Wolfsblut - Schlacht

Story by silverstripe on SoFurry

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#1 of Wolfsblut


Achtung!

Die Protagonisten/Handlung/Location sind frei erfunden, jegliche Übereinstimmung mit real existierenden Personen ist reiner Zufall.

Das Copyright liegt bei mir, daher ist es niemandem erlaubt, die Geschichte zu verändern oder unter seinem Namen auszugeben.

Die folgende Geschichte enthält sexuelle Szenen zwischen männlichen Charakteren, wem dies nicht zusagt oder wer zu jung ist, der möge nicht weiterlesen.

Kritik und Kommentare sind immer gern gesehen ;)

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Extra 1: Schlacht

Kapitel 01: Kampf der Elemente

„Xyen, ich bitte Euch hiermit auf freundliche Weise. Lasst uns nach Xornia."

Der Kojote blickte auf den Stein und spielte nervös mit dem Bund seiner Stoffhose. „Warum sollte ich das tun?"

„Das habe ich bereits erklärt. In Hegen herrschen extreme Klimaverhältnisse. Es gibt kaum Nahrung und Wasser für uns. Unsere Rasse wird aussterben, wenn Ihr uns nicht helft."

Xyens Pfote zitterte, während er sie auf dem Edelstein hielt, der in den Farben des Regenbogens schimmerte. Er konnte kaum Blickkontakt zu seinem Gesprächspartner halten. Der Stein in seiner Hand, der sich Xyonit nannte, legte eine beruhigende Aura um Xyen.

„Nun?" Die Stimme des anderen war tief und raumgreifend.

Xyen versuchte sein Fell zu glätten. „Dhalyr, es ist jeder Rasse bestimmt, in ihrer eigenen Welt klar zu kommen. Rassen werden nicht einfach umgesiedelt."

Xyen zwang sich, zu ihm aufzublicken. Ein länglicher und glatt geschliffener Edelstein schwebte vor dem Stein, auf dem Xyen seine Pfote hielt.

Auf dem roten Edelstein lag die kräftige Hand Dhalyrs. Xyen schluckte. Der Anblick schüchterte ihn ein und unbewusst klemmte er den Schweif zwischen die Beine. Dhalyrs Muskeln spielten unter der glatten Haut, die in dunklen Blautönen glänzte. Geschwungene Hörner thronten auf dem Kopf des Mannes und ragten gefährlich spitz in die Höhe. Mit Klauen besetzte Flügel wuchsen aus dem Rücken Dhalyrs. Die dürre Haut der Flügelsegmente war löchrig, zeugten von geschlagenen Schlachten. Ein dünner Schwanz wuchs aus seinem Steißbein, der sich in der Spitze zu einem Pfeil formte.

Xyen senkte den Blick wieder. Ja, dies war das Abbild eines Dämons. Und nicht nur irgendeines Dämons. Dhalyr war der König der Dämonen.

Er als kleiner Yokai dagegen musste schwach und unbeeindruckend aussehen. Der Yokai war eine weiterentwickelte Form der Wildtiere, die sich den aufrechten Gang angewöhnt hatten. Statt als Beutetier und Jäger zu leben, hatten sich die Yokai ein zivilisiertes System aufgebaut, in der es nicht mehr um den Kampf ums Überleben ging. Yokai haben eine einheitliche Sprache und selbst Katz und Maus konnten nun Freundschaft schließen. Das Skelett der Yokai hatte sich der Evolution gebeugt und so veränderten sich ihre Körper. Kein Yokai musste mehr die Vorderpfoten benutzen, um zu rennen. Jedoch würde ein Yokai nie vergessen, wo seine Wurzeln lagen. Ihrem wilden Aussehen zum Trotz würden Yokai jedoch nie so eine beeindruckende Erscheinung abgeben, wie ein ausgewachsener Dämonenkönig.

„Was ist mit den Federwölfen? Ihr habt sie nach Feather umgesiedelt." Dhalyrs Stimme war so tief, dass jedes Wort einen Schauer durch Xyens Fell schickte.

„In Xornia war kein Platz für sie, ebenso wenig wie für Dämonen."

„Wir sterben!"

Xyen bemerkte die kalten grauen Augen des Dämons, die ihn geradezu durchbohrten. „Ich bin nicht für euch verantwortlich", beharrte er.

„Das wirst du noch bereuen."

Xyen sah auf dem Edelstein, den Dhalyr in den Händen hielt. Trotz, dass Dhalyr so aussah, als würde er direkt vor Xyen im Saal stehen, machte sich dieser bewusst, dass dies nur eine Illusion war. Dhalyr konnte ihm hier und jetzt kein Haar krümmen. Der Dämon war noch immer in seiner Welt, weit fort von Xyens Heimat.

„Drohst du mir? Ich besitze fähige Krieger. Und du? Die Dämonen sind schwach", wagte sich Xyen vor.

„Das mag sein. Aber weißt du, wer daran schuld ist, dass sie alle am Hungern sind und reihenweise dahingerafft werden?"

Xyen biss sich auf die Lefze. Er konnte sich vorstellen, wie Dhalyr sich fühlte. Xyen wollte für sein eigenes Volk auch nur das Beste. Hunger, Krankheit, Schwäche, Dürre, all dies wünschte sich kein Herrscher. Doch machte er sich bewusst, dass er nur für sein eigenes Volk verantwortlich war.

„Doch eine Familie ist stark. Wir genießen noch den besten Stand. Wir sind zwar nicht reich, doch wir haben noch genügend Stärke. Mein Sohn ist bald bereit." Dhalyrs Worte klangen wie ein Versprechen. Er warf einen letzten vernichtenden Blick auf Xyen, dann hob er die Hand. Sobald er den roten Edelstein losgelassen hatte, verschwand dieser mitsamt dem Dämon und Xyen blieb allein in dem Saal zurück.

Xyen ließ seinerseits den Stein los und brach den Kontakt ab. Der Yokai ging in seinem Zimmer auf und ab, rieb sich die Stirn und warf dann wieder einen Blick auf den Xyonit. „Xya. Was würdest du jetzt tun? Du fehlst mir. Ich schaffe das alles nicht."

Der Kojote ging in die Knie und ließ den Kopf sinken. „Dhalyr wird seine Truppen sicher hierher schicken. Ich habe keine Chance."

Xyen hob den Arm und hielt den Xyonit wieder fest umklammert. „Ich muss mit den anderen reden."

Der Stein in Xyens Händen blitzte auf und eine Welle des Lichts breitete sich in dem Saal aus.

Nach wenigen Augenblicken erschien vor Xyens Hand ein weiterer Edelstein. Ein runder Stein in grünen Farbe, auf den sich nun eine dunkle Pfote legte.

Xyen sah auf.

„Ich grüße Euch, Xyen."

Der Kojote sah den Yokai an, der plötzlich vor ihm im Raum stand. Er nickte ihr zu. „Sasha."

Sasha war ebenfalls ein Yokai, jedoch stammte sie nicht von einem Kojoten ab, wie es Xyen tat. Ihr Erscheinungsbild glich dem eines schwarzen Panthers. Ein langer dünner Schweif, eine kurze Schnauze, runde Ohren und ein schwarzes Fell erzählten von Sashas Ursprung.

Ein weiterer Edelstein erschien, der zwei Neuankömmlinge mit sich brachte. Ein stämmiger Yokai hielt die Pfote auf dem Edelstein. Hinter ihm stand ein schmächtigerer Junge. Die beiden Yokai waren Wölfe.

„Makri. Lain. Alles gut in Lysha?", erkundigte Sasha sich.

Makri, der stämmige Wolf mit weißem und dunkelbraunem Fell nickte ihr zu. „Was verschafft uns die Ehre?", brummte er ungeduldig.

Sein Sohn Lain rückte seine Brille zurecht. Den Körperbau hatte er nicht von seinem Vater geerbt. Lain war schlank und auch sein Fell in kühlen Blautönen konnte er unmöglich von seinem Vater haben, doch die neugierigen silbernen Augen konnte man auch in Makris Gesicht finden.

Sasha deutete mit der Schnauze auf Xyen.

„Guten Tag, Makri und Lain. Ich hoffe, ich störe euch nicht. Aber ich möchte noch auf Tyrese warten", erklärte Xyen.

Makri rollte mit den Augen. „Da können wir ewig warten."

„Na gut." Xyen gab sich geschlagen. „Es ist so ..."

Noch bevor Xyen seinen Satz zu Ende sprechen konnte, erschien ein vierter Edelstein. Zusammen mit dem glatt geschliffenen gelben Stein erschien ein Wesen, das Dhalyr im entferntesten ähnlich sah. Auch er trug kein Fell, doch seine Haut war gelb und an der Schnauze und an der Brust färbte sie sich in einen rosigen Fleischton. Auf dem Kopf thronten zwei Hörner, die jedoch sehr viel kleiner waren als bei dem Dämonenkönig. Tyrese war ein Yokai, der nicht von einem Säugetier abstammte, er wirkte viel mehr wie ein Reptil.

„Hab ich etwas verpasst?" Mit großen silbernen Augen schaute sich Tyrese verwirrt um.

Xyen betrachtete ihn argwöhnisch. Tyrese hatte mit Abstand den muskulösesten Körperbau und konnte in einer Schlacht sicher gut austeilen.

„Xyen hat uns gerufen", erklärte Sasha und deutete mit der Schnauze auf den Kojoten.

„Das ist richtig. Dhalyr hat mich kontaktiert. Er will noch immer nach Xornia", erklärte Xyen.

Tyrese verzog die Augen. „Der? Bei uns hat er sich ewig nicht gemeldet. Er hat wohl inzwischen begriffen, dass wir zu stark für ihn sind."

Sasha setzte eine nachdenkliche Miene auf. „Hat er nicht schon die ganzen Federwölfe ausgerottet?"

Xyen schüttelte den Kopf. „Feather geht es soweit noch ganz gut. Nachdem ich ihnen einige Krieger zur Unterstützung geschickt habe, konnten sie sich gut gegen die Dämonen wehren."

Makri verzog die Augenbrauen zu einer wütenden Miene. „Das klingt wie ein Vorwurf. Ich schicke meine Leute nicht in die Schlacht, wenn es nicht sein muss."

„Ich mache niemandem einen Vorwurf", versuchte Xyen ihn zu beschwichtigen. „Er wird nach Xornia kommen."

Tyrese zuckte mit den Schultern. „Dann prügel ihn wieder raus."

Sasha sah Xyen mitleidig an. „Krieg ist doch keine Lösung. Hast du nicht versucht, friedlich mit ihm zu reden."

„Er lässt nicht mit sich reden. Und sobald er hier ist, wird er den Xyonit nutzen, um mich zu stürzen und alle Dämonen nach Xornia zu bringen."

Sasha nickte nachdenklich. „Was verlangst du also von uns?"

Xyen blickte sie alle einen nach dem anderen an. „Verlangen tu ich nichts. Ich erbitte mit nur eure Unterstützung im Krieg."

Makri verzog die Lefzen zu einem Grinsen. „Ich sehe keine Notwendigkeit darin. Lysha betrifft das nicht. Außerdem habe ich bereits genug geholfen. Erinnert Ihr Euch noch? Die Waffen? Die Schmieden? Ohne unsere Hilfe hättet ihr nicht einmal Waffen."

Xyen sah ihm in die silbernen Augen. „Das ist nicht nur ein Problem Xornias. Wenn er es nicht schaffen sollte, Xornia zu besiegen, wird er eine andere Welt angreifen. Und wenn er es schafft, Xornia zu stürzen, wird er sich mit Sicherheit nicht lange zufrieden geben."

Makri zuckte mit den Schultern. „Er kann eine Welt nur beherrschen, wenn er den Dimensionsstein besitzt und kontrolliert."

Xyon sah in die Mitte der Gruppe. Sie alle hielten die Pfoten auf je einem Edelstein, die im hellen Licht glänzten. Ein Edelstein für jede Welt, die existierte. Jeder Edelstein war das symbolische Herz der Welt. Wer den Stein in der Hand hatte, hatte auch die Welt in seiner Hand.

Lain, der Sohn Makris, wagte sich vor: „Der Lyshanit ist gut geschützt. Ich habe ein System entwickelt, das ihn vor Dieben schützt. Lysha wird er niemals bekommen."

Auch Tyrese schien wenig besorgt. „Ich liebe zwar Schlachten, aber ich muss nicht Blut vergießen, wenn es sich vermeiden lässt. Auch der Amponit ist gut geschützt. Und sollte Dhalyr es dennoch versuchen. Ampre hat eine starke Verteidigung. Wir haben Waffen, von denen kann er nur träumen."

Verzweifelt sah Xyen Sasha an. Die gutherzige Frau würde ihn doch nicht um Stich lassen.

Die Pantherin senkte den Kopf und wich Xyens Blick aus. „Tut mir leid. Wir haben keine Krieger. Sylv ist eine friedliche Welt. Ich kann dir nicht helfen."

Xyen sah sie alle mit einem Blick der Entschlossenheit an. „Na gut. Dann wird Xornia es allein schaffen. Ich werde mich nicht geschlagen geben. Ich rufe den Krisenstand aus. Es müssen mehr Krieger und Magier ausgebildet werden, die unser Land beschützen! Egal vor wem!"

*

Der junge Wolf gab dem Tiger seine Anmeldung und verneigte sich respektvoll.

„Night Shayne, also? Westlicher Stamm der Wölfe. Grundausbildung in Magie. Ein Magier aus dieser Region? Ist recht selten." Der Tiger kratzte sich am Hinterkopf, steckte die Papiere weg und betrachtete den Wolf. Der Magier hatte einen weißen Pelz und trug einen blonden Pferdeschwanz. Nach der Kleidung zu urteilen war er weder sonderlich arm, noch gehörte er zu den Reichen. Der eher schmächtige Körper ließ nicht auf sehr viel Stärke hoffen, doch Magier verließen sich ja meist sowieso auf ihre Talente. „Willkommen im Team."

Mit skeptischem Blick sah Shayne über das Gelände. Er befand sich auf einer weiten Grasfläche, die von einem Wald begrenzt wurde. Die Sonne brannte erbarmungslos auf sie herab und ließ ihn unter seinem dichten Pelz schwitzen. Eine beachtliche Anzahl an Zelten waren aufgeschlagen und etwa zwei dutzend Personen hatten sich bereits versammelt. Der Teamleiter, ein stämmiger Tiger, empfing die Neuankömmlinge.

Shayne wusste noch nicht, was er davon halten sollte und was ihn erwartete. Er hatte sich zu diesem Trainingscamp angemeldet, um seine Fähigkeiten wieder aufzufrischen und Neues dazuzulernen. Schließlich war es wichtig, in diesem Krisenstand immer bereit für eine Schlacht zu sein. Jeden Tag konnte er für einen Kampf gebraucht werden und wenn es soweit war, wollte er fit sein.

Shayne konnte sich gut an den Tag erinnern, als der Dorfälteste die Nachricht verkündet hatte, dass der Krisenstand einberufen wurde. Der Herrscher dieser Welt, der den Namen Xyen trug, hatte wohl Sorge, dass ein Krieg entstehen konnte. Shayne war froh, dass er bereits als Kind mit der Lehre angefangen hatte und seine Fähigkeiten nur auffrischen musste. „Doch gegen wen soll der Krieg stattfinden? Xornia ist doch so ein friedliches Land. Wo soll es einen Aufstand geben? Die Wildtiere gegen die Yokai? Kann ich mir kaum vorstellen", überlegte er.

Der Wolf gesellte sich zu einer Gruppe, die sich auf Baumstämmen um ein Lagerfeuer versammelt hatten, welches dürftig vor sich hinkokelte.

Er gab seinem Sitznachbarn die Hand und stellte sich vor. „Shayne Night. Nett, euch kennenzulernen."

„Ah, noch ein Neuer. Ich bin Lance und der einzige Magier aus unserer Truppe. Die anderen sind Krieger und Schwertkämpfer."

Shayne beäugte den Fuchs mit dem breiten Grinsen argwöhnisch. Der Yokai hatte einen fuchstypischen orangenen Pelz. Die langen dunkelblauen Haare trug er als Pferdeschwanz zusammengebunden.

„Mit mir habt ihr einen Magier mehr."

Lance blickte einen Moment perplex zu dem Wolf, doch dann grinste er und sagte: „Freut mich. Endlich einen Konkurrenten. Lust auf eine kleine Kostprobe?" Er stand auf deutete auf die freie Fläche hinter sich.

Shayne wusste nicht recht, was er sagen sollte, doch er wollte vor den anderen Gruppenmitgliedern nicht wie ein Schwächling wirken. „Ich bin zwar etwas aus der Übung, aber zu einem kleinen Training sage ich nicht nein."

Jemand stupste Shayne mit dem Ellenbogen in die Seite und flüstere: „Lass es lieber sein. Lance ist einer der besten Magier aus der Region."

Shayne sah zu dem Fuchs, der ihn von der Idee abbringen wollte und schüttelte den Kopf. „Aber er hat noch nicht gegen mich gekämpft."

„Tja, dein Pech." Der Fuchs zuckte mit den Schultern

„Halt die Klappe, kleiner Bruder", unterbrach Lance das Gespräch. „Der gehört mir!"

Shaynes Blick wechselte zwischen den beiden Brüdern hin und her, doch dann raffte auch er sich auf und sagte: „Lass uns endlich anfangen."

„Darauf hab ich gewartet. Die meisten von diesen Schwächlingen dort haben bisher vermutlich noch nie wirklich Funken sprühen sehen." Lance grinste.

Aus Lance' Augen konnte Shayne lesen, dass er seinen Kameraden etwas zu sehen bieten wollte.

Shayne ging ein paar Schritte auf die freie Grasfläche, auf der noch keine Zelte standen. Einige Meter von ihm entfernt stellte sich Lance auf.

Der Wolf fokussierte den Fuchs und wartete auf eine Regung seinerseits. Er spürte die gespannten Blicke der Kameraden, die den Kampf neugierig beobachteten.

Lance zog an dem Band, welches sein Oberteil festhielt und ließ es im Wind davonfliegen. Der Mantel des Fuchses rutschte zu Boden und zum Vorschein kam der durchtrainierte Oberkörper eines schlanken Fuchses, doch Shayne ließ sich davon nicht beeindrucken. Er musste niemandem etwas beweisen und schon gar nicht mit Muskeln protzen. Shayne wusste, dass er mit seinem Verstand mehr erreichen konnte.

Lance ließ einen Schrei aus seiner Kehle hallen und stieß seine Faust vor. Zwischen den Knöcheln der Faust bildeten sich Funken, die sich schnell zu einer Kugel vereinten. Von der Faust des Fuchses ausgehend schoss der Feuerball auf den Wolf zu.

Shayne zuckte mit den Augenbrauen und wich zur Seite. Der Feuerball schoss wenige Zentimeter an ihm vorbei und verschwand in der Ferne. Weitere Feuerbälle folgten dem ersten und stellten die Beweglichkeit des Wolfes auf die Probe.

„Ein Feuermagier also. Es sieht nicht so aus, als hätte er mehr drauf, als ein paar ungezielte Flammen um sich zu werfen", dachte sich Shayne und tat einen Satz nach hinten.

Erneut stieß Lance abwechselnd seine Fäuste in die Luft und ließ eine Salve aus Feuerbällen auf den Wolf hageln.

Shayne blieb ruhig und ließ das Feuer näher kommen. Er atmete tief ein und fokussierte die Feuergeschosse.

Er sprang und ließ sein Bein in einem Tritt durch die Luft schnellen. Der Spur seines Fußes folgte ein Lichtstrahl, in dem das Feuer verpuffte und in einem Regen aus Funken erlosch.

Shayne landete wieder auf dem Boden, während die Funken um ihn herum verglommen.

„Licht?! Da hast du dir ja wirklich ein tolles Element ausgesucht. Aber es gab noch niemanden, der wirklich gut darin war, mit diesem Element umzugehen."

Shayne hörte nicht auf Lance' Spott. Immer wieder wurde ihm gesagt, dass ein anderes Element simpler zu beherrschen wäre, doch davon wollte Shayne nie etwas hören. Er wollte der erste sein, der ein großartiger Lichtkrieger war und nicht bloß Höhlen erleuchten konnte.

Lance rannte los und schwang die Arme in einem Kreis um sich herum. Der Spur seiner Hände folgte ein Feuerstrahl. Wild zuckendes Feuer umgab den Fuchs wie ein Ring, der jeder Bewegung Lance' folgte.

Shayne hob einen Arm, streckte ihn in Lance' Richtung und deutete mit Zeige- und Mittelfinger auf den Fuchs. Seine Krallenspitzen blitzten auf und ein feiner Strahl puren Lichts schoss durch die Luft.

Der grelle Strahl traf Lance ins Gesicht und nahm ihm die Sicht. Der Fuchs taumelte und das Feuer um ihn herum erlosch. Er verlor das Gleichgewicht und landete ungeschickt auf dem Hosenboden. Wütend rieb er sich das Gesicht und versuchte seinen Blick wieder zu klären.

Nun war es Shayne, der einen Angriff startete. Er rannte los und noch bevor Lance wieder festen Stand finden konnte, zog Shayne ihm die Beine weg. Shayne wollte zu einem weiteren Schlag ausholen, doch noch im Fall schoss Lance einen Feuerball.

Shayne sprang nach hinten, um kein Feuer ins Gesicht zu bekommen. Der Feuerball streifte ihn nur.

Lance federte seinen Fall mit den Armen ab und zog sein Bein hinter sich her. Sein Fuß zeichnete einen Halbkreis in die Luft und noch bevor dieser am Boden aufkam, schoss eine Welle des Feuer aus dem Pfad in der Luft.

Im letzten Augenblick riss Shayne die Arme nach oben und errichtete einen Lichtwall, an dem das Feuer verpuffte, doch der Wolf wurde von der Wucht des Angriffs zurückgedrängt und begann zu Taumeln.

Lance sprang wieder auf die Beine und ließ einen Sturm aus Feuerbällen auf den Wolf los.

Der Schutzschild konnte den vielen Angriffen nicht länger standhalten und brach. Shayne versuchte dem Feuer auszuweichen, doch er stand in Lance' unmittelbarer Nähe und hatte nicht den Raum, um dem Angriff zu entgehen. Er wankte zurück und versuchte die einzelnen Schüsse abzuwehren, doch dann stolperte er und fiel. Shayne sah auf und bemerkte die vielen Feuerbälle, die auf ihn zuflogen. Er hatte nicht mehr genug Zeit, um wieder auf die Beine zu kommen. Mit einem Aufschrei hielt er die Arme schützend vor sich, doch noch bevor das Feuer ihn traf, krachte es laut und Shayne wurde von einer Druckwelle erfasst und zurückgeschleudert.

Nachdem sich der Rauch verzogen hatte, blickte Lance in die Richtung, aus der der Knall kam, der seinen Angriff gestoppt hatte. „Hey, was soll das?!", brüllte er, als er die Silhouette erkannte, die langsam im Rauch sichtbar wurde.

Es war nicht Shayne, denn dieser wurde von der Explosion fortgeschleudert. Aufgrund der längeren Schnauze und dem Schweif ging Lance davon aus, dass es ebenfalls ein Wolf sein musste. Der gestreckte Arm war auf die Flugbahn der Feuerbälle gerichtet, doch dann senkte der Wolf den Arm und sah zu dem Fuchs.

„Was mischt du dich einfach in unseren Kampf ein?!"

Der Wolf trug ein Kopftuch und eine Augenbinde, sodass Lance keine Regung erkannte, doch dann zeigte sich ein Grinsen auf dem Gesicht.

„Wie du willst, dann bist eben du jetzt mein Kampfpartner. Offenbar gibt es mehr Magier in der Gegend, als ich erwartet hatte."

Er stieß die Fäuste vor, während der Wolf die Arme empor streckte. Um die Fingerspitzen des Wolfes bildeten sich Blitze, die mit einem Aufschrei entladen wurden. Der Strahl aus Blitzen flog auf die Feuerbälle los und zerfetzte sie in der Luft. Lance wollte sich schützen, indem er einen Feuerwall errichtete, doch die Blitze waren schneller und trafen ihn. Er wurde zurückgeschleudert und schlitterte über die Grasfläche.

Wütend sprang der Fuchs auf und bemerkte, dass der Wolf nun direkt vor ihm stand. Lance' Fell stand elektrisiert ab und sein Körper zitterte noch immer vom Schock.

„Er ist schnell", keuchte er und bildete mit einer Hand eine Feuerkugel. Der Wolf schlug den Arm weg, sodass das Feuer erlosch und trat zeitgleich mit dem Fuß gegen die Brust des Fuchses.

Lance wankte zurück und versuchte sein Gleichgewicht zurückzuerlangen, doch der Wolf stieß mit dem Zeigefinger auf seine Stirn, sodass er zu Boden fiel.

„Ich habe gewonnen", flüsterte der Fremde und kehrte dem Fuchs den Rücken zu.

Wutentbrannt sprang Lance wieder auf und rief: „Das ist kein Sieg. Du bist nur deinem Freund zu Hilfe gekommen. Bei einem Kampf unter richtigen Männern, einer gegen einen, hättest du verloren."

Der Wolf blieb stehen, drehte sich jedoch nicht um. „Du würdest dich höchstens selbst blamieren."

Lance ging dem Fremden hinterher und sagte mit ernster Stimme: „Du hast Angst, weil du weißt, dass du deine Blitze nur begrenzt nutzen kannst. Du hast einfach nicht die Eier, um dich wirklich mit mir zu duellieren."

„Du hast recht", sagte der Wolf und drehte sich zu dem Fuchs um. „Ich habe wirklich nicht die Eier."

Der Wolf zog das Kopftuch und die Augenbinde ab. Zum Vorschein kamen lange, blonde Haare und das grinsende Gesicht einer jungen Wölfin.

„Du ... du bist ein ... eine ..."

Die Wölfin seufzte. „Idiot."

Sie sah zu Shayne, der sich wieder der Gruppe näherte.

„Alles klar soweit? Ich hoffe, die Funken haben dein Fell nicht zu sehr verbrannt."

Shaynes Wangen wurden rot und er knurrte: „Was hast du überhaupt hier zu suchen, Leila?"

„Wonach sieht es aus? Ich bin keine Hausfrau. Auch ich habe eine Ausbildung hinter mir und möchte meine Fähigkeiten auffrischen." Sie stemmte die Faust in ihre Hüfte und sah ihn vorwurfsvoll an.

„Und was ist mit Lüne?", erkundigte sich Shayne vorsichtig.

„Der ist bei meinen Eltern. Mach dir keine Sorgen, ihm geht's gut."

Plötzlich ertönte das Rufen des Tigers: „Nun habt ihr euch genug gerauft! Alle um mein Zelt versammeln! Jetzt werden die Gruppen eingeteilt!"

Shayne und Leila stapften zu dem Anführer ihrer Gruppe und gesellten sich zu den anderen.

Lance würdigte den beiden Wölfen keines Blickes.

„Ihr werdet in Teams zu je zwei Männern zusammengesteckt. Ihr teilt euch ein Zelt und müsst am nächsten Morgen eure Aufgabe gemeinsam bewältigen."

Nervös blickte Shayne in die Runde. Mit wem würde er zusammengesteckt werden? Neben Leila saßen ein paar Wölfe, noch ein Polarfuchs, einige Großkatzen und ein paar Hunderassen, die er nicht genau benennen konnte. Sogar ein Hase und eine Ratte befanden sich unter den Gruppenmitgliedern, obwohl die Nagetiere eher eine friedvolle Rasse waren und sich aus den Kämpfen fern hielten. Trotz allem war Leila das einzige weibliche Mitglied. Von einigen wurde sie etwas abschätzig angesehen, doch Shayne wusste, dass sie ihnen beweisen würde, dass sie den Platz hier verdient hatte und eine starke Kämpferin war, die einem ordentlich den Hintern versohlen konnte.

Shayne rieb sich seufzend die Schweifwurzel und hoffte, dass er nicht mit Lance in eine Gruppe kommen würde. Er konnte sich nichts Schlimmeres vorstellen als das. Shayne ging davon aus, dass er mit Leila in ein Team kommen würde. Es würde das Training ungemein erleichtern, wenn er nicht mit einem Fremden Hand in Hand arbeiten und sich sogar noch ein viel zu kleines Zelt teilen musste.

Nach und nach wurden die Leute eingeteilt und die Gruppen bildeten sich.

Shayne wurde immer nervöser. Bisher war weder sein, noch Leilas, noch Lance' Name gefallen.

„Das nächste Team besteht aus Lance und ..."

Shayne ballte die Fäuste. Er ahnte, dass sein Name fallen würde, doch er schickte Gebete zu den Geistern, dass dies nicht der Fall sein würde.

„Leila!"

„Was?!" Geschockt hielt sich Shayne die Schnauze zu als ihn alle verwundert anstarrten. „'tschuldigung."

Unbeirrt fuhr der Tiger fort.

„Na toll. Zwar bin ich nicht mit Lance in einem Team, doch dafür ist es Leila. Die wird ihn noch einige Male in den Hintern treten, wie ich sie kenne. Aber mit wem komme ich in ein Team?", fragte Shayne sich.

„Shayne und ..."

Der Wolf blickte gespannt auf den Tiger und klebte an seinen Lefzen.

„Loyee."

„Wer ist denn das?", fragte er sich und sah sich in der Gruppe um. Einer der Füchse nickte dem Tiger zu.

„Ach, der ist das. Der Bruder von diesem Lance. Hoffentlich ist er nicht auch so ein eingebildeter Idiot", dachte er weiter.

Shayne betrachtete den Fuchs skeptisch. Er hatte ein freches Grinsen im Gesicht und saß unruhig auf seinem Platz, wie ein ungeduldiger Welpe. Shayne nahm an, dass er gerade mal alt genug war, um an diesem Training teilnehmen zu dürfen. Umrahmt wurde Loyees Gesicht von frech gestylten Haaren, die eine tiefgrüne Farbe hatten. Ebenso wie sein Bruder trug er ein Gewand um den Oberkörper, das von einem Band an der Taille festgehalten wurde. An den Beinen trug er eine lange Hose. Alles war in Grün- und Blautönen gehalten und wirkte recht unscheinbar, doch Shayne fühlte, dass von diesem Fuchs etwas Komisches ausging. Sein gelassenes Grinsen passte so gar nicht ins Bild eines typischen Kriegers. Jetzt galt es, den neuen Teamkollegen kennenzulernen und das Beste daraus zu machen, so schwer es ihm auch fiel.

Am späten Abend saß Shayne gelangweilt auf einem Baumstumpf und starrte ins Feuer, während sich die verbliebenen Mitglieder noch heiter Geschichten erzählten.

Shayne warf einen Blick zu dem Zelt, in dem Leila verschwunden war. Er nahm an, dass Leila Lance unter freien Sternenhimmel schlafen lassen würde. Jedoch sah er Lance nirgendwo. Vielleicht hatte sie sich ja doch darauf eingelassen und ließ Lance bei sich im Zelt schlafen. Der Wolf machte sich ein wenig Sorgen, ob es gut gehen würde, wenn Leila mit einem anderen Kerl in einem doch sehr kleinen Zelt schlief.

„Ach was. Ich kenne sie, die lässt niemanden an sich heran. Ich kann von Glück reden, dass ich sie einmal ..."

Plötzlich riss ihn Loyee mit seiner Geschichte aus den Gedanken. „Da hab ich ihn mit diesem Schwert einfach einen Kopf kürzer gemacht. Ich bin wirklich stolz auf meine Klinge. Ich habe sie selbst mit meinem Bruder geschmiedet. Er hat sie sogar mit Magie verstärkt. Man könnte also sagen, ich bin jetzt ein Schwertmagier." Stolz präsentierte Loyee seine Klinge.

Shayne rollte mit den Augen. Langsam begann dieser Fuchs ihm unsympathisch zu werden. Er warf einen Stock ins Feuer und hörte dem Fuchs noch einen Augenblick zu. Shayne fiel auf, dass der Rest der Truppe dem Fuchs fasziniert zuhörte und ihn offenbar bewunderte. Shayne jedoch hielt nicht viel von dem selbsternannten Schwertmagier, der so viel Grün an sich hatte wie junges Gemüse.

„Vor allem grün hinter den Ohren", dachte er sich. Shayne musste kichern und erregte somit Loyees Aufmerksamkeit.

„Ja, das war schon eine lustige Sache. Aber weißt du, was ich zu ihr gesagt habe? 'Das sagen alle zu mir.' Und sie hat es geglaubt und seitdem ..."

Shayne winkte ab und stand auf. „Ich zieh mich dann mal so langsam ins Zelt zurück. Viel Spaß noch bei euren ... Geschichten."

Er wusste zwar nicht warum, doch er hoffte, dass Loyee ihm ins Zelt folgen würde. Shayne redete sich ein, dass er diesen Fuchs nur mal allein kennenlernen wollte und hoffte, dass er sich nur vor den anderen so groß aufspielte. Doch Shayne bekam nicht die Gelegenheit, dies herauszufinden, da Loyee ihm nur nachwinkte und lachte: „Gute Nacht und träum was Schönes."

Bevor Shayne etwas erwidern konnte, war Loyee wieder in seinen Geschichten vertieft.

Seufzend kroch Shayne in das Zelt und zündete die kleine llampe an, die er an der Haltestange befestigte. Loyee hatte auf seiner Seite eine dünne Decke liegen. Shayne zuckte mit den Ohren und musste sich ein Grinsen verkneifen. „Viel Spaß wenn es mal regnet oder stürmt. Ihr Füchse mit eurem kurzen Fell werdet euch euren süßen kleinen Hintern abfrieren", sagte er leise zu dem leeren Platz.

Er breitete eine Decke und ein dickes Fell auf seinem Platz aus und schüttelte verwundert den Kopf. „Was auch immer. Bin mal gespannt, wie es morgen weitergeht."

Shayne entledigte sich seines Gewandes und zog auch die lange Hose aus. Er ließ sich auf seinem Fell nieder und beobachtete das Flackern der llampe.

„So Leute. Schluss für heute. Für Morgen sollten wir ausgeruht sein", meinte Loyee und verabschiedete sich von den letzten beiden Yokai, die noch am Lagerfeuer saßen.

Er schnappte sich sein Schwert und trabte zu dem Zelt. Schon von Weitem konnte er das Schnarchen des Wolfes wahrnehmen. Er grinste und betrat das Zelt.

„Der Idiot hat vergessen, das Feuer auszumachen", dachte er sich und verstaute sein Schwert.

Er ließ sich auf seiner Decke nieder und musterte den Wolf. Das flackernde Licht warf zuckende Schatten auf das weiße Fell des Bauches, der sich langsam hob und senkte.

Eine Weile beobachtete der Fuchs den Wolf und seufzte schließlich. Loyee löschte das Licht und murmelte sich in seine Decke.

Kapitel 02: Fallen des Lebens

Shayne rückte seinen Rucksack zurecht und sah sich in der Umgebung um. Ein dichter grüner Wald im kräftigen Grün des Sommers. Der Duft des Waldes umschwirrte seine Nase. „Was genau sollen wir finden?"

Loyee warf einen Blick zurück zu dem Wolf und erinnerte ihn: „Vier Notizen. Wir sollen innerhalb dieses Waldes vier Notizzettel finden und sind dabei komplett auf uns allein gestellt. Wir haben eine Woche und wer erfolgreich zurückkommt, bekommt eine Belohnung."

„Wow. Ich fühle mich wie ein Haustier. Apportieren kann ich gut."

Plötzlich fing Loyee an zu lachen und ließ sich zurückfallen, um neben dem Wolf herzulaufen. „Du hast ja doch Humor."

Shayne blickte verwundert zu dem Fuchs und sagte: „Konzentriere dich auf unsere Aufgabe."

„Hey, wir sind jetzt eine Weile aneinander gebunden. Meinst du nicht, wir sollten einander etwas kennenlernen?"

„Auf keinen Fall."

Loyee seufzte und nahm sein Umfeld genauer in Augenschein. Es war noch früh am Morgen und die Sonne glitzerte durch die Baumkronen hindurch, die die Sicht auf den Himmel fast komplett verdeckten.

„Immerhin schützt uns das Blätterdach vor Regen", dachte Shayne sich. Er hatte wenig Lust darauf, tagelang mit diesem Fuchs in einem Wald festzusitzen und eine Schnitzeljagd zu machen. Shayne hoffte sogar darauf, dass ein paar Fallen eingebaut wurden, sodass er etwas gefordert wurde. Schließlich war er hergekommen, um seine Fähigkeiten weiter auszubauen.

„Erzähl was über dich. Hast du Familie?"

Loyee riss Shayne aus seinen Gedanken. Der Wolf blickte den Fuchs skeptisch an und sagte schließlich: „Ich bin früh aus dem Elternhaus ausgezogen, um meine Ausbildung zu machen. Ich lernte dort Leila kennen und verliebte mich in sie. Schließlich haben wir geheiratet und sie hat unseren Sohn geboren."

Loyee schien von der Aussage etwas schockiert. „Bist also auch einer von denen, die schnell Kinder in die Welt setzen wollen, hm?", fragte er nach einer Weile des Schweigens.

„Es ist einfach passiert. War nicht direkt geplant, aber es kommt, wenn es kommt."

Loyee wandte den Blick von Shayne ab und erzählte: „Wie mein Bruder. Er hat auch sehr früh dieses Mädchen kennengelernt. Jenn heißt sie. Sie haben eine Tochter namens Aline. Lance will Aline auch Magie beibringen und aus ihr die beste Magierin des Landes machen. Keine Ahnung, was er sich davon erhofft. Jenn gefällt das auch gar nicht. Ich jedenfalls habe keine Frau und auch keine Kinder."

„Du bist ja auch noch jung", erwiderte Shayne.

Loyee verzog die Miene zu einem wütenden Gesicht und brummte: „Ich bin genauso alt wie du."

„Wie alt bist du denn?"

„Einundzwanzig."

Loyee blieb auf der Stelle stehen und Shayne tat es ihm gleich.

„Das ist noch jung. Ich bin zwar auch einundzwanzig, aber ich habe eben schon recht früh damit begonnen, eine Familie zu gründen. Dafür sind meine Eltern recht alt. Bei dem einen geht es eben früher, die anderen brauchen länger."

Der Fuchs sah den Wolf skeptisch an, dann lächelte er und sagte: „Und manche gründen erst gar keine Familie."

„Aber ..."

„Da vorne. Ich glaub wir haben endlich die erste Notiz gefunden." Loyee deutete nach vorn.

Shayne folgte seinem Blick und entdeckte versteckt hinter Sträuchern ein Mauerwerk, das einen kleinen Eingang bildete. Vermutlich stand hier einst ein großes Bauwerk, doch die Zeit hatte es in die Knie gezwungen und nun war es nur noch eine Ruine aus braunem Sandstein.

„Na dann los." Loyee schritt frohen Mutes auf die Ruine zu.

Shayne schüttelte den Kopf und versuchte die Sache auch etwas enthusiastischer anzugehen.

Vor dem Torbogen blieb Shayne stehen und betrachtete das Mauerwerk. Er fuhr mit den Fingerspitzen über das Gestein. „Das alles ist baufällig", bemerkte er, während der Sand von dem Gestein rieselte.

„Kommst du endlich oder willst du noch weiter Steine betatschen?", rief Loyee, der schon vorangegangen war. Er trat auf eine Steinplatte am Boden, die ein Stück versank. Loyee stolperte ungeduldig vor, verlor das Gleichgewicht und fiel auf die Knie. Als er wieder aufblickte, stachen ihm die Mauern, die ihn umgaben, ins Blickfeld. Kleine Löcher waren in den Wänden eingefasst. Loyee riss die Augen auf, doch er konnte sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen. Aus den Löchern schossen Pfeile direkt auf ihn zu. Er schrie auf und hielt die Arme schützend vor sein Gesicht. Doch dann hörte er ein Zischen und die ersten Pfeile prallten an einer durchsichtigen Wand ab. Noch bevor er realisieren konnte, was geschehen war, schoss schon die nächste Salve auf ihn zu. Jemand packte Loyee am Arm und zog ihn aus dem Gefahrenbereich. Kurz bevor er in Sicherheit war, traf ihn ein Pfeil in den Oberschenkel und kreischend brach er zusammen.

„Ahh! Verdammt! Du tust mir weh!"

„Halt endlich still. Du kannst von Glück reden, dass es nur sehr stumpfe Pfeile waren und du nur einen Kratzer hast."

Loyee blickte wütend zu dem Wolf, der ihm den Pfeil entfernt hatte und ihm nun die Hose auszog, um die Wunde zu versorgen. „Hättest du mich nicht etwas früher retten können?", fragte er vorwurfsvoll und rückte seine Unterwäsche zurecht.

Shayne sah den Fuchs mit ausdrucksloser Miene an und griff ihn unsanft an den Oberschenkel.

Loyee jaulte auf, als der Schmerz in seinem Bein aufpochte.

„Ich hätte dich auch einfach deinem Schicksal überlassen können. Das waren stumpfe Pfeile. Und langsam. Keine Falle, die dir hätte Probleme machen dürfen. Ich kann wirklich nicht verstehen, wie du deine Ausbildung abschließen konntest, wenn du dich nicht selbstständig aus so einer Lage befreien kannst. Das war erbärmlich." Er ließ ihn los und Loyee keuchte erschöpft.

„Und nun halt still. Hoffentlich kannst du wenigstens das."

Loyee sagte nichts mehr. Er beobachtete, wie Shayne seine Wunde versorgte. Die Wunde war etwa einen Zentimeter tief, doch machte sie keinen bedenklichen Eindruck.

Der Vorwurf tat ihm weh, doch er wusste, dass Shayne recht hatte. Er war in dem Moment wie erstarrt gewesen und wenn Shayne nicht gewesen wäre, hätte er noch einige Pfeile mehr in seinem Körper gehabt.

Als Shayne den Verband angelegt hatte, drückte er dem Fuchs die Hose in die Pfoten, doch Loyee wich seinem Blick beleidigt aus. Dem Wolf fiel auf, wie niedergeschlagen der Fuchs war und fühlte sich schuldig dafür. „Hey. So war das nicht gemeint. Es tut mir leid", versuchte Shayne sich zu entschuldigen.

„Nein, mir tut es leid. Du hast recht. Ich hätte mich selbst befreien müssen. Es war nicht fair von mir, dich wegen deiner Hilfe anzuschreien."

Shayne war etwas erstaunt von Loyees Worten, doch dann nickte er. „Nächstes Mal wird es besser laufen. Immerhin haben wir jetzt die erste Notiz. Bis Morgen früh bleiben wir hier und du ruhst dich etwas aus. Ich versuche währenddessen etwas Essbares zu finden."

Shayne entledigte sich seiner Kleidung und legte sie ans Ufer. Nachdem er etwas zu Essen für Loyee gefunden hatte, wollte er sich eine Abkühlung gönnen und sich waschen. Er war froh, die kleine Wasserstelle gefunden zu haben und hoffte, hier nun etwas Ruhe zu finden.

Er trat ins Wasser und verzog das Gesicht. „Eiskalt."

Doch er ließ sich von der Kälte nicht abhalten und ging tiefer. Die Kälte umschloss seinen Körper wie eine eiserne Hand und für einen Moment war er wie gelähmt, doch langsam gewöhnte er sich daran und atmete tief ein. Shayne ging nicht weiter ins Wasser, da er damit rechnete, dass es noch tiefer wurde. Da er nicht schwimmen konnte, wollte er tiefes Wasser lieber meiden.

„Wenigstens steht die Sonne noch", dachte er und sah in den Himmel, durch den sich bereits rötliche Strahlen zogen und einen weichen Farbverlauf bildeten.

Shayne tauchte unter und dachte an Loyee. Er konnte nicht verstehen, wie sich ein Schwertkämpfer so unreif verhalten konnte. Wie würde er sich in einer Schlacht anstellen? Shayne vermutete, dass er einfach weglaufen würde. Da half ihm auch sein ach so tolles Schwert nichts.

Der Wolf tauchte wieder auf und schüttelte sich. Während er sich wusch, fragte er sich, wie es Leila ging. War sie mit Lance in einer ähnlichen Situation? Er konnte sich gut vorstellen, wie sie ihm die Hölle heiß machen würde, doch er hielt Lance für einen starken Kämpfer. Loyee war nicht so emotional stark wie sein Bruder, zumindest war er das an diesem Tag sicher nicht gewesen.

Shayne watete wieder ans Ufer und band sich die Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen. Als er wieder an Land kam, schüttelte er sich das Wasser aus dem Fell und hielt Ausschau nach seinen Sachen.

Seufzend ging der Wolf am Ufer entlang und versuchte seine Kleidung zu entdecken. An einer Stelle blieb er stehen und brummte: „Ich bin sicher, dass ich sie hier gelassen habe. Sind sie etwa ins Wasser gefallen?"

Shayne sah zum Wasser. Das Ufer war ein paar Schritte von der Stelle entfernt und es war die ganze Zeit über windstill gewesen, daher schloss er aus, dass seine Kleidung ins Wasser geweht wurde.

Schulterzuckend ging er weiter und suchte in den Sträuchern. Langsam wurde ihm kalt in seinem feuchten Pelz und er fragte sich, wie er seine Sachen aus den Augen verlieren konnte.

„Suchst du etwas?", hörte er plötzlich eine ihm bekannte Stimme fragen.

Shayne blickte auf und sah jemanden auf einem Ast sitzen. „Loyee, was tust du hier?!"

Dem Wolf fiel wieder auf, dass er unbekleidet war und legte seinen Schweif zwischen die Beine.

Loyee sprang von dem Baum und sah den Wolf mit einem breiten Grinsen an. Er hielt ihm eine Unterhose vor die Nase und sofort begann Shayne zu knurren.

„Du hast meine Sachen geklaut?!" Er riss Loyee die Unterhose aus der Hand und kehrte dem Fuchs den Rücken zu.

„Was regst du dich denn so auf?", lachte Loyee.

Nachdem Shayne sich seine Hose übergestreift hatte, griff er den Fuchs am Kragen und brüllte: „Wir sind hier nicht zum Spaß!"

Loyee grinste noch immer und machte keine Anstalten, sich aus dem Griff zu befreien. „Nun hab dich doch nicht so. Da ist nichts, was ich nicht kenne."

„Hör auf mit deinem Kinderkram. Wir sollen uns für eine mögliche Schlacht vorbereiten. Das hier ist kein Spaß."

Loyee rollte mit den Augen und entgegnete: „Du musst mich nicht aufklären, wofür ich hier bin. Das weiß ich selbst schon. Aber warum muss ich immer so ernst drauf sein und darf keinen Spaß haben? Eine Welt, in der es keinen Grund zum Lächeln gibt, wäre doch nichts wert."

Shayne zog ihn am Kragen näher zu sich und knurrte: „Man kann aber auch nicht alles verharmlosen. Du musst wissen, dass der Krieg kein Scherz ist und sicherlich auch kein Anlass, mit einem fetten Grinsen durch die Welt zu stapfen."

Er ließ den Fuchs los, entriss ihm noch seine anderen Kleidungsstücke und kehrte ihm den Rücken zu. „Und da es dir ja scheinbar sowieso wieder besser geht, hätten wir auch gleich weiterziehen können, statt hier unsere Zeit zu verschwenden."

Nach einem langen schweigenden Fußmarsch hatte der Wolf etwas entdeckt. „Was hältst du davon?", fragte Shayne und deutete nach vorn. Von einigen wilden Sträuchern versteckt zeigte sich ein schmaler Höhleneingang, der in einen Hügel führte.

„Wenn du meinst", grunzte Loyee und verschränkte die Arme.

Shayne seufzte frustriert und brummte: „Ich geh da jetzt jedenfalls rein und versuche, die Notiz zu finden. Du kannst ja hier bleiben und Däumchen drehen."

Ohne auf eine Antwort zu warten kroch der Wolf durch den Höhleneingang und konnte hören, wie Loyee ihm folgte. Shayne konnte nicht glauben, dass der Fuchs noch immer eingeschnappt war. „Er ist wie ein kleines Kind", dachte er sich und sah sich in der Höhle um. Durch ein paar Löcher in der Decke und den Wänden drang Licht hinein. Die Höhle war nicht sonderlich groß, doch an dem Ende der tiefen Dunkelheit konnte Shayne einen weißen Fetzen sehen. „Das muss sie sein."

Er rannte auf das Papier zu, doch kurz bevor er es erreichte, brach der Boden unter seinen Füßen weg und Shayne stürzte schreiend in die Tiefe. Der Wolf versuchte sich an der Wand festzukrallen, doch er fand keinen Halt und stürzte in die bodenlose Tiefe.

Kapitel 03: Revanche

Hart landete Shayne auf dem Rücken, sodass die Luft aus seinen Lungen gepresst wurde. Einen Moment lang lag er am Grund des Loches und keuchte erschöpft. Der Schmerz in seinem Rücken breitete sich im ganzen Körper aus und er fühlte sich gelähmt. Er spürte kaum, wie ihm Wasser über den Bauch lief und sich sein Fell und die Kleidung damit vollsogen.

Als er nach einer Weile wieder den Kopf hob, hörte er den Fuchs rufen: „Ich hab die Notiz! Lass uns hier abhauen!"

Shayne richtete sich schwermütig auf und sah sich um. Er war in einen Schacht gefallen. Direkt um ihn herum waren Steinwände, wie in einem Brunnen. Offenbar hatte er durch seinen Sturz die Wände aufgerissen, sodass Wasser in den Schacht lief. Er stand bereits bis zu den Knien im Wasser.

Shayne schlug seine Krallen in die Steinwand und versuchte sich hochzuziehen, doch durch die Feuchtigkeit rutschte er wieder ab.

„Ich hab nicht mehr genügend Kraft, um mich hochzuziehen", musste er erkennen, und sah sich panisch um. Das Wasser stieg weiter.

„Was ist los?!", rief der Fuchs ihm von oben zu.

„Du musst mir helfen. Ich komm hier allein nicht mehr heraus."

Einen Moment sagte der Fuchs nichts und Shaynes Augen wurden groß vor Schreck. Er würde ihn doch nicht im Stich lassen, oder doch?

„Ich kann echt nicht verstehen, wie du deine Ausbildung abschließen konntest, wenn du dich nicht selbstständig aus so einer Lage befreien kannst. Das ist erbärmlich!"

Shaynes Kinn klappte schockiert runter. Er konnte nicht glauben, dass Loyee nun seine eigenen Worte gegen ihn einsetzte. „Ich schaff es auch ohne deine Hilfe!"

Shayne streckte den Arm aus und öffnete die Pfote. Seine Handfläche ruhte auf dem feuchten Gestein der Wand.

Er schrie auf und ein Strahl schoss aus seiner Handfläche, die das Gestein wegsprengte. Shayne hoffte darauf, einen sicheren Höhleneingang zu finden, durch den er wieder nach oben kam, doch statt Sicherheit war hinter der Wand nur noch mehr Wasser, das dem Wolf nun in einem großen Strahl ins Gesicht spritzte.

Er vermutete, dass dieser Schacht sich inmitten eines Höhlensees befand und der einzige Ausgang nach oben führte.

Das Wasser ging ihm bereits bis zum Bauch und langsam wurde Shayne panisch. Er konnte nicht schwimmen und würde am Grund bleiben, wie ein dicker Stein. Der Schacht war zu breit, um sich mit beiden Armen an den Wänden abzustützen und Klettern ging auch nicht.

Er sah wieder nach oben und brüllte: „Loyee, ich brauche deine Hilfe!"

Niemand antwortete ihm, doch er wusste, dass der Fuchs noch dort war.

Der Wasserstrahl schien nie enden zu wollen und füllte den Schacht unablässig.

„Es tut mir leid, was ich gesagt habe. Manchmal braucht man die Hilfe eines anderen, um zu überleben. Ich wollte dich nicht beleidigen. Hörst du?! Es tut mir leid!"

Das Wasser stieg ihm nun bis zum Hals und Shayne sah keinen Ausweg. „Bitte. Ich brauch deine Hilfe! Ich kann nicht schwimmen!"

Er versuchte sich so gut es ging an der Steinwand festzuhalten und den Kopf über Wasser zu halten. Der Wasserstand stieg schnell an und Shayne reckte den Kopf nach oben. „Bitte! Loyee!"

Mit dem Überleben kämpfend kletterte Shayne höher, doch er fand kaum Halt auf dem nassen Stein. Er bohrte seine Krallen in das Gestein und versuchte, über dem Wasser zu bleiben.

„Hilf mir!", brüllte er voller Schmerz und kletterte höher, doch dann rutschte er ab und verlor den Halt. Er fiel zurück, stieß sich den Hinterkopf an der gegenüberliegenden Steinwand an und platschte wie ein Stein ins Wasser.

Shaynes Sicht verschwamm und nur noch gedämpft hörte er die Geräusche. Schließlich wurde alles vor seinen Augen schwarz.

Plötzlich konnte Shayne wahrnehmen, dass etwas neben ihn ins Wasser fiel. Er versuchte die Augen zu öffnen und zu erkennen, was es war. Das trübe Wasser bot nur wenig Sicht. Shayne spürte, dass etwas um seine Brust griff und ihn nach oben zog,

Shayne spuckte Wasser, als er an die Oberfläche gebracht wurde. „Loyee?", röchelte Shayne und konnte nur verschwommen die Umrisse des Fuchses erkennen, der ihn über Wasser hielt.

Der Fuchs hatte sichtlich Mühe, den Wolf und sich selbst über dem Wasser zu halten. Er sah sich um und bemerkte, dass der Ausgang zu weit oben war. Es würde zu lange dauern, bis der Wasserspiegel so weit gestiegen war. So lange würde er vielleicht nicht aushalten. „Luft anhalten!", rief er und sog seine Lungen voll.

Loyee tauchte unter und zog Shayne mit sich. Schnell entdeckte er das kleine Loch, das Shayne in die Wand gerissen hatte. Wenn er Glück hatte, würde er dahinter wieder an die Oberfläche kommen. Wenn er Pech hatte ...

Loyee schwamm vor und zwängte sich durch die kleine ffnung. Er zog Shayne hinter sich her und versuchte ihn ebenfalls durch das Loch zu bekommen.

Der Wolf verhakte sich und blieb stecken. Panisch zog Loyee an ihm.

Shayne bekam gar nichts mehr mit. Er war kurz davor in Ohnmacht zu fallen, doch er wusste, wenn er jetzt nicht selbst mithalf, würde er ertrinken. Er strampelte mit den Beinen und befreite sich mit der Hand, die nicht gerade Loyee fest umklammert hielt. Schließlich schafften sie es und auch Shayne war auf der anderen Seite.

Loyee blickte nach oben. Wenn sie hier nicht an die Oberfläche kamen, würde es zu spät sein. Nochmal zurück durch das Loch würde zu lange dauern. Mindestens einer von ihnen würde dabei ertrinken, wenn nicht sogar beide.

Zuversichtlich griff Loyee um Shaynes Brustkorb und ruderte mit Armen und Beinen.

Die Oberfläche kam näher.

Loyee röchelte nach Luft, als er endlich wieder an die Wasseroberfläche kam. Er hustete und spuckte Wasser, während er sich und den Wolf oben hielt. Loyee schwamm mit ihm Richtung Ufer, doch langsam schwanden seine Kräfte und der Wolf drohte ihm aus den Händen zu gleiten.

Der Fuchs gab noch einmal alles und schaffte es, den Wolf bis ans Ufer zu bringen, wo er ihn aus dem Wasser zog und selbst erst einmal wieder zu Atem kommen musste.

Sie waren in einem anderen Teil der Höhle gelandet. Von der hohen Steindecke ragten spitze Steine, von denen das Wasser hinabtropfte. Wenige Meter vom Ufer des Höhlensees entfernt bemerkte Loyee ein Licht im Gestein. „Na endlich kommen wir hier raus", seufzte er und stieß Shayne in die Seite, doch der rührte sich nicht.

Loyee starrte geschockt zu dem Wolf. „Oh nein!"

Er drehte ihn auf den Rücken, schob sein Gewand zur Seite, schwang sich selbst über den Wolf und drückte in regelmäßigem Abstand auf Shaynes Brustkorb.

Noch immer rührte sich Shayne nicht.

Loyee zögerte einen Moment, doch dann presste er seine Lefzen auf Shaynes Schnauze und beatmete ihn, anschließend presste er wieder rhythmisch auf den Brustkorb.

Nachdem er dies einige Male wiederholt hatte und schon fast die Hoffnung aufgeben wollte, beatmete er ihn noch einmal.

Diesmal röchelte Shayne und spuckte Wasser aus.

Loyee zog sich zurück, während sich Shayne umdrehte und mehr von dem trüben Wasser ausspuckte.

Der Fuchs sah weg, doch er musste sich eingestehen, sehr glücklich darüber zu sein, dass er den Wolf gerettet hatte.

Nachdem sich Shayne einen Moment ausruhen konnte, sah er zu dem Fuchs, der, den Rücken zu ihm gewandt, dasaß und den Kopf gesenkt hielt.

Shayne kroch neben den Fuchs und sagte mit gebrochener Stimme: „Danke für deine Hilfe. Du hast mein Leben gerettet."

„Damit sind wir wohl quitt", sagte der Fuchs knapp.

„Ja. Nein, ich meine ... du ..."

Der Fuchs stand auf und unterbrach Shaynes Versuch etwas zu sagen. „Lass uns hier verschwinden. Wir haben die zweite Notiz gefunden und sollten nun draußen ein Lager aufschlagen. Wir müssen unsere Sachen zum Trocknen aufhängen."

Mit leerem Blick starrte Shayne in das Lagerfeuer und stocherte mit einem Stock durch die Glut. Währenddessen genehmigte sich Loyee einen Fisch, den er gefangen hatte.

„Vielleicht ist dieses Training nicht nur für unsere Kampffähigkeiten und das Überleben gut", sagte Shayne plötzlich in die Stille.

Loyee blickte verwundert auf.

„Ja, vielleicht sollen uns die Übungen auch zusammenschweißen. In einer Schlacht müssen wir schließlich auch als Team funktionieren und zusammenarbeiten."

Loyee nickte und fragte: „Könntest du meinen Verband wechseln?"

Shayne bejahte und hängte das verbliebene Gepäck zum Trocknen auf. Er zündete die llampe an und ging mit dem Fuchs ins Zelt. Shayne befestigte die llampe im Zelt, um die Hände frei zu haben.

Loyee ließ sich auf der trockensten Decke, die sie hatten, nieder und zog sein Hosenbein hoch, damit Shayne freie Sicht auf die Wunde hatte.

Als Erstes zog Shayne dem verblüfften Fuchs das Gürtelband von der Hose und erklärte: „Wenn du die ganze Nacht deine nassen Sachen anlässt, wirst du krank. Du solltest sie zum Trocknen aufhängen. Leider ist bei unserer Aktion fast das ganze Gepäck nass geworden. Bis morgen ist es aber hoffentlich trocken."

Loyee nickte. Er wusste, es würde keinen Sinn haben, mit Shayne zu diskutieren und er musste sich eingestehen, dass der Wolf recht hatte. Mit einem unbehaglichen Gefühl im Bauch legte er sein nasses Oberteil ab und zog auch die Hose aus. Nur mit Unterwäsche bekleidet lag er nun auf dem Boden und sah Shayne aus großen Augen an.

Shayne entfernte die nasse Bandage um Loyees Oberschenkel und besah sich die Wunde.

„Tut ziemlich weh nach der Belastung in der Höhle", erklärte Loyee knapp und starrte auf das Flackern der llampe.

Shayne versorgte die Wunde und legte einen trockenen Verband an.

„So, du bist fertig. Ich geh kurz deine Sachen an den Baum hängen, damit morgen alles trocken ist."

Shayne ließ Loyee allein im Zelt, der dem Wolf mit einem Blick der Unbehaglichkeit nachsah.

Shayne hängte die Sachen an die Äste und zog sich sein Oberteil aus. Er streckte sich erschöpft und war froh, nun etwas Schlaf finden zu können. Die beiden hatten einen harten Tag hinter sich und mussten morgen wieder fit sein.

Shayne zog sich eine halbwegs trockene Unterhose an und verlor sich einen Moment in dem knisternden Lagerfeuer. Die kleinen Flammen leckten an dem Holz und verbreiteten einen angenehmen Duft.

Ein Luftzug fuhr Shayne durchs Fell und er begann zu frieren. Als er in den bereits dunklen Himmel blickte, bemerkte er die vielen Wolken. „Ohje, hoffentlich gibt es keinen Sturm", flüsterte er dem Himmel entgegen.

Er löschte das Lagerfeuer und kroch ins Zelt hinein.

Loyee hatte sich bereits auf der Decke zusammengerollt und sah nun mit einem Blick zu Shayne, den dieser nicht recht einzuordnen wusste.

Shayne legte sich neben Loyee auf die Decke. Die restlichen Decken hingen draußen zum Trocknen. Für diese Nacht mussten sie sich diese eine Decke als Unterlage teilen.

Shayne ließ die llampe an, da er darauf aus war, mit Loyee noch ein wenig zu plaudern, doch er wusste nicht recht, was er sagen sollte.

Eine Weile herrschte peinliches Schweigen und nur der pfeifende Wind, der durch den Wald fegte, brach die Stille.

Shayne sah zu dem Fuchs, der, den Rücken zu ihm gewandt, dalag und zitterte. Die leichte Feuchtigkeit in dieser kalten Nacht machte ihm offenbar zu schaffen.

Shayne seufzte und ihm fiel auf, dass Loyee wirklich noch sehr kindlich wirkte. Er weckte eine Art Vatergefühle in ihm, die er bei seinem eigenen Sohn so nicht hatte.

Der Wolf schüttelte den Kopf. Er selbst war nicht älter als Loyee und doch hatte er das Bedürfnis, sich um ihn kümmern zu müssen. Vielleicht war es auch nur ein freundschaftliches Gefühl, das man für einen verletzten Kameraden verspürte. Das war ja nichts Abwegiges.

Shayne setzte sich auf, griff an ein Ende der Decke und sagte: „Hier, nimm sie. Ich brauche keine Unterlage."

Loyee zuckte mit den Ohren und drehte sich um. „Wieso? Das ist deine."

„Nimm sie einfach und halt die Klappe."

Der Fuchs senkte die Ohren und bekam einen wehmütigen Ausdruck. „Nein, lass sie uns lieber teilen."

Shayne rollte mit den Augen, legte sich wieder hin und beobachtete das Flackern der llampe. Er hatte sich dieses Training anders vorgestellt, aber er musste zugeben, dass er Erfahrungen machen konnte, die er sonst vermutlich nie gemacht hätte.

„Tut mir leid, dass ich dich am See verärgert hab."

Shayne brauchte einen Moment, um zu verstehen, was genau Loyee meinte. Ja, er war sauer auf Loyee gewesen als er ihm die Kleidung weggenommen hatte und das Ganze als Scherz abtat, doch er bereute es, dass er Loyee dafür angeschrien hatte.

„Ich weiß jetzt, dass man nicht jedes Problem mit einem Grinsen lösen kann. Weißt du, ich vermisse einfach noch meine Kindheit, in der ich frei war und man nicht immer ernst sein musste."

Shayne drehte sich zu dem Fuchs und bestätigte: „Ja, das kann ich verstehen. Und du hast recht, wenn man alles verbissen und ernst sieht, ist das Leben ziemlich langweilig. Aber man darf auch nicht alles auf die leichte Schulter nehmen."

Loyee nickte.

„Und mir tut es leid, dass ich dich angeschrien und verletzt habe", gab Shayne flüsternd zu.

Der Fuchs sah dem Wolf in die Augen.

„Ich bin dir sehr dankbar für deine Hilfe vorhin in der Höhle. Ich dachte erst wirklich, du würdest mich im Stich lassen."

Loyee lächelte. „Du hast mein Leben auch gerettet. Ich war es dir schuldig."

Shayne setzte sich auf und fragte: „Hast du es also nur gemacht, weil du es mir schuldig bist?"

Loyee schüttelte den Kopf. „Zwar war ich wütend auf dich, aber ich hätte dich auch so gerettet. Du bist ein Arsch. Aber ich mag dich trotzdem."

Shayne zog verwundert die Augenbrauen hoch. Er sah Loyee an, dass er selbst nicht so genau wusste, was er da sagte.

Der Wolf legte sich wieder hin. Der Wind pfiff stärker durch die Bäume und nun war es Shayne, der zu zittern begann.

„Dir ist auch kalt", bemerkte Loyee. „Vielleicht sollten wir ..."

Der Wolf wusste nicht, was er sagen sollte und betrachtete den Fuchs, der noch mit dem Rücken zu ihm gewandt dalag. Er konnte sein Gesicht nicht erkennen und fragte sich, was der Fuchs dachte. „Vielleicht sollten wir was?"

Loyee rührte sich nicht, als er antwortete: „Uns gegenseitig wärmen."

Shayne fiel auf, wie unangenehm es dem Fuchs war, dies auszusprechen. „Wenn du das willst."

„Wir müssen nicht. Es war nur so eine Idee."

Unmerklich rückte Shayne ein Stück näher zu Loyee. Vermutlich würde es sich wirklich wärmer anfühlen, sich an den nackten Rücken des Fuchses zu schmiegen, den Arm um ihn zu legen und ...

Shayne blinzelte und zuckte nervös mit den Ohren.

Der Fuchs drehte den Kopf, sodass er Shayne ansehen konnte und rückte seinerseits näher zu Shayne, bis sich ihr Fell fast berührte.

Shayne war es unangenehm so dicht an dem Fuchs zu liegen, doch er musste zugeben, dass es wärmer war. „Darüber verlierst du kein Wort in Gegenwart der anderen, verstanden?"

Loyee nickte lächelnd.

Shayne wagte einen Blick zu dem Fuchs, der die Augen geschlossen hielt und sich mit dem Rücken an seinen Bauch schmiegte. Er wusste nicht weshalb, doch Shayne musste an die erste Nacht denken, die er mit Leila verbracht hatte. Shayne war nervös gewesen und auch nun überkam ihn dieses Gefühl. Er versuchte wieder das Gespräch aufzunehmen und fragte: „Du sagtest, du willst keine Kinder haben?"

Loyee öffnete die Augen wieder und antwortete: „Nein. Ich kann es nicht."

Shayne hob die Augenbrauen und hatte eine Ahnung. „Heißt das etwa ... ist es dir nicht möglich, weil ... weil du ... dein ...?"

Loyee lachte und erklärte: „Nein. Weißt du, es ist mehr ... ich weiß nicht ... ich bin nicht ... so mit Frauen ..."

„Oh."

Loyee biss sich auf die Lefzen. Nun hatte er zu viel gesagt. Jetzt kam er aus der Sache nicht mehr heraus.

Shayne bemerkte Loyees Reaktion und lächelte. „Nun mach dir mal nicht ins Hemd. Ich erzähl's keinem."

„Ich hab gar kein Hemd an", erinnert Loyee ihn und sie beide mussten lachen.

„Ich überlasse die Fortführung unserer Familie meinem Bruder. Ich könnte einfach keine Kinder zeugen. Nicht mit einer ... Ich könnte nicht ..." Loyee drehte sich auf die andere Seite, um dem Wolf zugewandt zu liegen. Er hielt die Schnauze gesenkt und versuchte Shayne nicht in die Augen zu sehen.

„Schon gut. Ich verstehe das", versuchte Shayne ihn zu beschwichtigen. Er legte seine Hand als freundschaftliche Geste auf Loyees Schulter.

Der Fuchs lächelte und rückte ein Stück näher an den Wolf. „Ist dir noch kalt?", wollte er wissen.

„Nein, mir geht's gut."

Ohne auf Shaynes Antwort zu reagieren, grub Loyee seine Pfoten in Shaynes Brust und senkte den Kopf, um dem Blick des Wolfes zu entgehen.

Shayne wusste nicht, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er musste zugeben, dass er nicht wollte, dass Loyee ihn berührte und sich an ihn kuschelte, doch etwas in ihm sagte, dass er ihn gewähren lassen sollte.

Loyee streichelte über die blanke Brust des Wolfes und fühlte die Wärme, die ihn umgab. Er wusste nicht, was Shayne davon hielt, deshalb genoss der Fuchs es, solange es ging. Die Nähe zu dem Wolf ließ ihn nicht unberührt und Loyee hoffte, dass Shayne nicht bemerkte, welche Art von Auswirkung diese Intimität auf ihn hatte.

Shayne wollte Loyee zurückdrängen und ihn zurechtweisen, doch er konnte es nicht. Es war falsch, es zuzulassen, doch er konnte nicht anders. Etwas ging von diesem Fuchs aus, das ihn interessierte und das Shayne davon abhielt, den Fuchs aufzuhalten.

Loyee war sich nicht sicher, wie weit er gehen konnte, doch er wollte Shayne auf die Probe stellen. Er legte seinen Arm um ihn und drückte den Wolf fest an sich.

Shayne wusste nicht, wie ihm geschah als Loyee ihn plötzlich umarmte. Es war ein angenehmes Gefühl, die Nähe eines Kameraden ... eines Freundes zu spüren, doch wusste er nicht so recht, was er davon halten sollte. Vermutlich würde er Loyee nach dem Training nie wieder sehen.

Shayne versuchte seine Gedanken zu ordnen und ließ sich von seinen Gefühlen leiten. Er näherte sich dem Fuchs seinerseits. Als er sich eng an seinen Körper schmiegte, spürte Shayne etwas, das ihn aufschrecken ließ. Da war ein Widerstand an einer Stelle und Shayne wusste sofort, um was es sich handeln musste.

Loyee blieb still liegen und wurde sich bewusst, dass Shayne seine Reaktion bemerkt haben musste. Er hob den Kopf und sah in die grünen Augen. Loyee konnte nicht erahnen, was Shayne dachte. Er vermutete, dass Shayne selbst nicht wusste, was er tun sollte. „Hör zu, ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Versteh das nicht falsch", flüsterte Loyee verlegen.

Shayne senkte den Kopf, sodass seine Augen im Schatten lagen und entgegnete: „Nicht schlimm. Passiert eben."

Loyee atmete erleichtert aus und erwartete, dass sich Shayne zurückziehen würde, doch er blieb.

„Aber warum passiert es gerade jetzt? Das heißt, du bist also wirklich ..."

Der Fuchs ließ den Wolf los und rutschte zurück. „Tut mir leid."

Shayne blieb einen Moment stumm und sah den Fuchs an, der peinlich berührt versuchte, seinem Blick zu entgehen. Er wusste nicht, was ihn dazu veranlasste, doch er legte eine Pfote auf Loyees Wange und näherte sich ihm.

Loyee konnte kaum glauben, was nun geschah. Seine Nasenspitze berührte die von Shayne und er spürte, wie Fingerspitzen über seine Seite glitten. Er riss sich zusammen, um keinen Laut von sich zu geben, doch als die Finger plötzlich über die Ausbeulung seiner Unterhose strichen, konnte er sich ein Japsen nicht verkneifen. Lange hatte er auf den richtigen Jungen und den richtigen Moment gewartet und nun passierte es. Er wurde berührt und es war ein Gefühl, das ihn überwältigte. Loyee wölbte den Rücken und spürte, wie sich das Kribbeln über seinen ganzen Körper ausbreitete.

Shaynes Fingerspitzen fuhren sanft über den gespannten Stoff, unter dem sich die nackte Erektion verbarg. Warum streichelte er ihn an dieser Stelle? Und warum erregte es ihn? Tausend Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf. Nie zuvor hatte er einen Jungen berührt, noch nicht mal viele Gedanken daran verschwendet. Es ging immer nur darum, eine Frau zu finden und Kinder zu zeugen, doch war das wirklich das, was auch Shayne wollte? Er hatte nie etwas infrage gestellt, doch nun war alles anders.

Loyee drückte seine Hüfte gegen Shaynes Handfläche und klammerte sich an die Decke.

Shayne erfühlte die Form von Loyees Geschlecht. Seine Fingerspitzen fuhren langsam die Länge entlang bis zur Spitze. Die weiche Haut gab unter dem Druck etwas nach. Selbst durch den Stoff konnte Shayne spüren, wie seidig glatt die Haut an dieser Stelle war. Er konnte kaum glauben, dass dies auf ihn selbst solch eine Wirkung zeigte. Seine Hose spannte sich.

Die Atmung des Fuchses beschleunigte sich, als Shayne über seine Penisspitze strich. Der Stoff der Unterhose kitzelte ihn und sein Fell begann zu prickeln.

Der Wolf zog die Pfote zurück und ließ den Fuchs durchatmen. Doch seine Neugier war noch da. Er wollte wissen, wie sich die Haut ohne den störenden Stoff anfühlte. Shayne griff an den Hosenbund und zog an dem Kleidungsstück.

Loyee ließ ihn gewähren und als die Unterhose tiefer rutschte, wurde die pochende Erektion des Fuchses freigelegt.

Shayne streifte dem Fuchs den Stoff von den Beinen und sah neugierig an Loyee herab. Das weiße Bauchfell zog sich über Loyees Unterkörper und bedeckte auch die Hoden des Fuchses. An der Peniswurzel wurde das Fell dünner und verschwand schließlich gänzlich, zurück blieb die pinke Haut, die sich über die gesamte Länge des Geschlechts erstreckte. Die fast gänzlich freigelegte Spitze des Penis färbte sich etwas dunkler. Die Vorhaut reichte nur ein kleines Stück über die Eichel und überließ nichts der Fantasie.

Voller Neugier berührte Shayne Loyees nackte Haut und ein Gefühl durchströmte ihn, das ihn erzittern ließ. Er war sonst immer sehr kontrolliert, doch dass diese Intimität ihn so aus der Bahn warf, hatte er nicht erwartet.

Shayne umfasste den pochenden Schaft und zog die Vorhaut nach vorn bis über die Spitze. Er bemerkte, dass es Loyee erregte, da sich dieser weiter gegen ihn drückte und entspannt atmete.

Shayne zog die Vorhaut wieder zurück bis zum Ansatz, sodass die pink leuchtende Eichel komplett freigelegt wurde. Er schob die Haut wieder vor und wiederholte den Vorgang mehrmals in sich steigerndem Tempo. Shayne rieb den Penis schneller und spürte, wie Loyees Atem lauter wurde. Mit der anderen Hand kraulte der Wolf ihm über die flache Brust.

Loyee stöhnte und bäumte sich auf. Sein ganzer Körper zuckte, als er seine Hüfte dem Wolf entgegen streckte. Sein Samen drückte sich aus der angeschwollenen Spitze und spritzte in Shaynes Fell, während dieser weiterrieb. Der Fuchs krümmte sich und klammerte sich an den Wolf, während sein Orgasmus langsam verebbte.

Shayne drückte die letzten Tropfen aus dem Glied und ließ Loyee einen Moment verschnaufen. Der Penis in seiner Hand schlaffte langsam wieder ab und wurde weicher.

„Tut mir leid", murmelte Loyee und hielt sich beschämt die Hand auf die Augen.

„Das ging schnell", bemerkte Shayne. Das Sperma verklebte sein Fell, doch es war ihm egal. Seine eigene Erregung pulsierte noch und verlangte nach Befriedigung.

Shayne ließ den Fuchs los, zog sich die Hose herunter und drückte Loyee auf den Rücken. Der Wolf schwang sich über den Fuchs und kniete sich über Loyees Brust. Das Glied ragte dem Fuchs nun ins Gesicht. „So ist es nur fair. Jetzt bin ich an der Reihe."

Loyee betrachtete Shaynes Geschlecht. Es war nicht so groß, wie sein eigenes, jedoch war es etwas dicker. Sichtbare Adern zogen sich über das pulsierende Geschlecht. Shaynes Eichel war ebenfalls pink, jedoch färbte sich die Haut darunter weiß, wie das Fell des Wolfes. Im steifen Zustand war die Vorhaut straff zurückgezogen und entblößte die Spitze.

Loyee sah grinsend zu dem Wolf hinauf und nahm das Glied in die Pfote, welches direkt auf seine Schnauze zeigte. Seine Schüchternheit war wie verflogen, als er an der Reihe war, seinen Zeltgenossen zu befriedigen.

Loyee schob die Vorhaut über die Eichel, die sich an der Spitze sammelte. Ein Tropfen der süßen Flüssigkeit drückte sich durch die Vorhaut. Loyee nahm tief den Geruch auf, den die Erregung verbreitete. Der angenehme Duft beflügelte seine Sinne und er brannte darauf, den Wolf zu schmecken.

Loyee zog die Pfote wieder bis zum Ansatz. Die Haut glitt zurück und ließ den Blick auf die dicke pulsierende Eichel frei. Die Flüssigkeit hatte sich um die Vorhaut und die Spitze gelegt und ließ sie im einfallenden Kerzenlicht glänzen.

Loyee setzte die Zungenspitze am Ansatz des Geschlechts an und leckte über die gesamte Länge des Gliedes. Die Zunge fuhr den unteren Schwellkörper entlang bis zu dem kleinen Bändchen, das die Vorhaut mit der Eichel verband. Einen kurzen Moment verweilte Loyee an dieser Stelle und genoss den Geschmack.

Shayne legte den Kopf in den Nacken und stöhnte, als Loyees Zunge über eine so empfindsame Stelle strich. Blitze und Funken erschienen vor seinen Augen und sein Körper zitterte. Nie zuvor hatte er so etwas gespürt. Es fühlte sich so schön an, so aufregend und gleichzeitig umhüllte ihn ein Gefühl der Geborgenheit. Er gab sich dem Gefühl hin und genoss es.

Loyee öffnete die Schnauze und ließ die Penisspitze in sein Maul gleiten. Er fuhr mit der Zunge über die Eichel und ertastete die leicht gedrungene Form. Die Spitze war rund und wölbte sich am Rand, wo sie über eine Vertiefung in den Schaft überging.

Shayne konnte sich das Stöhnen nicht verkneifen, als die leicht raue Zunge über seine Penisspitze glitt. Er spürte jede kleinste Bewegung und hatte das Gefühl, der ganze Wald musste seine Laute hören. Er wollte still sein, doch die Klänge kamen einfach so aus ihm heraus, er konnte sie nicht kontrollieren, gar unterdrücken.

Loyee ließ seine Zunge von der Unterseite des Geschlechts über das Bändchen bis zur ffnung, die sich darüber befand, gleiten und konnte mehr der Flüssigkeit schmecken. Er brachte seine Pfoten zum Einsatz und umschloss mit einer Hand den Penis an der Wurzel. Mit der anderen Pfote griff er an den Hodensack und kraulte diesen ausgiebig. Er konnte deutlich die beiden Hoden durch die befellte Haut ertasten und massierte sie leicht, ohne zu viel Druck auszuüben.

Shaynes Augenlider schlossen sich fast und nur verschwommen sah er das Flackern der llampe, während er die ausgiebige Behandlung des Fuchses genoss.

Loyee begann über die Länge des Geschlechts zu streichen, während er weiter die Eichel mit der Zunge verwöhnte. Er schob die überschüssige Haut bis vor seine Schnauze und wieder zurück zum Ansatz und ließ seine Zunge auf der Eichel kreisen. Die Zungenspitze fuhr zwischen der ffnung und dem Bändchen entlang, glitt über die Oberseite und wieder zurück.

Shayne warf den Kopf in den Nacken und mit einem Mal überkam ihn ein heißes Gefühl. Ein flammendes Inferno breitete sich in seiner Lendenregion aus und unter einem letzten Stöhnen, das mehr einem Brüllen glich, spritzte er ab. Schwall um Schwall schoss der Samen aus dem Glied, welches nun etwas langsamer massiert wurde.

Loyee schluckte die weiße Flüssigkeit und saugte leicht an der Eichel, um auch die letzten Reste des Samens aufzunehmen.

Nachdem sich der letzte Tropfen aus dem Penis gedrückt hatte, ließ Loyee die Eichel aus seiner Schnauze gleiten und sah zufrieden zu dem Wolf auf.

Shayne stieg von dem Fuchs herunter und ließ sich neben diesem auf dem Rücken nieder. Sein Geschlecht pulsierte noch leicht und ein Faden der Flüssigkeit spannte sich von seinem Bauchfell zu der Penisspitze

Der Fuchs sah ihn an und genoss den Anblick des befriedigten Wolfes.

Shayne verschnaufte eine Weile und legte den Arm um Loyee. Der Druck in seiner Lendenregion hatte abgenommen, doch das warme Gefühl in seinem Bauch hielt an.

Loyee kuschelte sich an den Wolf und spürte nun ebenfalls keine Spur der Kälte mehr. Er vergrub seine Schnauze in dem weißen Fell und fiel in einen angenehmen Schlummer.

Kapitel 04: Blaue Augen

Loyee beobachtete aufmerksam, wie sich Shayne ein Shirt überstreifte und seine Sachen in die Tasche packte. Vermutlich wusste der Wolf noch nicht, dass Loyee schon wach war. Der Fuchs vergrub seine Schnauze in der Decke und überlegte, was wohl in dem Kopf des Wolfes vor sich ging.

Shayne band sich die Haare zusammen und seufzte. Es war ein seltsamer Morgen und er hatte Magenschmerzen. Er war sich bewusst, dass sich einiges ändern würde und er fragte sich, wie es Leila ging. Das schlechte Gewissen plagte ihn. Er würde mit ihr darüber sprechen müssen. „Ich hoffe, dass bei ihr alles in Ordnung ist", sagte er leise und ließ den Kopf hängen.

Loyee zuckte mit den Ohren. Ihm war klar, an wen Shayne dachte und er senkte beschämt den Blick. Wie konnte er sich nur vorstellen, dass er wichtig für Shayne war? Vermutlich würde er ihn komplett vergessen, sobald das Training vorüber war. Schließlich hatte Shayne eine Frau und war sogar Vater. Was hatte er dem schon entgegenzusetzen?

Loyee setzte sich auf und streckte sich. „Guten Morgen Shayne", sagte er freundlich und sah den Wolf aus großen Augen an.

Shayne erwiderte den Blick. Der Fuchs machte einen etwas geräderten Eindruck. Seine Haare standen in alle Richtungen ab, doch seine Augen leuchteten. Der Wolf blickte an seinem nackten Oberkörper herab. Der Fuchs hatte sich die Decke bis zum Bauchnabel gezogen und verdeckte damit die Sicht auf den Bereich, den Shayne in der Nacht näher kennengelernt hatte. Shayne wandte den Blick von ihm ab und versuchte seine Gedanken zu ordnen. „Guten Morgen. Pack deine Sachen, wir müssen weiter."

Loyee seufzte enttäuscht und beobachtete den Wolf, wie er seine Sachen in den Rucksack packte. Wie sollte er mit ihm in ein Gespräch kommen, wenn er schon am frühen Morgen schlecht gelaunt war? Loyee dachte sich, dass er Shayne möglicherweise erst etwas von sich überzeugen musste, damit er ihm Beachtung schenkte.

„Na gut, wenn du es sagst", raunte er gespielt provozierend und zog die Decke von seinem Körper. Die Sicht auf seinen unbekleideten Körper war freigelegt. Der Fuchs wusste, dass Shayne ihn aus den Augenwinkeln beobachtete und streckte sich beherzt. Er wölbte den Rücken, streckte den Bauch aus und gähnte genüsslich. Loyee wartete auf eine Reaktion des Wolfes, doch dieser sagte nichts und wandte sich wieder seiner Arbeit zu.

Loyee drehte sich nach hinten, beugte sich nach vorn und stellte sich auf alle Viere über seine Tasche, und legte die Decke zusammen. Er achtete darauf, dass sein nackter Hintern gut zu sehen war.

Shayne sah noch einmal zu dem Fuchs und erstarrte bei dem Anblick, der sich ihm erbot. Der lange Schweif des Fuchses war erhoben und ließ die Sicht auf das Darunterliegende frei. Die wohlgeformten Backen luden geradezu dazu ein, sie zu berühren. Ein Stück tiefer konnte Shayne die imposanten Hoden des Fuchses betrachten, die bei jeder Bewegung leicht mitschwangen. Auch dieser Bereich sah verführerisch aus und Shayne spielte mit dem Gedanken, nach den Hoden zu greifen und sie zu fühlen. Vor dem Hodensack konnte er den schlaffen Penis sehen. Shayne fiel auf, dass er gern mehr in der Nacht ausprobiert hätte. Wie groß war jetzt die Neugier, ihn erneut in den Händen zu halten und zu betasten, ihn zu schmecken.

Shaynes Wangen erröteten und er versuchte seinen Blick von der süßen Versuchung zu lösen. Er nahm seine Tasche und schritt aus dem Zelt, ohne auch nur ein Wort zu verlieren.

Loyee setzte sich und blickte dem Wolf hinterher. Er nahm an, dass er etwas falsch gemacht hatte und begann zu zweifeln. Nach der letzten Nacht wollte er sich die Hoffnung nicht nehmen lassen, dass Shayne vielleicht doch mehr Interesse an ihm hatte, als er zugab.

Nackt wie er war kroch Loyee Shayne hinterher, der die restliche Kleidung, die noch an den Ästen hing, in seine Tasche packte.

„Bist du schon fertig?", fragte Shayne und drehte sich zu dem Fuchs.

Loyee versuchte mit seinen Reizen zu spielen. Er sah den Wolf mit großen, unterwürfigen Augen an und hielt mit dem Schweif gerade so seine intimsten Stellen verdeckt. Sein Ohr knickte er ein und die Arme versteckte er hinter dem Rücken, während er Shayne weiter ansah. Er wich seinem wieder Blick aus und richtete die Augen dann doch wieder auf ihn.

Shayne beobachtete ihn einen Moment. Er wusste seine Geste zwar einzuschätzen, doch war ihm klar, dass er darauf nicht eingehen konnte. Sein Fell prickelte und er musste zugeben, dass ihm das, was er sah, gefiel. Um sich von dem Gedanken abzulenken, kratzte sich Shayne am Hinterkopf und fragte erneut: „Bist du fertig? Wir müssen weiter. Es fehlen nur noch zwei Notizen. Wir haben bestimmt gute Chancen, die Ersten zu werden, also zieh dir schnell was an."

Loyee sah etwas beschämt zur Seite, doch er blieb stehen und erwiderte nichts.

„Was ist los? Gefällt es dir so sehr, deinen blanken Hintern in die Luft zu strecken? Dafür ist im Moment keine Zeit."

Der Fuchs fluchte innerlich. Wie konnte Shayne ihn nur so ignorieren? War es vielleicht doch nicht so, wie er es sich erhofft hatte? Loyee ließ den Kopf hängen und schlurfte langsam zum Zelt zurück.

„Hast du irgendwas auf dem Herzen?", fragte Shayne plötzlich.

Loyees Ohren zuckten und er sah zu dem Wolf zurück.

„Du wirkst etwas niedergeschlagen. Geht's dir nicht gut? Sonst bring ich dich zurück zum Camp und mache allein weiter."

Loyee lächelte ihn an und erwiderte: „Nein, mir geht's gut. Keine Sorge."

Der Fuchs rückte seinen Rucksack zurecht und blickte zu Shayne, der die Führung übernommen hatte. Tausend Gedanken schwirrten ihm durch den Kopf und er fragte sich, wie er am besten ein Gespräch beginnen konnte. Er ertappte sich dabei, auf Shaynes bekleideten Hintern gestarrt zu haben und musste an die vergangene Nacht denken. Würde es sich wiederholen? Er würde dazu definitiv nicht nein sagen, aber wie stand Shayne dazu? Loyee musste es herausfinden und fragte: „Du ...? Also wegen gestern Nacht ..."

„Was ist damit?" Shayne würdigte ihm keines Blickes und sah starr nach vorn. Er hatte wenig Lust auf ein Gespräch über dieses Thema, doch er wusste, dass er sich früher oder später damit auseinandersetzen musste. Es hatte keinen Zweck, auszuweichen.

„Weißt du, ich fand es sehr schön."

Der Wolf antwortete nichts und beschleunigte sein Schritttempo.

„Du also nicht. Hatte ich mir schon fast gedacht", seufzte Loyee niedergeschlagen und ließ den Kopf hängen.

Shayne drehte den Kopf, sodass er den Fuchs aus den Augenwinkeln erkennen konnte.

„Es war mein erstes Mal", flüsterte Loyee.

Shayne seufzte und senkte die Ohren. Dies hatte er nicht gewusst. „Es war eine einmalige Sache." Die Antwort war knapp und ohne jegliches Gefühl.

Loyee blickte auf und lief schneller, um den Wolf einzuholen. „Es muss keine einmalige Sache bleiben."

Shayne hörte die Hoffnung aus seinen Worten blitzen. Er sah dem Fuchs in die Augen und seufzte.

„Nur wenn du es willst natürlich", ergänzte Loyee.

„Nein, es darf nicht wieder passieren." Das waren klare Worte, die Loyee wie ein Schlag ins Gesicht trafen.

Der Fuchs sprang vor, stellte sich vor Shayne, forderte ihn zum Halten und schrie: „War es so schlimm für dich?! Tut mir leid, wenn ich dir nicht ..."

„Es liegt nicht daran", unterbrach er ihn und sah tief in die blauen Augen.

„Dann sag mir was Sache ist! Ich bin ein Mann, das ist dein Problem, oder? Ich habe einen ... ich hab ..."

Shayne seufzte und blickte zu Boden. Ein kühler Wind strich ihm über die Nase und er hatte das Gefühl, dass ihm übel wurde.

„Sag was!", forderte Loyee. „Ich will es wenigstens wissen. Du kommst nicht damit klar, dass ich ..."

„Ich bin Ehemann und ich bin Vater!", brüllte Shayne ihn an. Sein Gesicht war wutverzerrt und Loyee ging schockiert einen Schritt zurück.

Er wusste, dass Shayne nicht so wie er war, doch die Hoffnungen waren stärker als die Vernunft gewesen. Loyee senkte den Kopf. „Und ich bin nur der kleine dumme Junge, mit dem du dich ausprobieren konntest."

Shayne ging einen Schritt auf Loyee zu. Ihm fiel auf, dass er ihn lauter angeschrien hatte, als er es hätte tun müssen. Er war sich bewusst, dass er Loyee verletzte, doch er war dazu verpflichtet, Klartext mit ihm zu reden und ihm zu sagen, wie er die Sache sah. „Du bist kein dummer Junge."

Er blieb kurz vor dem Fuchs stehen, sodass sich ihre Körper nur wenige Zentimeter voneinander trennten.

Loyee blickte ihn wieder mit großen Augen an und sog scharf die Luft ein. Was sollte er tun?

Doch bevor Loyee etwas tun konnte, legte Shayne seine Arme um Loyees Oberkörper und umarmte ihn.

Loyee drückt sich an Shayne und vergrub seine Nase in der Wange des Wolfes. Er wusste, wenn er Shayne erreichen wollte, dann war dies der richtige Zeitpunkt. Alles in ihm kribbelte und er hatte noch Hoffnung, mehr aus Shayne herauszukitzeln. Der Fuchs rieb seine Schnauze an der von Shayne und schließlich presste er seine Lefzen auf Shaynes Mund. Einen Augenblick lang genoss er das Gefühl, doch dann stieß ihn Shayne zurück.

„Hey! Was habe ich denn eben gesagt?"

„Es tut mir leid."

Shayne wich einen Schritt zurück.

Loyee sah ihn mit Tränen in den Augen an und versuchte Worte hervorzubringen. „Ich ... ich lie..."

„Sag es nicht!", fiel ihm Shayne ins Wort und hielt ihm zu Schnauze zusammen. Der Wolf schluckte und versuchte sich zu beruhigen. „Ich will es nicht hören."

Als Loyee erneut versuchte, etwas zu sagen, griff Shayne fester zu, sodass der Fuchs zu fiepen begann.

Shayne bemerkte, dass er ihm weh tat und ließ ihn los. Geschockt von sich selbst sah er auf den Fuchs, der sich wacklig auf den Beinen hielt und den Wolf mit einem Blick ansah, der ihm mehr weh tat, als jeden Schmerz, den er je erleiden musste. Kein Kampf war ein Vergleich zu diesem Moment.

Tränen rannen über die Wange des Fuchses und er fiel auf die Knie. Er konnte den Blickkontakt zu dem Wolf nicht halten und ließ den Kopf sinken.

Shayne wusste sich nicht zu helfen und wollte wegsehen, doch er zwang sich dazu, mitanzusehen, was er angerichtet hatte. Es war seine Schuld, dass dieser Junge nun völlig aufgelöst am Boden war. Nie hätte er gedacht, jemandem einen derartigen Schmerz zufügen zu können. Ein Schmerz, der so stark war, dass auch Shayne ihn spürte. „Das gestern hätte nicht passieren dürfen. Wir dürfen beide nicht mehr daran denken."

Loyee reagierte nicht auf ihn. Eine Träne tropfte von seinem Kiefer und er schluchzte hörbar.

„Was soll ich tun? Was soll ich sagen?", überlegte Shayne und hielt den Blick noch immer auf den Fuchs gerichtet.

Ein Regentropfen fiel auf seine Nase und Shayne sah hinauf. Wolken hatten sich über den Himmel gezogen und es begann langsam zu regnen. Düstere Wolken hatten den Himmel bedeckt und Shayne bekam das Gefühl, dass sogar seine Umwelt die Traurigkeit spürte, die Loyee übermannte.

„Tut mir leid, dass ich mich nicht unter Kontrolle habe", schluchzte Loyee und blickte wieder zu dem Wolf auf.

Shayne kniete sich zu ihm nieder und flüsterte: „Mach es uns beiden nicht noch schwerer."

Der Regen durchweichte sie, doch keiner von beiden brachte sich unter einem Baum in Schutz. Sie kauerten im Regen, sahen sich an und ignorierten die Kälte und die Nässe, die sie einhüllte.

„Ich habe eine Frau. Und ich habe einen Sohn. Ich kann das nicht aufgeben, das musst du verstehen."

Loyee wischte sich mit dem Arm über die Augen, um ein paar Tränen wegzuwischen. Er schniefte und flüsterte mit gebrochener Stimme: „Ich verstehe schon. Aber sag mir wenigstens ... ob du mich magst ... Ich meine ... ob du mich ..."

Shayne legte seine Hand auf Loyees Wange und sah ihn mit weichem Blick an. Auch in Shaynes Augen glänzte das Wasser. Alles in seinem Kopf wehrte sich dagegen, doch sein Herz war stärker. Er schloss die Augen und kam Loyee näher, sodass sich ihre Nasenspitzen berührten.

Der Fuchs konnte es kaum glauben, doch es gab nichts, was ihn in diesem Augenblick mit größerer Freude erfüllt hätte. Er ließ sich von Shayne führen und spürte seine Lippen. Loyee griff an Shaynes Arm, hielt sich fest, während der Wolf ihn küsste. Er spürte, wie Shaynes Zunge in seine Schnauze drang. Eine Gänsehaut überflog Loyee und er ließ sich auf Shayne ein. Seine Finger kribbelten, die sich stärker an den Wolf klammerten und erneut rann eine Träne seine Wange hinab.

Als sich Shayne nach einem endlosen Moment wieder löste, öffneten beide die Augen und sahen sich an. Keiner von beiden wusste, was er tun sollte, doch dann brach der Wolf die Stille: „Das bleibt unser Geheimnis."

„Versprochen. Aber was ist mit ... uns? Was wird ...?"

Plötzlich sprang Shayne auf und straffte seine Muskeln. „Irgendjemand ist da", zischte er.

Loyee sah sich auf der Lichtung um und stand ebenfalls auf. Er zog sein Schwert und hielt es kampfbereit. Noch war der Fuchs etwas zittrig, doch er versuchte sich zu konzentrieren. Nun hörte er ebenfalls, dass sich etwas näherte. Rücken an Rücken drückten sich die beiden aneinander und hielten Ausschau nach möglichen Gefahren.

„Siehst du jemanden?", fragte Shayne.

Loyee zuckte mit dem Schweif und behielt die gegenüberliegende Richtung im Auge. Er wartete und spitzte die Ohren. „Nein, aber da ist eindeutig jemand. Er kommt näher."

Geduldig warteten sie und machten sich bereit für einen Kampf.

Das Gebüsch raschelte und Shayne hielt den Blick starr auf jede Bewegung gerichtet. Plötzlich sprang eine dunkle Gestalt aus dem Strauch und bäumte sich vor den beiden auf.

„Angriff!", brüllte Shayne.

Kapitel 05: Gegenangriff

Aus dem Gebüsch sprang ein riesiges Monster mit dolchartigen Zähnen und unnatürlich leuchtenden Augen. Speichel triefte von seinen Lefzen und ein wütendes Knurren entsprang seiner Kehle.

Loyee drehte sich zu Shayne um und hielt sein Schwert fest umklammert.

„Ein Säbelzahntiger", bemerkte Shayne.

Diese riesigen Bestien waren unberechenbar und brutal. Mit ihren langen Zähnen konnten sie durch Fleisch beißen wie durch Butter. Der Schweif des gewaltigen Tieres peitschte gefährlich umher.

Shayne rechnete mit dem Schlimmsten, doch plötzlich rief jemand: „Schnell, ihr werdet gebraucht."

Verwundert blickte Shayne auf. Auf dem Säbelzahntiger schien jemand zu sitzen. Der Mann schwang sich von der Großkatze und sah zu den beiden.

„Sie? Wieso sind Sie hier?", wagte sich Loyee vor.

Der fremde Mann war niemand anderes als ihr Ausbilder. Der Tiger, der sie in Teams gesteckt und die Aufgabenstellung verteilt hatte. „Ihr müsst mitkommen. Xyens Schloss wird angegriffen und wir brauchen alle Krieger, die wir finden können. Einige sind bereits in die Schlacht gezogen."

Shayne riss die Augen auf. „Was ist mit Leila? Ist sie auch dort?"

„Und Lance? Was ist mit meinem Bruder? Gegen wen kämpfen sie?", drängte sich Loyee dazwischen.

„Keine Zeit für Fragen, steigt auf."

Sofort gehorchten die beiden und stiegen hinter ihren Ausbilder auf den Säbelzahntiger.

Der Tiger gab den Befehl und die Großkatze sprang los.

Loyee klammerte sich an Shayne, um nicht den Halt zu verlieren. Er schlang die Arme um Shaynes Brust und presste sich an seinen Rücken. Ein warmes Gefühl umgab ihn während des holprigen Ritts. Er schloss die Augen und genoss den Moment der Nähe, solange er anhielt.

Es war ein schneller Ritt und die Landschaft flog an ihnen vorbei. Bäume, Sträucher, Flüsse, nichts davon wurde in Kenntnis genommen. Sie hielten den Fokus auf ihr Ziel. Die kräftigen Beine des Säbelzahntigers brachte sie schnell über die Wiesen und Wälder.

Shayne hielt den Blick starr nach vorn gerichtet und dachte an Leila. Er würde es sich nie verzeihen, wenn ihr etwas zustoßen würde.

Plötzlich spürte er Loyees Schnauze im Nacken und eine Gänsehaut überzog ihn. Shayne überlegte, wie es mit dem Fuchs aussah. Auch für ihn würde er kämpfen, doch was wäre, wenn beide in Gefahr wären und er sich zwischen ihnen entscheiden musste? Würde er Loyee oder Leila retten? Würde er aus Verzweiflung nicht in der Lage sein, überhaupt einen von ihnen zu retten?

Shayne verdrängte die Gedanken und hoffte, dass dies nie passieren würde. Vielleicht war Leila auch bereits auf dem Schlachtfeld. Möglicherweise war sie sogar schon gefallen. Eine Vorstellung, die Shayne nicht ertragen würde.

Die Großkatze hielt auf einer großen Wiesenfläche, die von einem Fluss durchzogen und von einigen Bäumen geschmückt wurde. Sie waren weit genug entfernt der Dörfer Xornias. Dieser Ort war abgelegen. Im Hintergrund konnte Shayne die dunkelgrünen Turmdächer des Schlosses sehen. Das große Schloss Xornias, von dem er bisher nur gehört hatte. Es wurde vor vielen Jahren erbaut. Auf dem Grundstein des Schlosses, der inmitten der Halle im Erdgeschoss stand, soll ein steinerner Wildwolf thronen, der mit großen Engelsschwingen bestückt war. Die Statue war der Namensgeber des Stone-Wing-Castles. Dieser Wolf soll kein gewöhnlicher Wildwolf sein, sondern ein Federwolf. Eine Rasse von besonders magisch versierten Wölfen, die sich wie Gestaltwandler verwandeln konnten, um sich zu tarnen. Alten Sagen zufolge soll eine frühere Hüterin namens Xya den Federwölfen ein neues Zuhause gegeben haben. Die Federwölfe sollen Xya zu großen Dank verschuldet gewesen sein. Sie hatten versprochen, dass sie ihr ihre Dankbarkeit zeigen würden, wenn die Zeit reif wäre, jedoch soll man seitdem nie wieder etwas von ihnen gehört haben. Die Federwölfe waren aus ganz Xornia verschwunden und wurden nie wieder gesehen.

Nie hatte Shayne den aktuellen Besitzer des Schlosses getroffen, doch er hatte die Geschichte oft gehört. Die Welt Xornia stand mit dem Xyonit in einer Symbiose. Der Xyonit war ein heiliges Artefakt und nur der Hüter selbst durfte ihn besitzen. Man sagte sich, wer den Xyonit in den Händen hielt, hätte auch ganz Xornia im Griff. Jedoch soll nur der Hüter selbst als einziger mit dem Xyonit umgehen und seine magische Kraft nutzen können.

Ein Schrei riss Shayne aus den Gedanken. Es war Loyee, der nach vorn deutete. Shayne folgte seinem Blick und entdeckte eine dunkle Gestalt, die vor einem am Boden liegendem Kojoten stand.

„Der da trägt keinen Kampfanzug. Das muss dieser Hüter sein. Schau dir seine Haare an. Er hat den Xyonit und wenn der in falsche Hände gerät, sind wir verloren!", rief Shayne seinen beiden Kollegen zu.

Viele gefallene Krieger lagen auf dem Schlachtfeld. Kaum einer rührte sich. Shayne vermutete, dass die meisten bereits tot waren. Besorgnis klammerte sich an ihn, doch er war froh, noch nicht seine Frau unter den Kriegern entdeckt zu haben.

Die schwarze Gestalt jedoch schien nur an dem einen Krieger interessiert zu sein. Der in cremefarben gestreifte Kojote lag am Boden. Shayne erkannte die ungewöhnliche Haarfarbe, die alle Farben des Regenbogens reflektierten. Er erinnerte sich, dass das Zeichen des Hüters diese sonderbare Haarfarbe war.

Er sprang von dem Säbelzahntiger ab. Loyee folgte ihm.

„Ich werde mehr Leute zusammentrommeln", informierte der Ausbilder sie und machte mit seiner Großkatze kehrt.

Loyee und Shayne nickten ihm zu und wollten der schwarzen Gestalt entgegenrennen, doch dort lag nur noch der verwundete Hüter.

„Wo ist er hin?!", brüllte Loyee und schaute sich verzweifelt um.

„Ich kümmere mich um den da!", rief Shayne und deutete auf die weiße Gestalt am Boden.

Loyee sah dem Wolf hinterher und zog sein Schwert. „Lass mich jetzt nicht im Stich, Destiny", flüsterte er und gab der Klinge einen Kuss, die wie die Flammen eines Infernos gezackt war. Blitze durchzogen die Klinge und über dem Griff glänzten Eissplitter auf.

Plötzlich hörte Loyee einen Knall und drehte sich um. In der Ferne entdeckte er noch seinen Ausbilder und den Säbelzahntiger. Sie blieben stehen und gingen plötzlich zu Boden. Eine Blutlache breitete sich unter ihnen aus. Neben ihnen stand die schwarze Gestalt.

„Er hat sie getötet", bemerkte Loyee und hielt sein Schwert kampfbereit. „Es ist ein Dämon. Und er beherrscht offenbar sehr starke magische Fähigkeiten. Hoffentlich können wir da mithalten." Loyee warf einen Blick zu Shayne.

Der Wolf hatte den am Boden liegenden Kojoten erreicht und ihm auf die Beine geholfen.

„Vielen Dank, junger Krieger", röchelte der Kojote. Er stützte sich an dem Wolf ab und starrte mit einem metallischem Blick zu dem Dämon.

„Wer ist das?", drängte Shayne.

„Das ist der Sohn des Dämonenkönigs Dhalyrs. Er hat sich den Xyonit gekrallt. Er will seine ganze Rasse nach Xornia bringen und uns unterwerfen. Wir dürfen das nicht zulassen!"

Der Kojote griff nach Shaynes Hand und sah ihm in die Augen. „Normalerweise ist es mir als Hüter des Xyonits verboten, dies zu tun, aber ich sehe keine andere Wahl. Ich bin nicht mehr stark genug, um gegen Ez'quil zu kämpfen. Ich übertrage dir meine Fähigkeit, den Xyonit zu kontrollieren. Du musst ihn Ez'quil wegnehmen und mit seiner Hilfe einen Zauberbann sprechen, der den Dämon in ein Siegel sperrt."

Shayne sah den Kojoten ungläubig an. Wie sollte er das alles schaffen? Er war doch nur ein einfacher Krieger aus einfachen Verhältnissen, der keine Ahnung von der magischen Kraft des Xyonits hatte.

„Sag mir deinen Namen", befahl der Kojote.

„Meinen Namen? Ich bin ähh ... Night. Shayne Night."

„Nun, Shayne. Ich, Xyen, der Hüter des Xyonits, lege das Schicksal dieser Welt in deine Pfoten."

Shayne schüttelte den Kopf und schritt zurück. „Aber ich kann das nicht. Ich bin nur ein einfacher Magier. Nicht mal ein wirklich guter."

„Ich vertraue dir. Jetzt schließe deine Augen."

„Wer bist du?!", brüllte Loyee und sah in die dunklen Augen des Dämons. Er hielt seine Klinge krampfhaft umklammert und erwiderte den kalten Blick des Feindes, der sich ihm stetig näherte. Der Dämon hatte eine blassrote, fast schon fleischfarbene Haut, die sich an seinem mageren Körper hielt. Zwei Hörner thronten auf seinem Kopf, wovon eines bereits zum Teil abgebrochen war. Lange weißliche Haarsträhnen mit einem violetten Schimmer umwehten das kantige Gesicht des Dämons. Trotz des gebrechlichen Körperbaus raubte der Dämon dem Fuchs den Atem. Er konnte die Macht im Körper dieses Mannes regelrecht spüren. Als wäre sämtlicher Schatten der tiefen Abgründe in diesem Wesen vereint. Loyee schluckte.

„Ez'quil. Danke der Nachfrage. Und du willst deinen Freunden Gesellschaft leisten?"

Loyee hielt den Blick starr auf ihn gerichtet. Alle Muskeln seines Körpers waren angespannt. Er wusste, dass er es hier mit keinem einfachen Gegner zu tun hatte. Einige Krieger hatte er bereits ausgelöscht, die nun übel zugerichtet am Boden lagen. Loyee war froh, seinen Bruder noch nicht entdeckt zu haben. Der Fuchs hielt sein Schwert bereit und warf einen knappen Blick hinter sich. Shayne stand noch bei dem Kojoten.

Als sich Loyee wieder zu dem Dämon drehte, wurde sein Blickfeld von Schwärze erfüllt. Eine Kälte umgab ihn, die seinen Körper zu erdrücken drohte. Er schrie auf und wurde gewaltsam zurückgeschleudert.

„Lass einen Feind nicht aus den Augen", lachte Ez'quil.

Shayne blickte sich um als er seinen Freund schreien hörte. „Loyee!", brüllte er und wollte zu ihm rennen, doch Xyen hielt ihn am Arm fest.

„Warte. Du kannst sofort zu ihm. Nur noch einen Augenblick."

Shayne war hin und hergerissen. Er musste seinem Freund helfen doch er brauchte die Kraft von Xyen, um gegen Ez'quil kämpfen zu können. Der Wolf zwang sich dazu, still stehen zu bleiben und sich auf Xyen zu konzentrieren. Seine Gedanken hingen an dem Fuchs, doch er hielt sich unter Kontrolle.

Der Kojote hielt Shaynes Hand fest und die beiden umgab ein Schleier des Lichts. Der Wolf begann sich schwerelos zu fühlen und ein Nebel dämpfte seine Sinne ab. Shayne spürte blitzartige Energieimpulse, die von Xyen auf ihn übergingen und er musste sich konzentrieren, um nicht zusammenzuzucken.

Loyee prallte auf den Boden und rutschte über das Gras. Das Schwert glitt ihm aus den Pfoten und für einen Augenblick blieb er stumm liegen. Der Schmerz zog sich wie ein Gift durch seinen Körper und lähmte ihn. Stöhnend rappelte er sich wieder auf und hielt nach dem Dämon Ausschau. Er hatte ihn unterschätzt und ihn aus den Augen gelassen.

Er griff nach seinem Schwert. „Er ist verdammt schnell. Ich kriege ihn so nicht zu fassen."

Loyee atmete tief aus und konzentrierte sich auf seine Umgebung. Er hörte nichts, doch spürte er die Präsenz des Dämons und er war sich sicher, dass bald ein Angriff folgen würde. Der Fuchs wusste, dass Ez'quil nur mit ihm spielte und nicht damit rechnete, starke Gegenwehr zu bekommen.

Loyee spürte einen Lufthauch an seinem Nacken. Schreiend riss er sein Schwert hoch und versuchte ungezielt zuzuschlagen. Völlig aus der Puste sah er auf die leere Fläche und bemerkte, dass er nichts getroffen hatte.

„Zu langsam", hauchte eine Stimme.

Loyee fuhr ein kalter Schauer über den Rücken und er sah hinter sich. Er fand sich in dem kalten Graphit der Dämonenaugen wieder und wollte erneut zu einem Schwerthieb ausholen, doch Ez'quil griff sein Handgelenk, sodass ihm das Schwert aus den Händen fiel.

Ez'quil sah den Fuchs mit einem Blick an, der Loyees Körper zum Zittern brachte. Viel zu leicht wäre es jetzt gewesen, ihm das Genick zu brechen, doch es machte Ez'quil zu viel Spaß, ihn leiden zu sehen. Zu spüren, wie groß die Furcht war, die man vor ihm hatte.

Loyee konzentrierte sich und versuchte seine Angst nicht Überhand gewinnen zu lassen. Wenn er jetzt nachgab, wäre alles verloren. Es lag an ihm, Ez'quil zu besiegen und er wollte niemanden enttäuschen. Er würde sich nicht geschlagen geben.

Der Fuchs erwiderte Ez'quils Blick. Shayne war noch immer bei dem Kojoten und konnte im Moment keine Hilfe bieten, doch Loyee vertraute auf seine eigene Stärke. Mit einem Aufschrei schlug er mit der freien Faust gegen den Brustkorb des Dämons.

Ez'quil, der von dem Gegenangriff sichtlich überrascht war, wurde zurückgestoßen und verlor das Gleichgewicht.

Die kurze Zeit nutzte Loyee, um sein Schwert zu greifen.

Ez'quil trat einen Schritt zurück, um nicht zu fallen. Ihm fehlte die Luft. Es war tatsächlich ein sehr kräftiger Schlag gewesen, der seine Folgen mit sich brachte. Der Dämon keuchte und blickte mit einem wutverzerrtem Gesicht zu dem Fuchs, doch er schreckte zurück. Die Schwertspitze war auf seinen Hals gerichtet. Nur ein kleiner Stoß würde ausreichen, um ihn zu ermorden. Ez'quil konnte kaum glauben, dass er in diese Lage gebracht werden konnte. Er hatte den Schwertkämpfer unterschätzt, doch nochmal würde ihm das nicht passieren.

Loyee schrie auf und wollte zustoßen, doch Ez'quil wich zur Seite aus und bevor Loyee die Laufbahn seines Hiebes verändern konnte, schoss ein Strahl aus Ez'quils Augen. Das Schwert wurde getroffen und mit einem lauten Klirren zerbrach es. Von der Wucht der Explosion wurde Loyee zurückgeworfen. Die Klinge und deren Besatz flogen an ihm vorbei, während der Griff in Ez'quils Richtung flog.

Der Dämon fing das mit Eissplittern besetzte Metall und besah es mit interessiertem Blick. „Ein ziemlich mächtiges Artefakt für einen einfachen Schwertkämpfer."

Er sah zu dem Fuchs am Boden, dann sah er weiter und entdeckte den Wolf, der dem Kojoten auf die Beine geholfen hatte. „Xyen ist ja noch immer am Leben. Wenn er endlich ausgeschaltet ist, wird mir niemand mehr im Weg stehen können."

Shayne stöhnte auf und ging in die Knie.

„Es ist wirklich keine angenehme Erfahrung, ich weiß", flüsterte Xyen und legte seine Pfote auf Shaynes Schulter. „Du hast es geschafft."

„Aber wenn es nötig ist, um Xornia zu retten", entgegnete Shayne und blickte auf. Eine Explosion hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Eine feuerrote Klinge flog auf ihn zu und bohrte sich vor seinen Füßen in den Boden. „Ist das nicht das Schwert von Loyee?", erinnerte er sich und zog das rote Metall aus dem Boden.

Er bemerkte, dass Xyen bereits fort war. Der Kojote war zu einem goldenen Objekt gelaufen, das ebenfalls durch die Luft geschleudert wurde.

„Jetzt weiß ich aber noch nicht, was ich mit den Xyonit machen soll. Wie soll ich Ez'quil den Stein abnehmen? Wie kann ich mit ihm Ez'quil besiegen?"

Plötzlich schreckte er auf. Er spürte die Präsenz des Dämons und eine kalte Faust umklammerte sein Herz. Die Zeit schien stehen geblieben zu sein, als Shayne den Dämon erkannte, der nur wenige Meter von ihm entfernt stand.

Ez'quils geöffnete Handfläche zeigte in seine Richtung und ein zufriedenes Grinsen zog sich über sein Gesicht. Ein schwarzes Blitzen funkelte vor seiner Handfläche auf und plötzlich schoss ein brennender Strahl aus ihr heraus. Der Strahl schoss über das Feld direkt auf Shayne zu.

Der Wolf hatte keine Zeit mehr, auszuweichen und sah sich seinem Schicksal entgegen. Er würde getroffen werden und dann war alles umsonst gewesen. Dann konnte er Ez'quil nicht mehr aufhalten. Dann konnte ihn vermutlich niemand mehr aufhalten.

„Shayne!", hörte er eine Stimme brüllen und plötzlich trat Loyee in Shaynes Blickfeld. Der Fuchs schrie auf und warf sich in die Schussbahn des Strahles.

„Nein!", rief Shayne, doch eine riesige Explosion erstickte seine Worte. Er wurde zurückgeschleudert und auch Ez'quil wurde von der Druckwelle erfasst.

Shayne blinzelte und hustete. Staub hatte sich auf seiner Nase angesammelt und blockierte seine Atemwege. Hustend rappelte er sich auf und versuchte zu realisieren, was passiert war.

Eine Staubwolke hing noch in der Luft, doch Shayne konnte erkennen, dass jemand nur wenige Schritte von ihm entfernt lag. Mit einem bitteren Beigeschmack wurde sich Shayne bewusst, wer diese Person war. So schnell es seine erschöpften Beine zuließen stolperte er zu dem Fuchs und ließ sich vor ihm auf die Knie fallen.

Loyee lag auf der Seite. Blut quoll aus seiner Schnauze. Die Augen waren geschlossen und er rührte sich nicht.

Verzweifelt suchte Shayne nach einem Puls und tastete den Fuchs ab. Seine Muskeln schmerzten und ihm tat alles weh, doch Loyee war nun wichtiger. Er gab die Hoffnung nicht auf und versuchte den Fuchs auf den Rücken zu drehen. Wenn es noch eine Chance für ihn gab, dann musste er ihn wiederbeleben.

Shayne japste auf und ließ sich nach hinten fallen. Der Anblick war grauenvoll. Die Brust war völlig zerfetzt und aufgerissen. Alles war voller Blut.

Der Wolf blieb einen Augenblick lang regungslos sitzen und starrte auf den toten Körper des Fuchses. Er konnte nicht glauben, was er sah. Diesen Anblick würde er nie vergessen. Tränen rannen über seine Wange und er konnte sich nicht zurückhalten. Er fiel dem Fuchs um den Hals, drückte das Gesicht an seine Wange und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Nichts konnte den Fuchs wieder zurückbringen, das wurde ihm schmerzlich bewusst. Die Einsamkeit hüllte ihn ein und ein Gefühl der Kälte umklammerte ihn. Er hatte ihn nicht beschützen können und nun war Loyee verloren. Für immer. Shayne bereute, dass er dem Fuchs zuvor so sehr wehgetan hatte und wünschte sich, alles rückgängig machen zu können. Doch die Realität holte ihn ein. Loyee war tot und nichts konnte er daran ändern.

Plötzlich hörte er ein lautes Lachen. Er blickte auf und sah Ez'quil auf ihn zustürmen. Nun war er schutzlos und angreifbar. Shayne drückte Loyee fester an sich, schloss die Augen und bereitete sich auf das Unvermeidliche vor. Wenn er starb, dann wollte er in Loyees Nähe sein. Der Fuchs, der ihm plötzlich alles bedeutet hatte, lag nun tot in seinen Armen. Gab es überhaupt noch einen Grund, sich gegen den Tod zu wehren?

Mit einem lauten Donnern schoss ein Blitz über die Landschaft, der den Dämon erfasste und in einer Explosion weit fort schleuderte. Der Xyonit flog aus seinen Händen, während Ez'quil über den Boden schlitterte.

„Shayne!", hörte der Wolf eine vertraute Stimme rufen.

„Leila! Ich bin hier", krächzte Shayne gebrochen und sah am Horizont die Wölfin und den Bruder von Loyee.

„Was ist denn hier passiert?!", rief Lance geschockt als er aus der Ferne das Blut sah.

Shayne senkte die Ohren und hielt Loyees Kopf fest. Wie würde Lance reagieren, wenn er sah, dass sein Bruder tot war?

Der Fuchs kam auf sie zugerannt, während die Wölfin stehen blieb und offenbar etwas im Gras entdeckt hatte.

„Loyee!", brüllte Lance und blieb vor Shayne stehen. Er ging in die Knie und sah mit Tränen in den Augen auf den Fuchs.

„Es tut mir leid", hauchte Shayne und eine Träne perlte von seiner Nasenspitze ab. Sie fiel hinab auf Loyees Stirn. Im selben Moment brach auch Lance in Tränen aus und schrie seinen Verlust zum Himmel auf. Ein Schmerzensschrei, der durchs Mark ging und Shayne wusste genau, wie Lance sich fühlte. Auch er hatte jemanden verloren. Der ihm wichtig war. Der ihm sehr wichtig war. Ohne den er sich sein Leben nicht mehr hätte vorstellen können.

Nachdem der Schrei verhallt war und Lance langsam wieder zur Besinnung kam, fragte er mit gebrochener Stimme: „Dieser Dämon hat das getan, nicht wahr? Er hat meinen Bruder ermordet."

Shayne nickte und griff neben sich. „Hier. Das ist von ihm. Ich möchte, dass du es behältst", flüsterte er und drückte dem Fuchs die Feuerklinge in die Pfote.

Bevor Lance etwas erwidern konnte, rannte Leila zu den beiden und blickte schockiert auf den Fuchs hinab. „Ist er ...?"

„Ez'quil hat ihn ermordet", sagte Shayne fest. Er übergab den toten Körper in Lance' Hände und stand auf.

„Tut mir leid", flüsterte die Wölfin und legte ihre Hand auf Shaynes Schulter. Leila erkannte den Schmerz in Shaynes Gesicht und spürte, wie viel der Fuchs ihrem Mann bedeutet haben musste. Es traf sie wie ein Schlag ins Gesicht, doch wusste sie, dass es nicht der richtige Moment war, darüber zu sprechen. Leila schenkte Shayne ihren Trost und fühlte mit ihm.

Shayne zuckte mit den Ohren und hörte im Hintergrund, dass Ez'quil wieder zu sich gekommen war. Der Blitz hatte ihn nur kurz betäubt und nun würde er erneut angreifen.

Leila bemerkte dies ebenfalls und griff Shaynes Hand. „Wir schaffen das", flüsterte sie.

Shayne sah sie an und bemerkte, dass sie etwas in seine Pfote legte.

„Das muss der Xyonit sein. Ez'quil hat ihn verloren als ich ihn angegriffen habe."

Der Wolf sah sich den Stein an und spürte die Energie, die sich durch den Kristall zog. Es war ein mächtiges Artefakt, das konnte er spüren. Durch die ungleichmäßigen Kanten des hellen Steines zogen sich Strahlen des Regenbogens. Je nach dem, in welchem Winkel man des Stein hielt, konnte man alle Farben sehen, die Shayne sich vorstellen konnte.

Der Wolf blinzelte verwundert, als die Farben verschwanden und ein reines Weiß zurückblieb. Plötzlich strahlte ein blendendes Licht aus dem Stein und ein Regenbogen zog sich über den Himmel.

Shayne kniff die Augen zusammen, um nicht von dem Licht geblendet zu werden. Noch einmal schossen ihm die Bilder der letzten Tage durch den Kopf. Die schönen Momente, die er mit Loyee erlebt hatte. Auch wenn es nur eine sehr kurze Zeit war, musste er sich eingestehen, sich sehr verbunden zu dem Fuchs gefühlt zu haben. Eine Verbundenheit, die er zuvor nicht gekannt hatte.

Das Licht ließ nach und Shayne erkannte sechs Gestalten, die vor ihm standen. Er riss die Augen weit auf und blickte durch die Reihe der Wölfe. Shayne spürte, dass sie Wölfe wie er waren, doch irgendetwas an ihnen war anders. Er konnte riechen, dass sie Gestaltwandler waren, doch da war auch noch etwas anderes.

„Xornia ist durch die Dämonen in großer Gefahr", sagte ein Wolf mit einem komplett hellblauem Pelz.

Shayne fiel auf, dass alle Wölfe einen Pelz in je einer Farbe hatten, als wären sie ein Teil des Regenbogens.

Der gelbe Wolf neben dem blauen nickte und verkündete: „Damals hat uns Xya ein besseres Leben geschenkt und dafür möchten wir uns Erkenntlich zeigen."

„Aber wer seid ihr?", wollte Shayne wissen und konnte die Wölfe noch immer nicht recht einschätzen. Sie waren allesamt in weiße Gewänder gehüllt und hatten einen leuchtenden Pelz.

„Wir sind nun die Wächter Xornias", verkündete die hellrote Wölfin.

„Wir sind Federwölfe", erklärte der Wolf im orangenem Fell. „Wir stammen aus der Welt Feather. Einer Welt, die für uns von der ehemaligen Hüterin Xya geschaffen wurde."

Shayne erkannte, dass Ez'quil näher kam und sich zu einem Angriff bereit machte. Er umklammerte den Xyonit mit einer Pfote und zitterte am ganzen Körper.

„Schnell. Wir müssen ihn in das Siegel sperren. Shayne, wir brauchen deine Hilfe", drängte die olivfarbene Wölfin.

Shayne wusste nicht recht, was er tun sollte, doch sein Instinkt riet ihm, dass er handeln musste. Er streckte seinen Arm aus und hielt den Xyonit auf der geöffneten Handfläche. Der Stein begann erneut in einem grellen Licht zu leuchten.

Der türkisfarbene Wolf nickte ihm zu und legte seine Hand auf den Stein. Die anderen Wölfe taten es ihm gleich.

Shayne blickte zu Loyee hinab, der in Lance' Armen lag und erneut wurde er von Trauer erfüllt. Doch dann spürte er Leilas Hand auf seiner Schulter und hörte die Worte: „Lass ihn nicht umsonst gestorben sein."

„Aber Leila ..."

Er blickte in ihre tiefgrünen Augen und sah ihr Lächeln. Shayne wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und erwiderte das Lächeln. „Das Siegel des Xyonits wird ihn fortsperren!", sagte er fest und blickte auf den Dämon.

Ein Lichtkegel erschien um den Xyonit und sowohl Shayne, als auch die Wächter wurden von einem Schein umgeben. Das Licht strahlte eine Wärme aus, welche die Trauer für einen Moment verdrängte. Ein Fluss aus reinem Licht schoss aus dem Kristall und flog auf den Dämon zu.

Ez'quil riss die Augen auf und krümmte sich. Das Licht schien ihn zu verbrennen und man hörte seinen erstickten Schrei.

Shayne kniff die Augen zusammen und versuchte mit aller Kraft den Fluss des Lichts aufrecht zu erhalten, doch schließlich brach der Strahl ab und der Xyonit fiel aus seinen Händen. Der Wolf brach zusammen und Leila versuchte ihn zu halten.

„Er hat es geschafft", verkündete einer der Wölfe, als er bemerkte, dass Ez'quil verschwunden war. „Ez'quil ist im Siegel des Xyonits eingesperrt und Xornia ist gerettet."

Leila hielt den bewusstlosen Wolf in ihren Armen und blickte über die Lichtung zu den vielen Toten. Schließlich hielt ihr Blick bei Lance und seinem toten Bruder und sie kniff die Augen zusammen. Tränen benetzten ihr Fell und sie flüsterte: „Ja. Xornia ist gerettet. Aber zu welchem Preis?"