Drittel meines Brustkorbes hinziehen.

„Ich mag nicht daran denken, wie das geschmerzt hat, die Wunden gingen sicher auch viel tiefer. Das musstest Du ertragen um Deine Kräfte zu erlangen...?"

Ihre Finger tasten über meine Narben und dann vorsichtig über den kleinen Schnitt in ihrer Schuppe. -

„Lass mich die Wunde lecken, meine Wolke. Es blutet kaum, aber es kann ja nicht schaden." -

Aber sie schüttelt entschlossen den Kopf.

„Nein, ich möchte, dass es eine deutliche Narbe wird, die mich immer daran erinnert, was ich Dir zugemutet habe." -

„Wie Du wünscht, meine Wolke. Dann wirst Du also mein Narbenhals werden..."

Tyria faucht mich böse an, fällt dann aber sofort in ein Kichern und beginnt an meinen Nüstern zu züngeln. Das lasse ich mir nicht entgehen und revanchiere mich sofort.

Während unserem gegenseitigem Nüsternzüngeln höre ich leise Schritte, die ich Padmini zuordnen würde, wenn sie gehört werden will. Und richtig, sie steht in der Tür und verneigt sich leicht. - Heute trägt sie neben den ledernen Schmuckbändern an den Hand- und Fußgelenken, nur einen ledernen Hüftgurt, an dem eine kleine Tasche und ein recht langer Dolch befestigt sind. Ihr Zopf ist locker um den Hals geschlungen und das Ende dann vom Hinterkopf her so befestigt, dass er über ihren Kopf läuft und die Spitze mit dem eingeflochtenen Goldschmuck auf ihrer Stirn liegt. Praktisch, so hat sie Bewegungsfreiheit, es schmückt und gleichzeitig gibt das dicht geflochtene Haar ihrem Hals ein wenig Schutz.

„Verzeiht meine Störung, meine Herrin, mein Herr." -

Tyria nickt leicht, während sie weiter züngelt.

„Ja Padmini, was ist?" antworte ich. -

„Jaya hat mich gebeten, Dich zu fragen, ob Du ihr ein Gespräch gewährst." -

„Geht's noch komplizierter?" kichert Tyria, quasi meine Gedanken aussprechend. -

„Sag Jaya bitte, dass ihre Position hier nicht wesentlich anders ist, als vorher. Sie braucht sich nicht über Dich - vor allem so umständlich - eine Erlaubnis holen, wenn sie mit mir sprechen möchte. Meine Schwertmeisterin kann jederzeit zu mir kommen." ergänze ich.

Padmini hat einen Ausdruck, der irgendwie zwischen Verwirrung und Belustigung liegt.

„Ich glaube, der Grund ihrer Bitte liegt woanders - aber das musst Du Dir besser selber ansehen, Herr. Ich hole sie dann jetzt."

Mit einem kaum unterdrückten Grinsen verschwindet Padmini wieder.

„Was ist denn jetzt passiert?" stellt Tyria eine eher rhetorische Frage.

Ich zucke nur mit den Schultern.

„Wir werden es gleich erfahren. Komm, lass uns schnell ins Wasser springen und dann Kaffee machen."

Tyria stupst mich mit dem Finger auf die Schnauze.

„Ja, ich sollte mich wieder in den Zustand versetzen, der einer Drachenlady würdig ist. Jetzt rieche ich sicher mehr nach Dir, als nach mir selber." meint sie grinsend. Und wird plötzlich ernst.

„Und mich um die bewusste Sache kümmern..."

Offensichtlich ist das auch für sie keine ganz leichtfertige Entscheidung. Im Gegenteil spüre ich kurz eine Trauer in ihr aufblitzen, ich ahne, dass sie gerade das Ei abgestoßen hat. Aber schon lächelt sie mich wieder an um sich - und mich - davon abzulenken.

Im Bad springe ich kurz in das große Becken und tauche unter, mit einem schnellen Spülen meiner Geschlechtsspalte bin ich wieder so sauber, wie es nur ein Drache sein kann. Tyria beschäftigt sich ein wenig mehr mit ihrer Schuppenpflege und züngelt mir nur kurz zu, als ich mich in die Küche begebe.

Schnell habe ich den Gaskocher entzündet und frisches Wasser aufgesetzt - ich mag das heiße Quellwasser nicht zum Zubereiten des Kaffees hernehmen, da es doch mit einer Reihe Mineralien angereichert ist. Und ich weiß, dass auch Tascha und Jaya das genau so halten. Dann röste ich den Kaffee, der Duft erfüllt schnell den Raum und lässt Tyria, die gerade hereinkommt, lächelnd schnuppern.

„Das riecht gut, mein Sternenhimmel, der Kaffee ist gleich soweit."

Sie hat bei Jaya offensichtlich gut aufgepasst. Während ich den Kaffee schnell auf einer Marmorplatte abkühlen lasse und dann in dem Mörser zerstoße, findet sie noch eine Schüssel mit diesen kleinen süßen Hefepfannkuchen, die zwar von gestern sind, aber immer noch gut zum Kaffee schmecken werden.

So, das Wasser kocht, der Kaffee ist aufgegossen - wir trinken den Kaffee hier 'türkisch' also ungefiltert, in der Kanne ist ein feines Bambussieb, mit dem das meiste beim Ausgießen zurückgehalten wird. - Dieses Sieb ist eine wahre Fleißarbeit der Menschen hier.

Alles steht gerade beisammen auf einem Tablett, Tyria stellt noch etwas Milch, die sie mit einem kurzen Feuerhauch auf Temperatur gebracht hat dazu - alles natürlich reichlich bemessen, da ja mindestens Padmini und Jaya noch bei uns sein werden - als draußen Schritte von zwei Dracci und Tascha zu hören sind. Kurz stocken die Schritte, dann gehen zwei weiter in die Wohnung - Padmini steckt ihren Kopf durch die Tür.

„Oh, hier bist Du, Herr. - Herrin. - Äh, das ist doch eher meine Aufgabe..." -

Sie huscht schon auf mich zu, um mir das Tablett abzunehmen.

„Nix da, ab in die Wohnung mit Dir. - Ich breche mir da schon keine Schuppe bei ab, wenn ich das mal selber mache."

Sie sieht mich unsicher an - und erschrickt, als Tyria sie plötzlich sanft zur Tür schiebt.

„Wenn er so gelaunt ist, dann solltest Du besser gehorchen." begründet sie grinsend und geht vor, Padmini vor sich herschiebend.

Ich folge den beiden mit dem Tablett, aber an der Tür zum Wohnraum steht Padmini und nimmt mir geradezu mit Gewalt das Tablett ab.

„Verzeih Herr, aber ich denke, es ist besser so..."

Keine Ahnung, was sie damit sagen will, aber gut, ich lasse sie gewähren. Im Raum sehe ich dann Tyria vor Jaya stehen, diese interessiert betrachtend. Tascha steht mit einem ratlosen Ausdruck daneben - und eben Jaya, die ohne ein Kleidungsstück da mitten im Raum steht und wie ein Häufchen Elend betreten auf den Boden blickt. Und ich sehe, dass eine Art Lack oder Film, wie eine hochglänzende elastische Kunststoffschicht, ihren ganzen Körper bedeckt. Ohne eine einzige sichtbare Lücke, die sonst wuschelige Mähne klebt wie nass am Kopf und ihrem Rücken und ist auch wie mit Kunststoff überzogen. Es sieht fast so aus, als ob Augen, Nüstern und Mund die einzigen ffnungen in dem Überzug bilden. Wobei aber auch ihre Augenlider und die Lippen davon bedeckt sind.

Was ist das...?

Ich sehe Tyria an, die jetzt ein leicht belustigtes Schmunzeln zeigt. Aber sie äußert sich nicht dazu.

Wieder sehe ich Jaya an - jetzt weiß ich auch, warum Padmini mir das Tablett abgenommen hat, sie wusste ja schon, wie Jaya aussieht und wird also das Tablett nicht versehentlich fallen lassen.

„Jaya, was ist mit Dir passiert?" -

Sie sieht mich unglücklich an.

„Das... Ich... - Ich habe gestern Abend Deinen Speichel nicht mehr abgewaschen, sondern bin so, wie ich war, mit Ranga in unsere Räume gegangen und wir haben da über vieles gesprochen. Dabei ist Dein Speichel getrocknet - und das fühlte sich irgendwie so gut an, so richtig, wie eine angenehme, schuppenenge, elastische Rüstung... Da bin ich dann auch so schlafen gegangen. Das war auch alles gut und angenehm und ich habe von Dir.... verzeih, ich hatte einige angenehme Träume... Und dann bin ich heute morgen ins Bad gegangen und wollte es abwaschen - ungerne, aber ich kann ja nicht immer so herumlaufen... - aber ... es lässt sich nicht abwaschen, Herr..."

Große Erce... Diese glatte, glänzende, nahtlose Schicht auf ihren Schuppen - das ist mein getrockneter Speichel? - Na gut, aber warum lässt sich der nicht abwaschen? Sonst geht das doch auch, wenn ich mal meine Weibchen abgeleckt habe...

„Interessant. Du hast also auch die Fähigkeit, andere Wesen zu panzern." stellt Tyria lächelnd fest. -

„Panzern...?" -

„Ja. Jedenfalls nenne ich es so." antwortet sie.

„Eldflóð spricht von Schutzspeichel. - Wir Feuerdrachen können einen speziellen Speichel produzieren, der eine Zeitlang gegen unsere Fähigkeiten schützt. Wird der auf die Schuppen eines Dracciers oder die Haut eines Menschen aufgetragen und und lange genug trocknen lassen, bildet er eine Schutzschicht, die sogar einen Menschen gut vor unseren Kräften schützt und auch eine Zeitlang fest genug ist, dass selbst unsere Krallen nur schwer durchdringen können. Menschliche Waffen können diese Schicht gar nicht beschädigen. Dieser Speichel ist wohl dazu gedacht, unseren Mund gegen starkes Feuer zu schützen, aber gelegentlich haben wir es schon genutzt, einen befreundeten Menschen nicht in unserem Feuer umkommen zu lassen, wenn wir da mal eingreifen müssen. Oder um sie gegen andere Menschen zu schützen. Aber das ist eine Besonderheit von uns Feuerdrachen - alle Arten der Erddrachen und die Wasser- und Meeresdrachen haben diesen Speichel nicht. Nur bei den Eisdrachen soll es einige geben, die es auch können. Und nun noch Du als Blitzdrache." -

Aha... also durchaus etwas relativ normales - für einen Feuerdrachen jedenfalls. Offensichtlich kannten die Draccier das aber bisher noch nicht, ebenso wenig Tascha. Ich ahne, dass das eigenartige Gefühl, das Sie mit ihren teils heftigen Bewegungen in meinem Mund verursacht hat, diesen speziellen Speichelfluss angeregt hat. Aber wenn es bei Tyria hilft, ihren Feueratem zumindest eine Zeitlang zu überstehen, dann... -

Ich lenke schnell einen Blitz auf Jaya, der noch ungefährlich, aber sehr unangenehm sein müsste. Sie zuckt überrascht heftig zusammen, richtet sich dann aber mit überraschtem Blick wieder auf.

„Ich habe überhaupt nichts davon gespürt. Der Blitz hat mich geblendet, aber sonst nichts..." -

Tyria lächelt.

„Na also. Wer weiß, wozu Erce Dir das mitgegeben hat, aber es könnte durchaus nützlich werden, da Du ja mit Dracciern und Menschen zusammenarbeiten möchtest."

Ich bemerke den Blick von Padmini, die das Tablett auf dem Tisch abgestellt hat. Ich schließe bestätigend kurz die Augen.

Im nächsten Moment schon steht Padmini seitlich hinter Jaya und ihr Dolch gleitet wirkungslos über die glänzende Schicht auf Jayas Bauch.

„Verzeih meine Freundin, aber das musste ich einfach versuchen." entschuldigt Padmini sich. -

„Natürlich Padmini. Versuche es doch kräftiger, das interessiert mich jetzt." Jaya grinst und spannt ihre Bauchmuskeln in Erwartung des Stiches an.

Vorsichtig beginnt Padmini, aber selbst mit aller Kraft zugestoßen dringt die Spitze nicht durch den Panzer.

„Uuh, das schmerzt schon noch - aber wenn selbst der Dolch einer Nachtkriegerin nicht durchdringt..." staunt Jaya.

Mir fällt etwas ein.

„Tyria, weißt Du, ob einige Feuerdrachen das drüben bei Menschen eingesetzt haben?" -

„Ja, auch ich selber einmal. Noch lange bevor wir uns getroffen haben. Ich habe damit einen Krieger, der nach meiner Sicht für das Gute kämpfte, in einem wichtigen Kampf praktisch unbesiegbar gemacht. - hätte ich geahnt, was Dir da widerfahren wird nach unserem Treffen..." -

„Die hätten mich nur noch mehr für einen Schwarzmagier gehalten. Der andere hieß nicht zufällig Siegfried?" frage ich grinsend.

Sie schüttelt den Kopf.

„Nein, Rodger."

Sie fragt, drachentypisch, nicht nach, aber ihr Blick ist schon sehr neugierig. -

„Es gibt drüben eine Erzählung im Zusammenhang mit den Drachen. Wenn ein Mensch im Blut eines getöteten Drachen badet, wird seine Haut für menschliche Waffen undurchdringlich, er also praktisch unbesiegbar. Auch wenn das natürlich im Zusammenhang mit dem schlechten Ruf, den die Drachen dort haben, zu verstehen ist - aber da könnte durchaus ein Zusammenhang bestehen. - Da die Meinung damals eben war, dass ein Drache einfach böse zu sein hatte und nur darauf aus ist, die Menschen zu töten, also nie einem Menschen freiwillig helfen würde, wurde es eben mit dem Töten eines Drachen verbunden. - Mit Sicherheit haben die Menschen dort nie einen Drachen getötet, die dazu nötigen Waffen haben sie noch nicht lange und da die Drachen seit langem nur noch als Mythos gelten, nicht mehr als reale Wesen, ist unser Volk wohl auch vorsichtig geworden und lässt sich nicht mehr von den Menschen entdecken."

Die Blicke von Tascha und den Dracci haben mich mal wieder zu einer weiterreichenden Erklärung getrieben. Tyria allerdings ist da durchaus im Thema.

„Bei der Geschichte unserer Völker dort, könnte das tatsächlich so geändert worden sein. - Allerdings hätten diese Krieger sich sehr gewundert, wenn sie tatsächlich in Drachenblut gebadet hätten. Das vertragen die Menschen nämlich gar nicht gut."

Ich lege meinen Kopf nach rechts. Tyria blickt mich leicht verwundert an.

„Weißt Du es nicht, dass Fjörgyn eine Lebensspenderin ist?" -

„Alle sagten mir immer, sie ist eine Erddrachin..." -

„Keiner hat gelogen, wir zählen die Lebensspender, wie auch die Heiler zu den Erddrachen. Allerdings sind ihre Kräfte, die unbelebte Natur zu beeinflussen eher gering. Aber sie könnte auf einem Gletscher oder einem Lavasee einen Wald wachsen und gedeihen lassen. Natürlich würde sie es nie machen, da ihr die Sinnlosigkeit äußerst bewusst wäre und ihr das Leben einfach viel zu wertvoll ist." -

„Hättest Du mich hierher mitgenommen?" -

Tyria schüttelt lächelnd den Kopf.

„Wie ich schon sagte: Fjörgyn war die beste Wahl, die Erce treffen konnte. - Ich hätte es bedauert, wirklich bedauert - aber ich hätte Dich dort in die Lebenskraft geleitet und damit wäre es für mich abgeschlossen gewesen. Aber Fjörgyn konnte sich damit nicht abfinden, ihr fehlt drüben nur die Kraft, also hat sie Dich mitgenommen. Sálleiðtogi war da eine willkommene Hilfe zur Begründung - übrigens denke ich, dass auch Sálleiðtogi eine Lebensspenderin sein wird. Und dass Græðarinn ein Heiler ist, ist auch keine Überraschung für uns Eingeweihte.

  • Jedenfalls: hätte ich oder Eldflóð Dir das Blut gegeben, hätten wir Dich sofort umgebracht. Dein Körper hätte sich innerlich praktisch aufgelöst. Nur das Blut eines Lebensspenders hat die Fähigkeit zu heilen und ist auch für Menschen verträglich, aber Eldflóð hat die Fähigkeit, die Lebenskraft an jedem Ort zu bündeln und zu leiten - nicht mit einer Quelle vergleichbar, aber es hätte Græðarinn sehr geholfen. Und er ist ein Freund der Menschen, also genau der richtige Partner in Deinem Fall. Dass Erce das alles geplant hat und eingreift, war aber für alle eine Überraschung." -

„Ich verstehe..." seufze ich.

„Aber was machen wir jetzt mit Jaya? - Ist es dauerhaft oder löst es sich von selbst wieder?" -

„Bei mir hält der Panzer etwa 15 Tage, dann wird er härter, was einen Tag die Bewegungen etwas behindert und dann bricht er in kleine Teile, die sich leicht abwaschen lassen. - Ich vermute aber fast, dass Dein Panzer länger halten wird, denn ich habe den Eindruck, dass er noch etwas stärker ist, als meiner und ich habe es nie bei einem Draccier ausprobiert. Es kann auf den Schuppen sicher besser halten." -

Jetzt wirkt Jaya wieder verzweifelt.

„Und es gibt keinen Weg das zu beschleunigen?" -

„Der Panzer ist wasserfest - Du hättest es spätestens gestern Abend noch einweichen müssen, jetzt ist es zu spät. - Aber warum auch? Es schadet Dir nicht." -

„Aber... - Ishwari Rajeshri. Ich stehe hier nicht unbekleidet um es euch vorzuführen... Es fühlt sich sehr eigenartig an, Kleidung zu tragen. Es stört irgendwie in den Bewegungen, schon eine leichte Seidentunika fühlt sich an wie ein dicker Gambeson, mir wird heiß darin... richtig unangenehm. Und obwohl es sich sehr gut anfühlt, nur den Panzer zu tragen - ich habe nicht die Ausbildung wie Padmini oder Shanti... mir ist es unangenehm in Gegenwart der anderen Draccier oder gar von Menschen keine Kleidung zu tragen. Ich kann mich ja nicht nur hier bei meinem Herrn verstecken, was mir weniger unangenehm wäre."

Tyria kichert leise.

„Ich verstehe, obwohl ich den Wunsch, seinen Körper mit Kleidung zu behängen nicht teilen kann. - Nun, ein längeres Bad mit einer Reihe von Mineralien und einigen Pflanzen im Wasser weicht nach einem halben Tag in der Brühe den Panzer langsam auf und man kann ihn dann entfernen - aber das braucht sicher einen Tag insgesamt. Ich nenne Dir nachher gerne die benötigten Zutaten." -

„Verzeiht meine Einmischung." meldet sich Padmini leise.

„Jaya, Du weißt doch, was wir vom Clan tragen, wenn wir einmal mit Kleidung auftreten. Ist es für Dich akzeptabel, nur den Frontschurz am Hüftgurt und die leichte Seidenbandage über den Brustdrüsen zu tragen? Vielleicht ist das nicht so unangenehm für Dich? Du spürst ja kaum was davon auf den Schuppen, aber es gilt als Kleidung." -

Jayas Mine hellt sich auf.

„Das ist tatsächlich einen Versuch wert. Denn einen ganzen Tag in der Wanne sitzen und sich die Schuppen zu schrubben... - verzeih Ishwari Rajeshri, ich bin Dir für Deine Hilfe dankbar, aber so kurz vor dem Besuch von Lady Alissia..."

Tyria nickt nur grinsend.

Ich lasse mich auf die Polster nieder.

„Also, ich möchte jetzt erstmal einen Kaffee, sonst verteile ich gleich Blitze an alle..." Jaya verneigt sich leicht und will sich auf den Weg nach oben machen, um den Kleidungsvorschlag auszuprobieren. Ich schüttele nur den Kopf und deute auf den Platz rechts neben mir, denn Tascha hat sich schon auf eins der höheren Kissen mir gegenüber gesetzt. Tyria lässt sich links neben mir nieder und räkelt sich wohlig gurrend auf dem warmen Polster.

Jaya zögert eine Sekunde, dann hockt sie sich mit einem dankbaren Lächeln auf den Knien neben mich hin. Padmini übernimmt den Part der Bedienung, reicht aber den Becher für mich an Jaya. Vermutlich, weil ich meine linke Hand auf Tyrias Bauch ruhen lasse und mit der Rechten mit Taschas Zehen spiele, denn sie hat ihre Füße auf mein Bein gelegt.

Ich will Taschas Fuß loslassen um mir den Becher zu greifen aber Jaya legt mir schnell ihre Hand auf den Arm. Dann hält sie mir den Becher hin, dass ich bequem daraus trinken kann - sie reagiert dabei so perfekt auf kleinste Zeichen von mir, dass ich fast das Gefühl bekomme, ein drittes Paar Arme zu haben...

Dass sie zwischendurch selber immer einen Schluck Kaffee aus meinem Becher trinkt - obwohl sie sonst den Kaffee lieber mit Milch mag - ignoriere ich innerlich schmunzelnd.

„Sag mal Kleine..., ich meine Jaya. - Warum habt ihr mich gestern Abend eigentlich so unnötig gereizt?" will ich jetzt wissen. -

„Verzeih Herr - gereizt?" -

„Ja, gereizt..." antwortet Tyria für mich.

„Man wirft einem Drachen seinen Eid und das geschenkte Vertrauen nicht so einfach vor die Krallen. - Seid froh, dass Eldingars menschliche Seele ihn zurückgehalten hat, denn ich habe es in ihm brodeln gespürt. Wäre ich an seiner Stelle gewesen, ich hätte euch alle mit kleiner Flamme langsam geröstet- und nicht nur euch beide... - Ihr vergesst, dass wir Drachen oft sehr impulsiv reagieren und wenn wir das Gefühl bekommen, dass unser Vertrauen missbraucht wird..." -

Jaya schaut von mir zu Tyria und zurück. Ich lege aber nur meinen Kopf fragend nach links, denn Tyria hat Recht, es hatte in mir gebrodelt.

„Aber Herr, es ist doch üblich, bei einem schweren Fehler anzubieten, den Dienst zu beenden."

Sie scheint wirklich verwirrt zu sein. -

„Ihr beide habt es aber nicht nur angeboten - ihr habt die Kleidung getragen, mit der ihr hier angekommen wart und hattet euren Dienst aus eurer Sicht auch beendet, ohne mich vorher auch nur zu informieren - das waren vollendete Tatsachen, sozusagen ein Schlag auf meine Nüstern..."

Jaya lässt den mir bereitgehaltenen Becher langsam sinken und sieht mich erschreckt an.

„Aber Herr... Du hattest so wütend geklungen, da draußen als es herausgekommen ist..." -

„Ich war euch auch böse deswegen - aber wenn ein Drache euch das gegebene Vertrauen wieder entzieht, dann sagt er es euch auch deutlich - und beauftragt euch nicht damit, weitere Draccier in den Dienst zu nehmen." -

Sie lässt den Kopf sinken.

„Verzeih Herr - das haben wir alle dann falsch verstanden. Denn auch Ranga war der Ansicht, es wäre besser, Dir unseren Rücktritt anzubieten. Nur Padmini zweifelte diese Entscheidung an." -

Ich sehe Padmini an.

„Oh, ich war nur der Meinung, dass ein Drache es auch sagen würde, wenn er es will." begründet sie ihre Zweifel. -

Bestätigend nicke ich.

„Richtig. Wenn ein Drache Dich in seinen Dienst nimmt, Dir sein Vertrauen schenkt und Dir Dinge über sich erzählt, seine persönlichen Geheimnisse teilt - dann gibt es nur einen einzigen Weg, den Dienst wieder zu beenden..." -

Jaya schluckt.

„Ja, das ist mir jetzt auch klar geworden..." -

„Auch, dass es alle anderen mit einbezogen hätte? Tyria hat Recht, dass dann alle, die davon etwas wissen könnten, den gleichen Weg gehen. - Wir sind da sehr konsequent bei so einem Vertrauensbruch."

Das ist zwar nicht ganz das, was ich zu diesem Thema fühle, aber entspricht dem, was mir mein altes Wissen darüber sagt - damals dachten wir mindestens ebenso wie die heutigen Drachen.

„Aber wie Tyria auch sagte, sind wir meist sehr impulsiv bei solchen Dingen. Hätte ich es gewollt, dann wäre es sofort geschehen, aber ich habe Dir da sogar noch weiteres Vertrauen geschenkt - Wir hatten uns dann abgestimmt und wollten euch nur ein wenig erschrecken, unseren Spaß haben. Und dann das... Zu eurem Glück hat Tyria dann doch einfach ihre Rolle übernommen, auch wenn durch ihre aktivierten Kräfte das ganze sicher sehr viel wärmer für euch geworden ist, als wir ursprünglich geplant hatten.

Dadurch konnte ich mich wieder etwas fangen, auch Tascha bremste mich - bis dann Dein dummer Wunsch kam..." -

„Mein Wunsch, durch Dich sterben zu wollen... in Deinem Magen mein Leben zu beenden, wenn wir schon als eure Nahrung dienen sollten?" -

„Richtig. - Warum provozierst Du einen Drachen auch noch weiter, wenn er bereits zornig ist?" -

„Es war mir ernst mit dem, was ich sagte..." -

„Du wolltest also unbedingt sterben." konstatiere ich. -

Jaya schüttelt heftig den Kopf.

„Nein, natürlich nicht, aber es gab doch keinen anderen Ausweg mehr für uns." -

„Unsinn! Wir sind Drachen, keine Killer. Natürlich weiß ich, dass im Umgang mit uns der Tod immer eine Option ist, die man einkalkulieren muss Aber so schnell töten wir auch wieder nicht, das Leben bedeutet auch uns sehr viel.

Ja, ihr hattet meinen Zorn geweckt und dadurch meine dracoide Seite gerufen. Aber solange ihr noch lebt, könnt ihr durch entsprechendes Verhalten dem Drachen beweisen, dass ihr euren Fehler verstanden habt und bereit seid, daraus zu lernen. Dazu eine knappe, glaubhafte Entschuldigung und die Logik wird den Drachen in der Regel daran hindern, Euch dann zu töten." -

„Richtig," schließt Tyria sich an.

„Wenn wir es von vornherein ernst gemeint hätten... - glaubt nur nicht, ich hätte mich dann lange mit reden und schnuppern aufgehalten. Ein schneller Biss bei Shankar, Dich geschnappt und zu Eldingar geworfen und alle anderen wären im nächsten Moment in meinem Feuer gestorben. - Und statt uns um Verzeihung zu bitten und an uns als Hüter Erces zu appellieren, fängst Du an, Eldingar geradezu anzuflehen, Dich zu verschlucken und so zu töten... Ich war mir wirklich nicht sicher, was er macht, denn ich spürte seine harte dracoide Seite sehr deutlich in dem Moment. Erst einen Atemzug später, als ich merkte, dass Du immer noch lebend in seinem Mund steckst, erkannte ich, dass er Dich trotzdem nur erschrecken wollte. Aber es war sehr, sehr knapp. Du hast seinen Blick nicht gesehen, als er auf Dich zugesprungen ist - ich war mir sicher, Du würdest keinen weiteren Atemzug mehr machen können..." -

Jaya hockt wieder mit gesenktem Kopf neben mir.

„Ich war mir sicher, so sterben zu wollen, aber als ich plötzlich Deine Zähne unmittelbar vor mir gesehen habe, Deine feuchte, weiche, aber unerbittliche Zunge mich fesselte und in die dunkle Höhle Deines Rachens zog und dann links und rechts neben mir Deine Zähne zusammenklappten - da habe ich wirklich Angst bekommen. Ich glaubte zu spüren wie Deine Zunge mich loslässt und ich Deine Kehle hinunterrutsche und wollte schreien, Dich anflehen, mich zu verschonen. - Aber es ging nicht, die Angst - und die Enge, die mir den Brustkorb zusammendrückte, mich kaum atmen ließ. Und dann..."

Sie stockt und sieht mich verlegen mit weiterhin gesenktem Kopf an. -

„Dann hast Du Dich entschieden, mir zu zeigen, wie der Orgasmus einer Dracci schmeckt..." provoziere ich sie lächelnd ein wenig. -

„Ja... - Nein! Nein, das nicht, aber..." Sie holt tief Luft.

„Ich begriff, dass Du mich nicht lebend schlucken wolltest, mich aber auch nicht mit einem Biss töten. Also habe ich angenommen, dass Du mich erst ersticken wolltest, bevor Du mich verschluckst. Nebenbei konnte ich schwach hören, wie Ishwari Rajeshri sich mit Shankar beschäftigte, nahm also an, dass wir beide bald unser Leben beenden würden. Dann hast Du mich in Deinem Mund bewegt, mich anders positioniert. Dabei hast Du meine Geschlechtsspalte so intensiv an irgendetwas gerieben, dass ich stark erregt wurde. Schließlich lag meine Hand an der richtigen Stelle, gleichzeitig hast Du mein Gesicht fest in Deine Zunge gepresst, dass ich gar keine Luft mehr bekam - da hat die Erregung mich dazu getrieben, noch ein letztes Mal eine Erlösung herbeizuführen, ehe ich ersticken würde. Als die mich dann durchströmte, hast Du mich wieder neu positioniert und den Druck verringert, ich konnte wieder etwas atmen. Der Geruch Deines Speichels änderte sich etwas - ein sehr angenehmer Geruch übrigens, und der Speichel wurde zäher, irgendwie klebriger. Damit hast Du mich dann praktisch durchtränkt bevor Du mich wieder aus Deinem Mund herausgelassen hast und ich mich auf Deiner Hand wiedergefunden habe. - Verzeih, dass ich... äh..." -

„Schon gut. Ich verstehe jetzt, warum es passiert ist. Aber Deine Bewegungen dabei hätten mich fast dazu veranlasst, Dich doch noch herunter zu schlucken, ohne es zu wollen. Ich konnte es gerade noch verhindern, allerdings nicht den verstärkten Speichelfluss, der dann ja zu Deinem Panzer geführt hat. - Wenn ich mich jetzt zurückerinnere, war es tatsächlich etwas anders, als normal. Es war von mir nicht beabsichtigt, aber kann bewusst kontrolliert werden, wie ich jetzt weiß, denn ich habe sofort danach wieder unter Kontrolle gehabt. Aber in dem Moment hattest Du mit Deinen Bewegungen etwas aktiviert, was ich da noch nicht bemerkt hatte, erst als Du so durchtränkt vor mir gelegen hast. -

Mir fällt aber auf, dass Du heute davon sprichst, dass es Dir unangenehm ist, unbekleidet vor anderen Dracciern zu agieren. Gestern hattest Du keine Probleme damit." -

Jaya zuckt seufzend mit den Schultern.

„Ich hatte gehofft, es wäre Dir nicht aufgefallen... - Ich weiß es nicht, auch gestern war es eigentlich nicht anders, nur irgendwie fühlte ich mich mit Deinem Speichel trotzdem bekleidet... - wie eine besondere Kleidung, eine Auszeichnung, die nur ich erhalten habe... oder wohl eher die Verzeihung, die ich von Dir erhalten habe." -

„Und heute? Du trägst immer noch meinen Speichel, nur dass er getrocknet ist." -

Wieder zuckt sie mit den Schultern.

„Irgendwas ist anders. Jetzt fühlt es sich mehr so an, als ob es zu mir gehört, schon immer zu mir gehört hat..." -

Ich nicke.

„Aha, ich verstehe. Gestern war es fremd, von mir. Heute ist es ein Teil Deines - nackten - Körpers, das macht den Unterschied." -

Zögernd nickt Jaya.

„Ja, das wird es sein. - Es wird für mich nicht ganz einfach, als 'Prinzessin' wurde ich dazu erzogen, mich stets standesgemäß zu zeigen. Die Zeiten zusammen mit Padmini, die ja vom ersten Tag ihrer Berufung zu den Nachtkriegern keine Kleidung mehr tragen durfte, besonders in Gegenwart anderer nicht, war für mich immer eine Befreiung. Zwar trug ich immer Kleidung, aber es durfte dann etwas einfaches, leichtes sein. - Erst als ich meine Dienstzeit bei den Menschen angetreten habe, durfte und musste, ich mich einfach kleiden. Und hier bei Dir bekamen wir ja Kleidung, die schon fast wieder so fein waren, wie ich es früher tragen musste. - Hier habe ich es aber gerne getragen, weil es mich nicht hervorgehoben hat. Auch Padmini und Shanti haben die gleiche Kleidung erhalten.

"

Sie hatte das 'Prinzessin' so merkwürdig betont.

„Du wirst nicht gerne als Prinzessin Deines Stammes gesehen?" -

Sie schüttelt heftig den Kopf.

„Nein, das nicht. Es ist meine Aufgabe, ich folge da meiner Urgroßmutter, meiner Großmutter und meinem Vater wenn der Rat es für richtig hält, mich zu berufen. Aber ich mag nicht, jetzt schon als Prinzessin umsorgt und gehätschelt werden. Es wird wohl meine Aufgabe werden und ich bereite mich darauf vor, aber erst wenn ich vom Rat dazu bestimmt wurde, bin ich die Stammesführerin. Jetzt bin ich nur die Tochter des derzeitigen Stammesführers und ansonsten eine normale Dracci, mehr nicht." -

„Im Moment siehst Du nicht gerade wie eine normale Dracci aus, so mit meinem glänzendem Panzer überzogen..." -

„Herr, bitte verspotte mich nicht..." -

Grinsend schüttele ich den Kopf.

„Lassen wir das und warten wir ab, wie Du in der Kleidung von Padmini aussehen wirst. - Übrigens, wen muss ich beißen, damit ich noch einen Kaffee bekomme?"

Jaya zuckt erschreckt zusammen und greift sich schnell den leeren Becher, der vor ihr auf den Polstern steht. Padmini, die ihr schon länger vorsichtig Zeichen gemacht hatte, füllt den Becher wieder auf und das Spiel mit dem Becher, den Jaya mir hinhält, geht in die nächste Runde.

Wir unterhalten uns noch über die Planung des Tages, vielmehr regelt Tascha das mit Jaya. Der Kaffee ist bald ausgetrunken und Jaya bittet mich, sich jetzt mit Padmini zurückziehen zu dürfen um die leichte Kleidung von Padmini anzuprobieren und sich dann um die Verteilung der Aufgaben zu kümmern. Schließlich sind jetzt sechs weitere Draccier, die ihren festen Wohnsitz hier haben werden, zu organisieren und zu versorgen, dazu die beiden, die als Gäste hier sind. Das braucht dann doch ein wenig mehr an Versorgungsgüter, als bisher. Auch wenn wir Drachen mehr Nahrung benötigen, so leben auch die Draccier nicht von Luft.

„Sage bitte Ranjid, dass ich ihn gerne noch einmal sprechen möchte, ehe er uns verlässt." gebe ich Jaya mit auf den Weg.

Ranjid, der Drakarin, der mich hier in Empfang genommen hatte, wird uns morgen früh verlassen, er hat in den letzten Tagen Kontakt mit den Drakarin hier in der Gegend aufgenommen und möchte mit ihnen etwas hier im und am Himalayabogen aufbauen.

Da von den sechs Neuankömmlingen, fünf Flieger sind, können wir den Verlust von Ranjid bei unserer Versorgung aber ausgleichen. Zudem hat Tascha angedeutet, dass die Menschen aus den nächstgelegenen Siedlungen bereit sind, uns direkt hier zu versorgen. Sie wollen als Zwischenhändler tätig werden und uns die benötigten Dinge anliefern.

Tyria sieht mich mit einem undefinierbaren Ausdruck an.

„Verzeih, mein Gebieter. Ich möchte mich noch ein wenig im Bad entspannen. Rufe mich, wenn Du mich brauchst." -

„Ja, natürlich meine Wolke. Sage mir bitte, wenn du etwas benötigst, eine Hand zum Festhalten oder was auch immer."

Lächelnd züngelt sie mir kurz über die Nüstern und zieht sich dann zurück.

Ich bin mit Tascha alleine, sie sieht mich fragend an.

„Was ist mit Tyria? Und warum die Wunde? - Wenn ich Dich danach fragen darf..." -

„Sie hatte heute ein reifes Ei und bat mich um Erlaubnis, es nicht zu befruchten und es abzustoßen. Offensichtlich geht das auch bei einer Drachin nicht ganz spurlos vorüber..." -

„Oh, ich verstehe. Das hatte ich noch gar nicht bemerkt, nur eine leichte Veränderung seit gestern Abend - das war dann wohl das Ei...

Magst Du mir sagen, warum sie es nicht befruchtet hat? Ihr habt doch heute morgen ..." -

„Tyria möchte mir noch ein wenig Zeit lassen, mich hier einzuleben, mich als Drache zu erleben. Vergiss bitte nicht, dass ich erst wenige Tage hier und ein Drache bin - und das irgendwie nicht ganz freiwillig, auch wenn ich vor langer Zeit mal ein Drache war. Sie befürchtet, dass ich es nicht ertragen könnte, wenn ich erkenne, dass mein Kind ein Drachennestling ist und nichts menschliches an ihm ist." -

Tascha sieht plötzlich besorgt aus.

„Oh, ich verstehe... - und ..." -

Mir ist klar, was sie wissen möchte.

„Ja, ich kann nicht ganz ausschließen, dass sie mit ihrer Befürchtung recht hat. Auch wenn mir klar ist, dass ein Nestling aus einem Drachenei nur ein Drache sein kann, fehlt mir irgendwie doch die Vorstellungskraft. Aber ich bin mir schon sicher, dass ich es verstehe und den Nestling annehmen werde, wenn er erstmal da ist. - Oder sie." füge ich grinsend an.

Ein flüchtiges Grinsen huscht über ihr Gesicht, dann wird sie wieder ernst. Sie kommt zu mir, setzt sich auf meinen Schoß, legt mir ihre Rechte auf die Brust und blickt mir in die Augen.

„Es ist nur... Eldingar, geliebter Großer... auch ich habe ein reifes Ei - Du hast es sicher schon gerochen... Und ich habe mich schon so darauf gefreut, Dir ein Kind schenken zu dürfen, den Sinn meines Daseins mit Dir zu erfüllen." -

„Warum sprichst Du so... als ob das alles nicht möglich wäre." -

„Aber - ich kann Dir doch unmöglich ein Kind schenken, wenn Tyria, Deine Partnerin, Dich gerade darum gebeten hat, noch keines zu bekommen." -

„Du bist doch auch meine Partnerin." -

„Verzeih, aber das ist menschliches Denken. Ich bin nur eine Kleine, die Nebenpartnerin, von Deiner Lebenspartnerin gelitten. Es steht mir nicht zu, mich gegen Tyria zu wenden." -

Ich streiche durch ihre Mähne.

„Ach Tascha. Du hast so oft menschliche Denkweisen, aber dann bist Du wieder so sehr Drachin... - Tyria hat doch klar gesagt, dass sie Dich auch deswegen akzeptiert, weil wir beide früher Kinder haben werden, als ich mit ihr haben werde, weil sie sich noch nicht dazu bereit fühlt." -

„Das war vor ihrer Fruchtbarkeit... - es fällt ihr offenbar auch nicht so leicht, das Ei abzustoßen. Normalerweise reagieren die Großen da nicht so emotional, wie sie jetzt. - Zumindest soweit ich das weiß." -

„Aber sie ist immer noch eine Drachin, das hat sie mir vorhin erst gezeigt." -

„Du meinst den Schnitt am Hals..." sinniert Tascha. -

„Ja, auch das. - Sie wird sich kaum anders entscheiden, da bin ich mir sicher. Sonst müsste sie eine weitere Narbe in Kauf nehmen, da sie ein weiteres Versprechen mir gegenüber nicht einhält... Nein, frage sie, spreche mit ihr. Sie wird Dir die Entscheidung darüber sicher überlassen. Sie hat für sich eine Entscheidung getroffen, nicht für mich oder für Dich." -

Tascha streicht leicht mit ihren Fingern über meine Schuppen und lässt ihren Blick über meine Schuppen gleiten, während sie irgendetwas überlegt. Ich lege meine rechte Hand auf ihre Rechte, die immer noch über meinem Herzen liegt.

Plötzlich stockt sie, ihr Kopf ruckt hoch und sie sieht mir mit einem freudig überraschtem Ausdruck in meine Augen.

„Habe ich Dich richtig verstanden...? Du möchtest jetzt ein Kind... - von mir...?"

Unterbewusst registriere ich, dass Tascha wesentlich öfter von 'Kind' als von 'Nestling' spricht, wohl ein Bezug auf ihre Jugend bei den Dracciern und Menschen. -

„Ja. Natürlich verstehe ich als Drache und auch als Mensch die Gründe, die Tyria dazu bewogen haben. Aber sowohl als Mensch, wie auch als Drache wünsche ich mir ein Kind mit meiner Partnerin. Als Drache kann ich noch darauf warten bis Tyria bereit dazu ist - als Mensch möchte ich nicht länger warten. Schon, weil ich noch mit meinen menschlichen Gedanken und Gefühlen ein Kind haben möchte, ehe mich das Denken des Drachen überwältigt." -

„Auch mit mir werden es Drachen sein..." erinnert Tascha lächelnd. -

„Und nichts anderes sollen sie auch sein. - Mir geht es einfach darum, noch ein Kind so erleben zu dürfen, wie ich es als Mensch erlebt hätte. Dazu mit Dir, meiner ersten Liebe hier..." -

Sie sieht mich fragend an.

„Aber Du hast Dich doch zuerst mit Tyria gepaart..." -

So ganz scheint sie das mit der Liebe wohl doch nicht zu verstehen.

„Ja, das stimmt. Und auch Tyria liebe ich. - Aber erinnere Dich an die Gefühle, die wir füreinander hatten, bevor Tyria hierher kam."

Tascha nickt langsam.

„Ja, ich habe mir wohl schon von dem Moment an, nachdem Du mir verziehen und mich bei Dir aufgenommen hast, gewünscht, mich mit Dir zu paaren, bei Dir zu bleiben und gemeinsam mit Dir zu leben. Aber das durfte nicht sein, Du warst ein Großer, ich nur eine Kleine, eine Ronin, eine Ausgestoßene. Trotzdem brannte dieses Feuer in meiner Seele..." -

„Nun, ich habe mich bemüht, Dir zu zeigen, dass es mir egal war und ist, woher Du stammst und was Du bist. - Ich liebe Fjörgyn und Sálleiðtogi - als meine Mutter und meine Schwester. Aber Dich habe ich schon gemocht, als Du noch Dein Schwert nach meinem Hals geschwungen hast. Und ich habe Dich von dem Moment an geliebt, als ich dir die Rüstung abgenommen hatte und Deine Wunden versorgte - was mir ohne die Hilfe von Ranjid nicht so wirklich gelungen wäre, mir waren die Besonderheiten der Anatomie zu wenig bekannt. - Deine Schuppen unter meinen Fingern zu spüren, die weichen Ballen Deiner Füße, Deine Haare, die Formen Deines Körpers unter der leichten Tunika zu betrachten..." -

„Du hättest mich nehmen können... es wäre die Art von Euch Großen gewesen und für mich völlig normal. Ich war eigentlich ein wenig verwundert, dass Du mich nicht angerührt hattest. Besonders als ich Dein Begehren wahrnehmen konnte..." -

„Ich hatte diesen Wunsch. Aber ich achte Deine Persönlichkeit, wie die aller anderen. Dich einfach zu nehmen, ist gegen meine Überzeugungen - auch die des Alten, Ursprünglichen Drachen, der tief in mir steckt. Es wäre für mich ein Verbrechen gewesen, Dich ohne Dein Einverständnis zu nehmen. Obwohl und weil ich Dich da schon geliebt habe." -

Tascha sieht mich merkwürdig an, streichelt dann mit ihrer Linken über meine Wangendornen, die Rechte halte ich immer noch über meinem Herzen fest.

„Ich habe es von Anfang an gespürt, es aber nicht glauben wollen. Ein Großer kann einfach keine Kleine lieben. Zudem zeigt ihr Großen immer so wenig von Eurem Gefühlsleben... Auch das ein Grund, warum ich mich Dir nicht hingeben wollte, ich konnte einfach nicht glauben, dass Du mich wirklich liebst. - Erst vor zwei Tagen habe ich es begriffen und geglaubt - als Tyria mich darin bestärkte. Sie hat sofort erkannt, dass Liebe zwischen uns beiden ist. Liebe, die ich nicht zugeben wollte und Du darum Deine im Zaum gehalten hast." -

Das würde bedeuten, dass Tyria mir nur recht gekommen ist. Ich wollte ein Weibchen, dass sich mir aber verweigerte und traf auf eines, dass mich wollte - also habe ich zugeschlagen...

„Ich mag das nicht so einfach sehen wollen..." versuche ich zu widersprechen. -

Tascha züngelt mir lächelnd über die Nüstern.

„So einfach ist es ja auch nicht mehr... Tyria liebt Dich jetzt ja auch und möchte mit Dir zusammen sein. Sonst wäre sie schon längst wieder unterwegs und würde in ein paar Mondläufen vielleicht mal wieder vorbei kommen um sich mit Dir zu paaren. Und ich spüre auch deutlich Deine Liebe zu ihr, die inzwischen stärker ist, als Deine Liebe zu mir." -

„Tascha...!"

Aber hat sie nicht doch recht? Ich liebe meine Große Drachin, meine Magmadrachin, meine schwarze Todeswolke mit jeder Faser meines Körpers. - Und ich liebe meine kleine Kriegerin, meine kratzbürstige Drakari, die sich ihre Partnerschaft mit mir dann am Ende erschlichen hat - wenn auch mit Einverständnis und auf Drängen von Tyria. Aber kann ich Tascha wirklich so lieben, wie Tyria? Andererseits - warum nicht? Sie war meine erste große Liebe hier, auch wenn sie sich verweigerte. Und ich habe kein Menschenweibchen je so geliebt, wie dieses Drachenweibchen.

„Tascha. Du bist meine erste wirkliche Liebe in meinem Leben. Als erster Drache hatte ich nur zwei oder drei Paarungen, aber keine Liebe. Als Mensch habe ich sicher oft geliebt - aber in diesem letzten Leben als Mensch, das mich wieder zum Leben eines Drachen führte und das einzige, an das ich mich wirklich erinnere, habe ich vor Dir noch kein Weibchen, Mensch oder Drache, so geliebt wie Dich. Du wirst noch in hunderten tausenden Jahren in meinem Herzen sein und mich leiten. Ich möchte mit Dir mein erstes Kind in diesem Leben haben." -

Sie sieht mich lächelnd an, wird aber schnell ernst.

„In hunderten tausenden Jahren willst Du Dich noch an mich erinnern...? - Glaubst Du nicht, dass Du dann so viele Weibchen geliebt hast, dass diese nervige Kleine schon lange vergessen ist?" -

„Wie sollte ich meine erste richtige Liebe als Drache je vergessen können. Dein Name wird sicher das letzte sein, dass ich in das sterbende Universum hinausrufe, ehe ich selber vergehe." -

„Ich verstehe zwar nicht, was Du sagst, aber es klingt gut. Nur wirst Du irgendwann unseren Kindern erklären müssen, warum Du sie überlebst..." Sie kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, wird aber schnell wieder ernst.

„Ich werde dann aber ohnehin schon lange Bestandteil des Lebensstromes sein. - Sieh mich doch nicht so traurig an. Das ist der Weg des Lebens und wir Drakarin leben nun mal nicht so lange wie ihr Großen. Aber darüber haben wir doch schon gesprochen... -

Und wenn ich jetzt überlege, dass ich vor wenigen Tagen noch daran dachte, freiwillig in den Lebensstrom einzugehen, weil ich in meinem Leben keinen Sinn mehr gesehen hatte... - jetzt freue ich mich auf die tausendfünfhundert Sommer mit Dir." -

„Ein Drache, der mit dreißig Sommern bereits keinen Sinn in seinem Leben mehr sieht...?" frage ich überrascht. Davon hat sie mir bisher nichts angedeutet, nur dass ihr Leben schwer war. -

„Für einen Großen schwer zu verstehen, nicht?" -

„Auch für einen Menschen..." -

Sie sieht mich mit einem leicht überraschtem Ausdruck an.

„Selbst für einen Menschen... - naja, ihr - die leben ja auch nur sehr kurz. - Ich mag jetzt nicht alles erzählen, aber wenn Du von den Menschen gefürchtet und abgelehnt wirst, von den Großen ohnehin nicht anerkannt und von Deinem eigenen Volk wegen Deinem Umgang abgelehnt und vertrieben wirst - und nur die Draccier Dir halbwegs freundlich gegenüber stehen, Dir aber auch nicht helfen können, weil sie selber nichts haben... - Nun, ich war bis unter die Schuppen nass, ich habe schrecklich gefroren, fand keine Siedlung der Menschen oder Draccier für einen Unterschlupf, die Drakarin ließen mich nicht in ihre Höhlen um wenigstens eine trockene Nacht zu verbringen und die freien Höhlen waren im Besitz des Großen, der seit kurzem hier sein Revier bezogen hat. Einer dieser schrecklichen Blitzdrachen... Da traute ich mich nicht rein... Ja, dann kommt man schon auf solche Gedanken. Genau genommen wollte ich aber in den Süden, da regnet es zwar auch, aber der Regen ist wenigstens warm."

Ihr diebisches Grinsen blitzt wieder auf. -

„Und dann hast Du gedacht, 'Überfall doch mal den komischen blauen Draccier oder was auch immer, vielleicht hat der ein paar Silberlinge in der Tasche'" antworte ich auch grinsend. -

„Nein, ich habe wirklich gedacht, Du bist einer der Bande, die wir später dann erwischt haben. Aber das mit den Silberlingen stimmt schon irgendwie... Einer von ihnen hätte mir schon etwas Geld eingebracht. - Nun ja, ich habe mich geirrt und wachte dann mit einigen Wunden und einem unangenehmen Gefühl durch Deinen Blitz hier bei Dir auf. Aber es war warm, ich hatte eine trockene Tunika an, sogar der Schurz war inzwischen fast trocken. Zum ersten Mal seit Tagen habe ich nicht mehr gefroren und lag auf einem bequemen Lager. Hättest Du da neben mir gelegen und mich nur fragend angesehen, hätte ich mich mit Dir sofort gepaart, so dankbar war ich in dem Moment." -

„Naja, Du hast mir etwas später Dein Schwert in den Bauch gerammt, ist ja praktisch dasselbe..." -

Tascha kichert leise.

„Verzeih mir bitte. Aber ich hatte inzwischen etwas Zeit zum Überlegen, was wohl passiert war und bin wieder auf diese Draccierbande gekommen, zu denen ich Dich immer noch zählte. Dass ein Großer sich um mich kümmern würde, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Erst nachdem Du nochmal einen Blitz eingesetzt hast, begriff ich, dass Du kein Draccier bist - und konnte dann auch endlich Deinen Geruch aufnehmen. Das war schon ein Schreck, in der Höhle eines Großen zu sein, von ihm dabei erwischt worden zu sein - ich wollte zuerst nicht verstehen, dass Du mich ja hergebracht hattest, solche Angst hatte ich." -

„Ja, es war richtig schwierig, Dich zur Vernunft zu bringen." -

„Du hast es ja geschafft. Irgendwann habe ich begriffen, dass Du mir nichts tun wolltest, im Gegenteil, ich konnte Dein Interesse an mir durchaus wahrnehmen. - Was mich wieder erschreckte. Andererseits war ich schon stolz darauf, dass Du mich in Deinen Dienst nehmen wolltest. Endlich ein warmes Nest haben, in das ich immer zurückkehren kann. Das war so verlockend, dass ich beinahe wieder..." -

„Oh, das ist mir gar nicht so bewusst geworden..." -

„Ich kann mich eben gut verstellen..." grinst sie.

„Aber genau genommen war ich froh darüber, dass Du Dich anders verhalten hast, als ich befürchtet habe. Obwohl ich Dein Interesse bemerkt habe, hast Du Dich so anders verhalten, als ich es von einem Großen erwartet hatte. Kein '...gib Dich mir hin, wenn Du noch ein paar Tage leben willst...' - Und dann verstand ich, dass Du mich wirklich in Ruhe lassen würdest, auch wenn ich immer wieder Deine Lust bemerkte. Mehr als einmal hätte ich fast nachgegeben, nur Deine Zurückhaltung hat mich Standhaft bleiben lassen." -

„Was hat Dich dann so plötzlich bewogen, Dich doch mit mir zu paaren - Tyrias Zustimmung?" -

„Tyria hat mein heimliches Verlangen nach Dir erkannt und meine mühsam aufgebaute Schutzmauer in einem Gespräch gnadenlos eingerissen. Sie wusste, dass wir uns gegenseitig begehren, ich mich nur mühsam dagegen wehrte, weil ich nicht das Liebchen eines Großen sein wollte und es mir doch herbeisehnte - und Du einfach zu edel dachtest um Dir einfach zu nehmen, was ich Dir nur zu gerne hätte geben wollen, wenn ich mich getraut hätte.

Naja, und dann kam Tyria und nahm Dich mir weg. Ich redete mir zwar ein, dass ich damit von Dir frei kommen würde, schon weil Du mich nicht mehr so sehr begehren würdest, aber Tyria hat schnell erkannt, dass Du Dich in mich verliebt hattest bevor Sie Dich getroffen und auch für sich erobert hatte." -

Während ihrer Worte ist Tyria wieder in die Wohnung gekommen und betritt jetzt den Raum.

„Ob mir das gelungen wäre, wenn Du nicht so unsicher über Deine Rolle bei Eldingar gewesen wärst...?"

Sie legt sich neben uns auf die Polster und streichelt sanft über Taschas Arm. Ich bemerke, dass sie ihre Ruhe und Fassung wieder zurückgewonnen hat. Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht.

„Hätte jemand mir vorher gesagt, dass ich mit einer Kleinen um die Liebe von Eldingar konkurrieren musste - er wäre in einem Lavaloch versunken. Aber ich habe sehr schnell verstanden, dass Eldingar anders ist, anders reagiert, als wir Drachen. Und ich habe auch verstanden, dass Natascha gar nicht im Sinn hatte, gegen mich zu konkurrieren. Aber mir war auch klar, dass ich nicht versuchen durfte, Euch zu trennen, Natascha zu vertreiben. Dann hätte wohl eher ich gehen müssen."

Ich schnaube kurz um meine Zweifel anzumelden, aber sie schüttelt nur den Kopf.

„Doch, es ist so. Ich weiß, dass Du mich liebst - wirklich liebst. Das spüre ich, und das rieche ich - auch jetzt kann ich es wahrnehmen. Deine Liebe zu Natascha hat einen etwas anderen Duft, als Deine Liebe zu mir. Und ich kann gerade wahrnehmen, dass 'mein' Duft in diesem Moment kräftiger wird, ohne das der Duft für Natascha nachlässt.

Mache Dir da nichts vor, Du bist da eindeutig ein Drache, was das angeht. Ihr Männchen nehmt euch gerne mehrere Weibchen gleichzeitig zur Partnerin, weil wir eben lieber unsere Unabhängigkeit bewahren und ein so enges Zusammenleben sonst nur kurze Zeit mögen - ihr dagegen habt gerne ein Weibchen um euch - und das nicht mal um euch zu paaren, nein, einfach so. Und Deine menschlichen Gefühle verstärken das nur." -

Ich lege fragend meinen Kopf schief. Tyria sieht mich an, überlegt kurz, ehe sie antwortet.

„Ach ja, Du sagtest ja, dass ihr Alten immer nur kurze Beziehungen zu euren Weibchen hattet. - So ein wenig steckt dieser Drang eurer Weibchen nach einem eigenen Leben und Revier immer noch in uns, wenn auch nicht mehr so radikal wie es bei euch wohl war. - Wir Weibchen gehen zwar eine Partnerschaft mit einem Männchen ein, bleiben dabei aber gerne frei und selbständig. Mal ein paar Tage, vielleicht einen Mondlauf lang in der Nähe des Männchen sein, sich öfters in dieser Zeit mit ihm paaren - dann aber auch gerne wieder zurück in unser eigenes Reich und unser eigenes Leben leben, dabei aber die Gewissheit, einen festen Partner zu haben, zu dem wir jederzeit kommen dürfen. -

Ihr Männchen dagegen würdet uns am liebsten in eurer Höhle einsperren um immer in unserer Nähe sein zu können. Wie gesagt, nicht mal so sehr, um euch mit uns zu paaren, ihr liebt es einfach, unsere Nähe zu spüren, uns zu riechen, zu fühlen, zu sehen und zu lieben - eine der wenigen Emotionen, die ihr euch erlaubt." -

„Ich verstehe es dann so, dass wir Männchen uns dann einfach mehrere Weibchen halten, damit wir leichter mit einem zusammen sein können? - Sind wir Drachenmännchen untreue Gesellen?" -

Tyria sieht mich auf eine Art an, der ich entnehme, dass sie gerade versucht zu verstehen, was ich meine.

„Oh, Du meinst, ob die Männchen sich nach Bedarf ein Weibchen suchen und die Partnerschaft nur als Begriff sehen, nicht als Verbindung zweier Seelen..." - Ich nicke leicht. -

„Nein, im Gegenteil. Ein Männchen ist der Partnerin, die ihn gewählt hat, ein Leben lang treu. Selbst wenn Paare sich nach einigen tausend Sommern dann doch trennen, leidet das Männchen da stärker drunter und bleibt seiner ehemaligen Partnerin immer besonders verbunden. Aber ein Männchen kann zwei oder drei Partnerinnen gleichberechtigt lieben. Nicht alle machen das, viele kultivieren dann in den langen Pausen die Einsamkeit, erhöhen diese zur einzig wahren Lebensweise eines Drachen, aber ich glaube, sie leiden in Wahrheit unter dieser Einsamkeit. Einige bevorzugen es daher, sich weitere Weibchen zu suchen um öfter mit einer Partnerin zusammen zu sein und manchmal finden sie auch die richtigen Partnerinnen dafür."

Ich lasse ein leises, verstehendes Knurren hören. Und ich ahne, warum die Männchen oft aggressiver sind und eher bereit, dieses Leben aufzugeben, als die Weibchen...

„Ihr seid nicht so fest mit eurem Partner verbunden?" will ich wissen. -

„Nicht so fest und dauerhaft, wie ihr Männchen. Natürlich bevorzugen wir es, einen festen Partner zu haben und haben auch immer nur einen Partner gleichzeitig. Auch uns bedeutet eine Partnerschaft sehr viel und wir sind dabei recht eigensüchtig. Aber wir sind auch eher bereit, eine Partnerschaft auch wieder zu lösen." -

„Und ein anderes Weibchen, eine weitere Partnerin?" -

„Bekämpfen wir mit Zähnen und Krallen."

Ich werfe einen Blick zu Tascha, die gerade etwas unbehaglich die Schultern hochzieht.

Tyria grinst.

„Keine Sorge. Natascha braucht mich nicht zu fürchten. Nach unseren Regeln bin ich übrigens in ihre Partnerschaft eingebrochen, sie hatte sich längst für Dich entschieden und Du warst zu einer Partnerschaft bereit. Verzeih, Fjörgyn hat es mir gesagt, als ich sie nach Natascha fragte. - Ja, ich war mir anfangs unsicher, was ich machen sollte. Meine Erziehung und meine Art verlangte, dass ich sie bekämpfe und vertreibe. Meine Instinkte erkannten, dass ich dann aber auch Dich wieder verlieren würde, also entschied die Logik, mich mit Natascha zu arrangieren. Mein Ego konnte damit leben, weil eine Kleine ja ohnehin nicht mit mir konkurrieren kann. Und meine Seele weiß jetzt, dass wir uns in Deiner Seele ergänzen. Natascha versteht und begleitet Deine menschliche Seele in Deinem Drachenkörper, die ich zwar auch liebe und mit der ich gerne zusammen bin, die ich aber nicht so begleiten und leiten kann, wie sie es können wird. Und sie wird sehr viel enger bei Dir sein, mit Dir zusammen sein, als ich es sein werde. Ich spüre schon tief in mir den Drang, mich zurück zu ziehen - aber ich möchte doch zukünftig wesentlich enger mit Dir leben, als mit meinen bisherigen Partnern. So langsam werde ich wohl ruhiger und besonnener in meiner Art...

Tascha dagegen wird sicher die nächsten paar hundert Sommer immer in Deiner Nähe bleiben, soweit ich die Drakarin kenne." -

Tascha nickt.

„Wir Drakarin leben während unserer Partnerschaft fast so zusammen, wie die Menschen oder die Draccier es machen. Längere Trennungszeiten gibt es da eigentlich nicht." -

„Also wird Tascha Dich über die ersten paar hundert Sommer eng begleiten und Deine Seele auf das Leben als Drache mit vorbereiten. Gleichzeitig wird unsere Partnerschaft sich festigen und auf die für uns typische Art stabilisieren. Ich denke, wenn Nataschas Weg dann Deinen verlassen muss, bist Du eher bereit für die ruhige Partnerschaft zweier liebender Drachen. Heute bist Du noch zu sehr Mensch, trotz der Überfälle des Drachen in Deinem Bewusstsein. Und für den Menschen hast Du für einige Sommer ja Jaya als Partnerin. Nutze es, bald wirst Du erkennen, dass Drachen zwar intensiv lieben, aber anders lieben, als Menschen - das habe ich in meinem Leben erkannt, denn ich erkenne zwar, dass Menschen sich lieben, aber ich verstehe ihre Art nicht so recht. Wie ich schon sagte, ich möchte zwar gerne öfter mit Dir zusammen sein, aber ich spüre bereits wieder den Drang, für einige Zeit allein zu sein." -

Ich lege meine Hand auf ihren Arm.

„War das mit ein Grund...?" -

Sie versteht meine Frage.

„Ja, ich brauche da einfach noch etwas Zeit, weil ich unseren Nestling nicht alleine aufziehen möchte, auch wenn das für uns eigentlich recht normal ist. Aber ich denke, ich werde schon recht bald bereit dazu sein." -

Was auch immer 'bald' für eine Drachin bedeuten mag...

„Was bringt Dich dazu? Immerhin hast Du bis jetzt mit keinem anderen Partner Nachwuchs gehabt." -

„Du bist so... so interessant..." -

Aha, ich bin also interessant, darum möchte sie Kinder mit mir... muss ich das verstehen?

„Du bist also mit mir zusammen, weil ich so ein merkwürdiges Wesen bin, die Seele eines Menschen - zudem noch aus einer fremden Welt - im Körper eines Drachen. Muss interessant sein, zu sehen, wie unbeholfen sich dieses eigenartige Wesen hier bewegt. Mühsam versucht einen Körper zu steuern, der nicht seiner ist..." -

Tyria lächelt.

„Ja, es ist schon manchmal erheiternd, zu sehen, wie Du..." sie stockt, wird ernst und ihre Pupillen verengen sich in leichtem Zorn.

„Du bist so typisch menschlich hinterhältig... und gemein."

Mit einem wütendem Fauchen dreht sie ihren Kopf weg.

Tascha, sie sitzt ja immer noch auf meinem Schoß, dreht meinen Kopf zu sich und sieht mir besorgt in die Augen. Deutlich steht in ihren Augen die Bitte, es nicht zu einem Streit kommen zu lassen. Aber das habe ich auch gar nicht vor. Ich möchte mir nur klar darüber sein, was Tyria eigentlich in mir sieht. Ein merkwürdiges Mischwesen, das eine zeitlang interessant und lustig ist - und zudem spannende neue Sexpraktiken einsetzt - oder einen Drachen, der zwar anders denkt, aber dessen Ziele sie mitgehen kann und der ein vollwertiger Partner für sein wird. Ich nicke Tascha beruhigend zu, im nächsten Moment dreht sich Tyria wieder zu mir um und atmet tief durch.

„Aber ich verstehe Dich auch. Ich würde mir sicher die gleiche Frage stellen, wenn ich als Drache in einem menschlichen Körper in Deiner Welt wäre. -

Ja, es ist wirklich manchmal erheiternd, wie Du Dich, wenn Du entspannt unter Freunden bist, immer wieder mal umständlich bemühst, wie ein Drache zu wirken. Aber wenn es darauf ankommt, verhältst Du Dich sehr klar und konzentriert, dann wird keiner daran zweifeln, dass Du ein Drache bist, auch wenn Dein Handeln oft anders und manchmal für einen Drachen ungewohnt ist.

Ja, es ist interessant, mit Dir zusammen zu sein, Dein Leben zu teilen, die Eigenarten des Menschen so direkt zu erleben. Aber ich möchte mit Dir gemeinsam einen bedeutenden Teil unseres Weges in dieser Welt gehen - mit Eldingar, dem Drachen, oder auch mit Þórr. Ich habe mich für Dich als Partner entschieden, bevor ich genau wusste, wie sehr Deine Seele noch ein Mensch ist. Denn Du als Drache bist für mich attraktiv als Partner, als das Männchen, von dem ich Kinder haben möchte - aber nicht als Mensch, auch wenn ich den Menschen in Dir ebenfalls liebe und mit ihm zusammen sein möchte, aber das ist dann eine rein seelische Partnerschaft."

Sie hat ihre Hand auf mein Knie gelegt, ich lege jetzt meine Hand auf ihre.

„Verzeih meine Wolke, ich war wirklich etwas hinterhältig und gemein. Aber mir ist das Denken der Drachen noch lange nicht geläufig. Ich hätte wohl einfach direkt fragen sollen." -

„Aber dann hätte ich Dir vermutlich nicht verraten, dass Du manchmal erheiternd auf einen Drachen wirkst. - Wie denkst du über unsere Partnerschaft? Bin ich für Deine menschliche Seele eine ernsthafte Partnerin oder nur ein spannendes Abenteuer?" -

Es ist ihr gutes Recht mich auch zu fragen. Sie möchte mit dem Drachen, den sie in mir erkennt, zusammenleben und eine Partnerschaft eingehen, ja sogar Nachwuchs möchte sie mit mir haben. Mit dem Drachen - der Mensch in ihm ist interessant und eine manchmal lustige Zugabe. Damit kann ich leben.

Tascha sieht in mir ohnehin mehr den Großen Drachen und macht sich über meine menschliche Seele weniger Gedanken, auch wenn diese mich umgänglicher und offen für ihre Art macht. Zudem kennt sie die Menschen ein wenig, sie hat die meiste Zeit ihres Lebens mit und unter ihnen gelebt.

Wie aber sehe ich die beiden? Beide sind Drachen, keine Mischwesen wie ich, auch wenn sie etwas unterschiedlich in ihren Ansichten sind. Tascha ist genauso ein Drache wie Tyria, denkt vermutlich genauso, ist allerdings kompromissbereiter soweit ich das bisher bemerkt habe. Aber ich denke, wenn Tascha erst einmal in Zorn gerät, wird sie kaum anders reagieren als Tyria.

„Ja, es ist auch ein spannendes Abenteuer. Für einen Menschen ist es schon aufregend, so eng mit Drachen zusammenleben zu dürfen, von ihnen anerkannt zu werden. Und mit einem menschlichen Körper wäre das auch ein echtes Abenteuer und nicht ungefährlich. Für den Menschen wären eigentlich Jaya oder Padmini schon fremd und spannend genug, aber echte Drachen?"

Tyrias leicht spöttischer Blick mit dem sie mich mustert, sagt mir, dass ich nicht drum herumreden soll. Ich habe nicht mehr den Körper eines Menschen...

„Ja, richtig. Ich habe den Körper eines Drachen, das ist also kein Argument. Dennoch muss ich mich erst daran gewöhnen.

Als ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Drachen sehen durfte, ihr gegenüber stand - oder saß - und wir uns gegenseitig vorsichtig beobachteten und berührten - da war mir klar, dass ich mit meinem Gefühl, dass ich schon immer in mir trug, recht hatte. Drachen sind keine schrecklichen Monster, die nur darauf aus sind, Menschen zu töten. Und ich begann, mich in die Drachin, die da vor mir stand, zu verlieben. Allerdings auf eine Art, die keine Partnerschaft begründet, zum einen ist Sálleiðtogi noch zu jung, zum anderen konnte ich mir zu der Zeit so etwas noch nicht vorstellen.

Fjörgyn hat dann allerdings erst einmal so gehandelt, wie Menschen es von einem Drachen 'erwarten' - abgesehen davon, dass sie mich nicht gegrillt hat, was ich eigentlich irgendwie erwartet hatte. Erst danach zeigte auch sie ihre sanfte, einfühlsame Seite, die sogar einem Menschen Nachsicht und Liebe entgegenbringen konnte. Und ich erkannte langsam, dass Drachen nicht nur intelligente, denkende Wesen sind, auch sie haben Gefühle, die den menschlichen sehr ähnlich sind. Und ich erkannte, dass mir ihre Seelen nahestehen, dass ich mit ihnen eine Verbindung eingehen kann." -

„Dann schon als Drache." konstatiert Tyria. Ich schüttele den Kopf. -

„Nein, noch in meinen letzten Minuten als Mensch. Noch bevor sich ihre Kralle in mein Herz bohrte. - Danach war ich viel zu verwirrt um an so etwas zu denken. Erst später spürte ich unsere Seelenverwandtschaft wieder, aber da habe ich sie ja bereits als meine Mutter angesehen. Dennoch hat sie den Weg bereitet, dass ich eine Drachin lieben kann. Wirklich lieben, sowohl die Vereinigung unserer Seelen, wie auch die unserer Körper. Ich kann ein Drachenweibchen so lieben, wie ich früher ein Menschenweibchen lieben konnte. Vielleicht sogar noch mehr - für mich wäre jetzt die Liebe zu einem Menschenweibchen eine merkwürdige Sache, ein Abenteuer.

Für mich ist die Liebe, die Partnerschaft und die Paarung mit einer Drachin jetzt normal. Fragt mich bitte nicht, warum - meine Seele ist ja noch menschlich, fühlt sich jedenfalls als solchen, aber es ist so. Ich liebe euch beide - ohne Abenteuer, nichts außergewöhnliches, einfach Liebe, die Verbindung unserer Seelen." -

Tyria setzt sich auf und sieht mir tief in die Augen.

„Bitte, antworte mir so gut Du es vermagst, mit den Gedanken des Menschen. - Kannst Du Dir vorstellen, mit uns beiden bis zu unserem natürlichen Eingang in die Lebenskraft zusammen zu leben und unser Partner zu sein? Das sind bei Natascha immerhin noch anderthalb bis zweitausend Sommer, schon das für einen Menschen sehr viel - bei mir dürften es wohl noch mindestens fünfunddreißigtausend Sommer werden, soweit ich weiß..."

Ein feines Lächeln spielt um ihre Augen. Sie ist sich offenbar schon bewusst, dass für die Menschen, die hier wohl durchschnittlich so um die fünfzig bis sechzig werden, das alles sehr lange Zeiträume sind.

Ich atme tief durch, halte ihrem Blick aber stand.

„Nein, vorstellen kann ich es mir nicht. Die Zeiträume sind einfach zu lang. - Aber ich wünsche es mir, so lange wie es nur geht, mich euch zusammen zu bleiben. - Vielleicht werden wir uns eines Tages so streiten, dass wir uns trennen müssen, aber heute bitte ich euch beide, mich nicht zu verlassen, bei mir zu bleiben, so lange Erce es uns erlaubt."

Ich spüre Taschas Zunge an meiner Wange, sehe im Augenwinkel ihren dankbaren, aber auch etwas besorgten Blick - denkt sie gerade an meine Andeutung ihr gegenüber, praktisch ewig leben zu können, wenn ich es ertrage?

„Mich wirst Du erst los, Großer, wenn mein Weg mich zu Erce führt." verspricht sie mir.

Oder war das als Drohung gemeint? Nein, sicher nicht. -

Tyria reibt ein wenig die Schuppen an meinem Knie.

„Du bist mein fünfter Partner bisher - und zum ersten Mal wünsche ich mir, dass Du auch mein letzter Partner bist. Und mache Dir keine Gedanken wegen dem Ei, wenn wir alle tausend Sommer einen Nestling haben, werden wir unsere Reiche leicht mit dreißig Nachkommen bevölkern können, dazu noch die mit Natascha... dann die Nestlinge von denen allen... das wird eng hier."

Tyria grinst jetzt breit und lässt ihre Zunge leicht über meine andere Wange gleiten. -

„Naja..." winke ich ab. „... die dreißig und mit Tascha nochmal zehn, zwölf - so alle hundert Jahre eines..." sie nickt heftig, „... so viele sind das in der langen Zeit dann gar nicht." -

Tyria zwinkert mir zu.

„Vergiss nicht: sie werden alle auch vierzig oder fünfzigtausend Sommer alt werden. Noch bevor Natascha gehen muss, werdet ihr sicher auf zehn, zwölf Kinder blicken, dazu noch zwei oder drei von mir. Und die haben dann sicher auch schon zwanzig oder dreißig Nachkommen zusammen. Also dürfte Deine Familie hier leicht fünfzig erreichen - ohne die Nachkommen von Fjörgyn weiter zu berücksichtigen. Und wenn wir dann alleine sind... Nun, in zehntausend Sommern hast Du dann noch mindestens acht weitere direkte Nachkommen, und Deine gesamte Familie hier dürfte dann auf 500 Köpfe kommen. Damit alleine würdest Du unsere Art wohl gesund erhalten können, wenn sie sich über die Welt verteilen und sich überall geeignete Partner suchen. - Ja uns ist durchaus bewusst, dass wir mit unserer geringen Nachkommenschaft dabei sind, uns selber das Ende zu bereiten. Wir existieren wohl nur noch, weil wir so langlebig sind und manchmal einer von uns gegen Ende seiner Existenz hier doch noch einen Nachkommen hervorbringt. Aber wir laufen sehenden Auges in das genetische Aus... - Darum sind die Bewahrer der Geschichte für uns so wichtig geworden, nur sie können uns noch Drachen benennen, deren Verwandtschaft noch gering genug ist für gesunden Nachwuchs."

„Ah, es gibt mehrere wie Garrakk?" -

Sie nickt.

„Ja, aber auch nur fünf oder sechs. Garrakk war sicher sehr glücklich über Deine Ankunft hier - ein Drache, der mit keinem anderen hier verwandt ist - außer Fjörgyn, aber sie ist auch nur sehr weitläufig mit einigen wenigen hier genetisch noch verbunden."

Wie kann das sein... ich sehe Tyria fragend an.

„Sie selber weiß es auch nur von dem, was ihr gesagt wurde. Keiner weiß, wie alt sie eigentlich ist, und woher sie stammt. - Ja, der Zeitpunkt ihres Schlupfes ist bekannt, aber ihr Ei hat sehr lange geruht, unter sehr ungewöhnlichen Bedingungen. Möglicherweise ist sie schon vor tausenden von Sommern gezeugt worden und eigentlich älter als jeder andere heute lebende Drache. Nur Deine Seele ist wohl noch sehr viel älter. Keiner der heute lebenden kann ihren Geruch einer Familie sicher zuordnen, nur ein wirklich uralter Drache, der vor etwa tausend Wintern seinen natürlichen Gang in die Kraft gegangen ist, glaubte ihren Familiengeruch zu erkennen, aber die Familie, mit der seine befreundet war, ist schon in seiner Jugend ohne weitere Nachkommen vergangen.

Ich bin mir sicher, dass Erce das gesteuert und für ihre lange Ruhe gesorgt hat." -

„Du meinst, Erce hat sie ausgewählt, damit sie mir ihre Gene gibt und ich wieder ein Drache werden konnte?"

Tyria zuckt mit den Schultern, nickt aber leicht dabei.

„Warum? Jeder hier hätte mir seine Gene geben können, warum diese besondere Wahl? - Und kannst Du meine Familie erkennen?" -

„Sicher hättest Du Deine Gene auch von einem anderen Lebensspender bekommen können, vielleicht auch von Eldflóð oder von mir - immerhin gelten meine Erbanlagen noch als rein. Aber es hatte wohl noch einen besonderen Grund, vielleicht ihre Bereitschaft mehr Nachkommen zu haben. Fjörgyn hatte vor den beiden, die Du kennst, schon einen Nestling, der aber die Wanderschaft nicht überlebt hat. Naja - und Du hast vermutlich doch noch den Drang der Menschen nach vielen Nachkommen, auch wenn Du bisher noch keine hattest. -

Deinen Familiengeruch... nun, ein wenig ist eindeutig Fjörgyn, aber Dein anderer überwiegender Part... da ist ein Geruch, der uralt wirkt, irgendwie einfach, fast primitiv." Sie lächelt kurz. „Verzeih. Ich meine das nicht abwertend. Aber der Geruch wirkt so urtümlich, dass ich nicht weiß, ob da überhaupt ein bestimmter familiärer Geruch vorhanden ist, oder das einfach nur der ursprüngliche Geruch eines Drachen ist. Und dann ist da noch etwas - etwas fremdes, das ich nicht zuordnen kann. Damit meine ich nicht Deinen leichten menschlichen Duft, der an Dir haftet, da ist noch etwas sehr sehr fremdes, das Deinen Familiengeruch beeinflusst. Etwas das nicht von hier stammen kann, nicht aus dieser Welt." -

„Erce?" frage ich. -

„Möglich. Ich weiß nicht, wie Erce riecht, ob die Lebenskraft überhaupt einen Duft hat, die Quellen jedenfalls riechen nicht spezifisch und Dein Geruch ist auch völlig anders. Aber da Erce und ihre Energie bei Deiner Wandlung beteiligt war, ist vielleicht etwas davon geblieben." -

Ich zucke nur mit den Schultern, dazu kann ich nichts sagen.

Neben mir hockt mittlerweile wieder Padmini, in ihrer fast japanisch wirkenden Art, auf den Fersen zu sitzen. Äußerlich wirkt sie zwar ruhig, aber wenn Neugier einen Geruch hat, dann erfüllt sie gerade den Raum mit diesem Geruch... Ich sehe sie an und bemerke den Drang, mich auszufragen kurz in ihren Augen aufblitzen, den sie aber schnell wieder unterdrückt.

„Jaya trägt jetzt meine offizielle Kleidung, ich benötige diese hier ja nicht." erklärt sie kurz. „Es ist ihr zwar eigentlich zu wenig, gegenüber den anderen, aber sie kommt damit zurecht. Wobei ich aber nicht verstehe, warum sie keine Kleidung tragen mag." -

„Ich vermute, dass die Panzerung, die Eldingars Speichel erzeugt, dichter und kompakter ist, als bei uns anderen. Denn dass ich sie nicht mal ankratzen konnte, ist schon beachtlich." versucht Tyria eine Erklärung. „Gleichzeitig wird der Tastsinn durch die Panzerung viel empfindlicher, während die Wärme- und Schmerzempfindung herabgesetzt ist. Frage mich bitte nicht, warum das so ist, aber das ist auch bei meiner Panzerung so. Das spüre ich auch selber, wenn ich mir eine Hand damit behandle. - Reine Neugierde..." Sie grinst mit uns gemeinsam.

„Diese höhere Empfindlichkeit und gleichzeitig das kompakte, dichte Gefühl der Panzerung, wird wohl zu diesem Ergebnis führen. Sie wird sich dran gewöhnen, an die Panzerung und daran, wenig Kleidung zu tragen." -

„Danke Ishwari Rajeshri, das ist ein verständlicher Grund. - Herr, verzeih. Ranjid ist mit mir hierher gekommen und wartet nun darauf, gerufen zu werden." -

„Wenn Du erlaubst, werde ich nach draußen gehen, ich muss doch noch ein wenig Ruhe finden. Ach - verzeih, darf ich fragen, zu welchem Entschluss Natascha gekommen ist?" -

Natascha sieht sie fragend an.

„Entschluss?" -

Ich bemerke Tyrias kurzen Blick auf Taschas Bauch und verstehe.

„Ich konnte sie davon überzeugen, dass sie ihr Ei befruchten wird." -

Tyria lächelt etwas bemüht.

„Ich habe schon befürchtet, doch einen Fehler gemacht zu haben. Nun, wenigstens Natascha hat sich dann richtig entschieden."

Bei allen Göttern, so wie sie es sagte, klingt es furchtbar niedergeschlagen. Dabei sehe ich es überhaupt nicht so.

Ich ziehe Tyria zu mir heran und lege meine Stirn gegen ihre.

„Nein meine Wolke, meine Tyria. Du hast keinen Fehler gemacht. Für uns beide war das die richtige Entscheidung, die Entscheidung zweier Drachen, die noch viel Zeit füreinander haben. So wie es ebenso die richtige Entscheidung mit Tascha ist, schon jetzt ein Kind zu bekommen - hier war meine menschliche Seele mehr mit eingebunden und Tascha lebt ein schnelleres, vielleicht auch gefährlicheres Leben als Du. Verzeih mir meine wechselnden Meinungen, ich verstehe Deine Gründe und werde warten, bis Du bereit bist. Aber ich habe hier bei Tascha erkannt, dass sie sich ein Kind wünscht - und dass auch ich gerne einen Nachkommen haben möchte." -

Tyria fasst mit beiden Händen meinen Kopf und presst ihre Stirn fest gegen meine. Das zweifelnde Flackern in ihren Augen wird zu einem tiefroten Glühen der Liebe.

„Danke Ralf, ich werde Deine Worte in meine Meditation einbeziehen."

Habe ich es gehört - oder waren das ihre Gedanken, die ich wahrgenommen habe... - ich weiß es nicht, aber dieser kurze Moment war intensiv wie bisher noch nicht zwischen uns.

Sie lässt mich los, nimmt ihren Kopf zurück und lächelt Tascha und mir kurz zu. Dann erhebt sie sich und geht in ihrer typischen elegant-stolzen Art davon. Sicher nach oben um sich irgendwo einen Felsen oder eine Grotte zu suchen und dort ihre Gedanken zu ordnen, die Ruhe eines Großen Drachen wiederzufinden.

Tascha züngelt mir leicht über die Nüstern.

„Möchtest Du, dass ich Dich mit Ranjid alleine lasse?" -

Ganz offensichtlich möchte sie gerne in meiner Nähe bleiben, es ist ja auch ihr Tag heute.

„Nein, bleibe. Schließlich werdet ihr in Zukunft ja sicher in Kontakt bleiben - hoffe ich jedenfalls. Und es wird ihn sicher etwas entspannen, ich flöße ihm Furcht ein." -

Sie nickt.

„Er hat mir davon erzählt." -

Neben mir atmet Padmini tief ein.

„Verzeih Herr, es steht mir nicht zu - aber ich spüre eine sehr intensive Verbindung zwischen Dir und Deinen Partnerinnen. Meist geht es von Dir aus, aber gerade eben viel mehr von Ishwari Rajeshri... - dass Große so starke Gefühle haben können... - Oh..."

Sie sieht mich ängstlich an, das war wohl etwas frech, das so zu sagen. Immerhin sieht man in dieser Welt die Großen Drachen als Herrscher über alle und alles, als Fürsten - meine hiesige Anrede besagt ja in etwa „Herr über die Könige". Selbst die meisten von uns Großen sehen das mittlerweile so - immerhin überwiegt aber schon noch das Wissen, als Stellvertreter der wahren Macht hier, Erce - der Lebenskraft dieser Welt, zu dienen.

Mein Ausdruck, mit dem ich sie betrachte, ist wohl etwas zweideutig, denn ich bemerke, dass Tascha bereit ist, sich schützend dazwischen zu werfen. Aber selbst das fremde Denken tief in mir, der Drache, ist eher amüsiert.

„Du erhältst hier tiefe Einsichten in das Leben und Denken der Drachen. Sowohl der Drakarin, wie auch der Großen Hüter dieser Welt. Mir gegenüber öffnen viele ihre wahren Gedanken und ihr Fühlen, selbst in Deiner Anwesenheit. Nutze es weise, dann wird es Dir vielleicht helfen - wenn Du es ausnutzt, werde ich Dich nicht schützen können, selbst wenn ich es wollte."

Sie nickt, bewusst und nachdenklich. - Genug ermahnt, grinsend ergänze ich.

„Und wie Du siehst, sind auch wir 'schrecklichen' großen Drachen Lebewesen wie Tascha und Du. Selbst wenn unser Denken ein anderes ist - wie ich immer mehr feststelle - kommen wir doch meist zu ähnlichen Ergebnissen. Unsere Gefühle sind auch sehr ähnlich, meist nur sehr streng kontrolliert, weil der Zorn eine sehr starke Kraft in uns ist und leicht zu einer wilden Raserei führen kann, die wir hinterher meist bedauern."

Ich werde wieder ernst. Diese Erkenntnis habe ich aus meiner, zwar langsam, aber immer weiter zurückkehrenden, Erinnerung an mein erstes Leben, das Leben als Drache hier, gewonnen. Wobei ich nicht wirklich weiß, ob es Erinnerungen sind, ob sich eine Seele überhaupt erinnern kann, oder es Informationen sind, die ich von Erce als Erinnerung erhalte, aber das ist mir egal.

„Wir Alten lebten unsere Emotionen noch aus. Zusammen mit unseren noch starken Instinkten waren wir damals sehr wild und ungezügelt. Die Weibchen verjagten alle aus ihren Revieren, vorrangig andere Weibchen, aber auch uns Männchen. Nur zu den Paarungszeiten haben sie uns notgedrungen an sich herangelassen, aber so manche Narbe auf beiden Seiten zeugte von der ruppigen Art, in der wir miteinander umgegangen sind.

Wir Männchen untereinander führten unsere Rangkämpfe und die Streitigkeiten um die Reviere zwar meist recht unblutig aus, aber wenn es doch zum Kampf kam, dann stand einer der Kontrahenten nicht mehr auf. - Genug jetzt. Darüber wollte ich jetzt gar nicht reden. Bitte hole Ranjid herein, Padmini."

Ihr Blick zeigt deutliches Bedauern, sie brennt immer noch vor Neugierde, mehr über mich zu erfahren, das ist so deutlich, dass sogar Tascha grinsen muss Aber sie verhält sich korrekt.

„Sofort Isha Rajesh."

Und schon ist sie leichtfüßig und blitzschnell verschwunden. Ranjid wartet wohl drüben irgendwo im Feralbereich.

„Interessant, wie unbefangen sie mit Dir umgeht, wenn ich mir überlege, dass sie Dich erst seit gestern Abend kennt." Tascha hockt sich jetzt neben mich auf ein Kissen, lässt aber die Finger ihrer rechten Hand über meinen Rücken gleiten. Auf meinen Blick lächelt sie.

„Ich mag es einfach, Dich zu spüren, Großer." -

Ich lächele zurück.

„Naja, warum soll sie nicht so mit mir umgehen, sie ist mein Schatten. Und mein vorheriger Schatten war nicht viel anders..." -

„Zugegeben, ich bin frech genug und spürte, dass es Dich nicht sonderlich stört. Aber ich bin auch ein Drache, das macht es etwas einfacher. Vergiss nicht, dass ihr Großen von allen gefürchtet werdet." -

„Warum fürchten uns eigentlich alle? Sind wir so aggressiv gegen alle anderen?" -

Tascha nickt.

„Ja, aggressiv seid ihr. Aber ich habe noch nie gehört, dass einer von Euch einen Menschen oder einen Draccier bei einer normalen Begegnung ernsthaft verletzt oder gar getötet hätte. Bei uns Drakarin ist es etwas anders, weil ihr in uns wohl auch Drachen seht, die ihr eben härter anfasst. Dazu das allgemeine Wissen, dass Drachen gefährlich sind, sie haben ja schon viele getötet, wenn es ihnen notwendig erschien. Und dass man sich nicht gegen sie zur Wehr setzen kann." -

„Es ist also nur Furcht, die alle uns gegenüber empfinden?" -

Tascha schüttelt heftig den Kopf.

„Nein. Wirklich Furcht haben nur die vor euch, die auch Grund dazu haben. Die meisten sind nur vorsichtig höflich, um euch nicht zu verärgern. Alle wissen, dass man mit den meisten von euch gut auskommen kann, wenn man euch nicht zornig macht. Und das hat wohl zu dieser übertriebenen Höflichkeit und Unterwürfigkeit geführt, die alle euch gegenüber zeigen." -

Nachdenklich nicke ich.

„Ja, seit ich tief in mir auch diesen Zorn spüre, ahne ich, warum alle so vorsichtig sind. Denn Eldflóð hatte schon einmal in mir diesen Drachen geweckt, den Drachen, der töten wollte."

Tascha sieht mich mit weiten Pupillen an. Ich grinse etwas schief.

„Ja, ich wollte ihn töten - und hätte er nicht eine Geste der Unterwerfung gemacht, hätte ich es wohl auch. Aber seine Unterwerfung hat mich gebremst und Fjörgyn hat mich dann wieder zurück geholt. - Aber ich spüre jetzt tief in mir eine gesteigerte Bereitschaft, meinem Zorn freien Lauf zu lassen."

Ich spüre, wie Ranjid hinter mir den Atem anhält. Denn Padmini ist mit ihm schon seit einiger Zeit an der offenen Tür. Ich drehe mich um und sehe ihn lächelnd an - und ich spüre dankbar, dass auch meine Schwanzspitze heute meine entspannte und freundschaftliche Stimmung vermittelt. - Endlich kann ich meine Gefühle wie ein Drache mitteilen - aber auch bewusst verheimlichen, was die wenigsten beherrschen.

Jedenfalls beobachtet er meine Schwanzspitze aufmerksam und entspannt sich langsam wieder etwas - auch die Drakarin können das lesen.

„Guten Morgen Ranjid." begrüße ich ihn.

„Keine Sorge, noch ist dieser Zorn in mir nicht so stark wie bei den anderen Großen. Und ich habe auch keinen Grund, auf Dich zornig zu sein. Setz Dich, kann ich Dir etwas anbieten?" -

Ranjid schüttelt heftig, fast schon erschreckt den Kopf.

„Nein! - Verzeih Isha Rajesh. Nein Danke, ich möchte jetzt nichts. Jaya bat mich, Dir mitzuteilen, dass ein merkwürdiger Gast eingetroffen ist, der Dich sprechen möchte." -

„Ein merkwürdiger Gast?" ich lege meinen Kopf schief. Aber immerhin hat er sich jetzt auch dem Du der anderen hier angeschlossen -

„Ja. Ein Löwe mit einem menschlichen Körper. Ich habe so etwas noch nie gesehen, nur Gerüchte und Fabeln über so ein Wesen gehört..." -

Ich grinse.

„Nunja, ich kenne eine Welt, da sind Drachen auch Fabelwesen..."

Ranjid sieht mich etwas verständnislos an, Tascha lächelt und Padmini tut unbeeindruckt, aber ihr Blick brennt wieder vor Neugierde.

„Na, dann schauen wir uns dieses Wesen doch mal an. Macht es Dir etwas aus, wenn wir miteinander sprechen, während wir nach oben gehen?"

Ranjid schüttelt den Kopf, er scheint sogar froh zu sein, hier nicht neben mir sitzen zu müssen.

„Na dann los." entscheide ich und stehe schon, Taschas Hand dabei haltend. Sie erhebt sich ebenfalls in ihrer gewandten Art, die eine trainierte Kriegerin auszeichnet.

Mit lockerem Schritt gehe ich voran, die anderen drei im Schlepptau. Bevor wir in den Gang zum Saal kommen, winke ich Ranjid, der bisher sogar noch hinter Padmini herlief, an meine Seite.

Nach einem intensiven Blick auf meine Schwanzspitze geht er schließlich neben mir, mit klarem Abstand und einen halben Schritt zurück.

Noch bevor ich ihn ansprechen kann, wendet er sich, gerade als wir den Gang betreten, plötzlich zur Seite. Überrascht bleibe ich stehen und sehe, wie er auf eine Verzierung der Seitenwand drückt, worauf sich die Wand ein Stück öffnet.

Auf meinen überrascht fragenden Blick beeilt er sich mit der Erklärung.

„Verzeih, Isha Rajesh. Wir haben Dir bisher nicht alles hier gezeigt..."

Er zieht sicherheitshalber den Kopf etwas ein. - Aber ich sehe noch keinen Grund, böse auf ihn zu sein und ermuntere ihn mit einem Nicken.

„Valarinn hatte sich entschieden, die Wege für die Menschen abzukürzen, da die Wohnstätte und die Höhle oben eigentlich recht nahe beieinander liegen, durften sie sich einen direkten Gang anlegen, in dem sie den Weg schnell zurücklegen können." -

„Jetzt weiß ich, wie ihr immer so schnell hin und her gekommen seid..." meine ich grinsend mit einem Seitenblick auf Padmini. -

„Ich kann doch nicht wissen, was Deine Kastellanin und Deine Schwertmeisterin Dir verheimlichen..." antwortet sie, ebenfalls grinsend. -

Tascha stupst mir in die Seite.

„Du hast ja auch Deine Geheimtüren" erinnert sie mich.

Grinsend gehe ich in den Gang hinter der Tür, die anderen hinter mir. Padmini schließt die Tür wieder hinter uns und ist gleich darauf wieder dicht hinter mir, wahrt aber den angemessenen Abstand zu Tascha.

Der Gang ist nur kurz, wir kommen schnell an eine Wendeltreppe, die den Höhenunterschied zwischen den Höhlen überbrückt. Diese ist breit genug, dass wir unsere Positionen beibehalten können. Ich wende mich wieder an Ranjid, während wir die Treppe hochgehen.

„Du wirst uns also morgen verlassen?" -

Er nickt.

„Ja Isha Rajesh." -

„Du hast Kontakt mit anderen Drakarin?" -

„Ja Isha Rajesh."

Ich sehe ihn mit einer freundlich hochgezogenen Augenbraue an und lege meinen Kopf schief. Jetzt begreift er, dass ich gerne etwas mehr erfahren möchte.

„Ja, ich habe mit einer Gruppe weiter im Westen Kontakt. Ich stamme von dort aus den Bergen und habe noch einige Freunde dort, die gerne mit Dir zusammenarbeiten wollen. Wir wissen, dass Du die Aufgabe hast, alles Leben hier zu schützen und besonders auf die Menschen zu achten. Ihnen Schutz zu gewähren, sie aber auch zu kontrollieren. Wir kennen Geschichten über Welten, in denen die Menschen Dinge machen, die ihre Welt langsam zu Grunde richten. Oder über Magie verfügen, mit der sie alles Leben einschließlich sich selber auslöschen können. Wir glauben, dass es eure Aufgabe hier ist, das zu verhindern und wir wollen Dir dabei helfen, so gut wir können, Isha Rajesh. Es ist klar, dass du die Menschen nicht ganz alleine kontrollieren und auch nicht an jeder Stelle immer helfen kannst. Ich möchte Dir also unsere Hilfe anbieten, als Mittler zwischen den Menschen, die dort siedeln und Dir dort auch Aufgaben abzunehmen."

Ich sehe ihn jetzt erstaunt an - zum einen wegen seiner langen Erklärung, vor allem aber, weil er mir praktisch zuvorkommt.

Er bemerkt meine Verwunderung, interpretiert sie aber nicht ganz richtig. Erschreckt zuckt er zusammen und bleibt stehen.

„Verzeiht Isha Rajesh - ich wollte nicht..." -

Schnell schüttele ich den Kopf und winke ab.

„Nein, ich bin nur verwundert, weil Du mir das anbietest, um das ich Dich eigentlich bitten wollte. Dass ihr mir bei meiner Aufgabe hier helft. Meine Augen und Ohren seid, wo ich nicht sein kann und in meinem Namen Hilfe bringt, wo ich gerade nicht bin und meine Fähigkeiten nicht unbedingt notwendig sind."

Ranjid atmet sichtlich auf.

„Dann bist Du damit einverstanden Isha Rajesh? Wir helfen Dir, haben so eine Aufgabe und bekommen etwas von dem guten Ruf des Sturmzerstörers auch auf uns übertragen?" -

Ich grinse breit.

„Ja, damit bin ich einverstanden. Über den Plan, eine angebotene Entlohnung in angemessenem Rahmen auch anzunehmen, hat Tascha sicher mit Dir schon gesprochen." -

„Darüber haben wir schon gesprochen und ich habe auch einiges dazu beitragen können. Wer im Schutz eines Fürsten lebt, muss Abgaben entrichten. Der Schutz von Drachen ist ungleich mächtiger, warum also soll das nicht auch entlohnt werden. Auch wenn es dann auf freiwilliger Basis geschieht." -

„Na, dann hoffen wir nur, dass mein guter Ruf lange anhält..." -

Jetzt grinst auch Ranjid.

„Ich denke, Du wirst es schon zu regeln wissen, wenn Du einmal nicht als Helfer kommst, sondern als der Tod. Uns ist klar, dass das Wachen über die Menschen und den anderen Völkern nicht immer bedeutet, ihnen zu helfen..." Er ist darüber dann schnell wieder ernst geworden. -

„Ihr wisst, dass ich nicht zwingend auf Entlohnungen angewiesen bin, um die Dienste oder die Waren der Menschen und Draccier entlohnen zu können." erinnere ich ihn, während ich einen bezeichnenden Blick auf die Wände richte.

„Seid also nachsichtig, wenn die Menschen nicht viel geben, oder nur in den Gütern, die sie produzieren, oder mit ihrer Arbeitskraft."

Wir sind inzwischen in einem schmucklosen, leicht ansteigendem Gang, der ebenfalls durch die Kristalle in den Wänden und der Decke sanft beleuchtet ist. Mittlerweile habe ich herausbekommen, dass diese Kristalle bei den Menschen als „Drachenlicht" sehr begehrt sind - allein mit den kleineren Kristallen hier im Gang könnte man bei den Menschen hier unermesslich reich werden. - Und neben den wenigen natürlich vorkommenden Drachenlichtkristallen können wir Blitzdrachen als einzige diese aus Quarz formen und zum dauerhaften Leuchten anregen. Darum auch diese Mengen, die hier alles mit einer sanften Grundbeleuchtung fluten, Valarinn benötigte nur reinen Quarzsand dazu.

Ranjid nickt.

„Ich verstehe. Auch wir Drakarin verstehen den Sinn des Geldes, oder warum einige Mineralien für die Menschen so begehrenswert sind, nicht. - Aber mir ist hier in Deinem Dienst klar geworden, wozu das Geld bei den Menschen dient. Und es war mir auch sehr viel angenehmer, ihnen für ihre Waren diese Metallstücke zu geben, die sie gerne genommen haben, als ihnen das, was Du gewünscht hast, einfach zu nehmen - gegen das Versprechen, sie stehen dafür jetzt im Schutz eines Drachen..." -

„Du zweifelst an dem Schutz eines Drachen?" -

Ein kurzer Blick versichert ihn, dass ich immer noch friedlich bin.

„Nicht so sehr an Deinem Schutz, Isha Rajesh. Aber grundsätzlich... - verzeih. Wir Drakarin..." -

„Ich verstehe."

Ja, gerade die kleinen Drachen haben unter den Launen der großen häufig zu leiden, wie ich erfahren habe. Um so verwunderlicher, dass sie so bereitwillig mit mir zusammenarbeiten wollen.

Die Treppe war nicht allzu lang und hat vielleicht 30 Meter überwunden, den Rest scheint dieser Gang zu überbrücken - aber mein Orientierungssinn hat mir ohnehin nur etwa 50 bis 60 Meter Höhenunterschied und höchstens 200 Meter Abstand zwischen der Eingangshöhle und der Wohnung gemeldet. Nur der Prunksaal liegt nördlich, wo der Berg ausreichend Platz bietet. - Daher auch der lange Weg, wenn man über den Saal geht. Hier ist jetzt der von mir bisher irgendwie vermisste direkte Weg, auch wenn er nur von Menschen, Dracciern und Anthros zu nutzen ist. Als Feral würde ich schon im Eingang steckenbleiben.

„Eine andere Frage: hast Du bereits eine Wohnstätte? Wie ist die Situation mit bewohnbaren Höhlen?" komme ich auf das eigentliche Thema zurück.

Ranjid zieht unbehaglich die Schultern hoch.

„Das ist noch ein Problem Isha Rajesh. Ich wollte Dich bitten, mir zu erlauben, mir eine kleine Höhle zur Wohnung zu nehmen." Er sieht mich wieder etwas unsicher an. -

Kurz überlege ich.

„Natürlich kannst Du Dir dort eine Höhle nehmen. Ich benötige die vielen blockierten Höhlen eigentlich ohnehin nicht. Sorgt dafür, dass Reisende ein Nachtlager finden können und dass ich und meine Familie dort notfalls eine Unterkunft haben. Alle anderen Höhlen könnt ihr für Euch nutzen." -

Ranjid bleibt schlagartig stehen. Ich sehe ihm an, dass er nicht weiß, wie er sich jetzt verhalten soll. Er würde wohl am liebsten vor mir niederknien, weiß aber, dass ich das nicht so gerne habe. - Also bleibt er einfach stehen und antwortet zögernd und fast stotternd.

„Das ist... - Vielen Dank, Isha Rajesh. Das wird vielen von uns helfen." -

„Schon in Ordnung, schließlich helft ihr mir ja auch. - Werden wir uns später auch noch sehen?" -

Er nickt, meine einfache Antwort auf seinen etwas hilflosen Dank hat ihn wieder beruhigt.

„Natürlich, es ist ja nur eine Flugstunde eines Ferals entfernt und zumindest die Anführer werden den Kontakt halten und sicher auch öfter hier sein. - Und ich werde zumindest am Anfang die Gruppe mit anführen."

Wir haben das Ende des Ganges erreicht. Ranjid verschiebt einen Stein - der sich bei genauen Hinsehen als ein gut getarntes Stück Holz entpuppt - und eine Verriegelung löst sich kaum hörbar. Dann drückt er eine Tür auf, auch aus Holz aber außen gut getarnt. Beim Hinausgehen betrachte ich mir kurz die Tür hier, die sehr stabil gebaut ist und einem Angriff wohl eine zeitlang standhalten würde.

Ranjid bemerkt mein Interesse.

„Davon gibt es noch ein paar in diesem Gang und in den Gängen zum Saal sind auch solche Wehrtore, die den Weg absichern. Selbst ohne einen Drachen hier unten würden Menschenheere es nicht leicht haben, Deine Wohnstätte zu erobern. Selbst ein Drache würde etwas Zeit brauchen, alle Tore zu durchbrechen."

Ich nicke nur und folge ihm durch den kurzen, wie eine natürliche Felsspalte wirkenden Gang in die obere Höhle. Genau gegenüber der „Thron"-Apsis kommen wir heraus.

...

Fortsetzung in Kapitel 14 - Ein alter Freund