Wolfsblut - Teil 1 Kapitel 18: Ankunft in Arania

Story by silverstripe on SoFurry

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Teil 1: Rudel

Kapitel 18: Ankunft in Arania

Verwundert blickte Sisco zu dem Wolf, er lag zusammengekauert auf einem Baumstamm und murmelte leise im Schlaf.

,,Das ist der Wolf? Ich hatte eine andere Vorstellung von ihm."

Der Fuchs funkelte ihn erzürnt an und knurrte: ,,Hast du etwas an ihm auszusetzen?"

,,Muss wohl eine Verwechslung sein."

Der Gepard glühte golden auf, das weiße Gewand verschwand und wurde gegen eine dunkelgelbe Weste und Lendenshorts ausgetauscht. Auf dem Rücken trug er einen Rucksack, er kramte darin und warf Tau einen kleinen Beutel zu. Sisco sammelte einige Äste zusammen und stapelte sie.

,,Fuchs, mach Feuer."

Canjy blickte ihn verwundert an, Sisco seufzte.

,,Du trägst das Schwert des Feuers in dir, du beherrschst einige Zauber dieses Elements."

Der Fuchs blickte auf seine Pfoten und fragte: ,,Wie soll ich das anstellen?"

,,Konzentration."

Canjy seufzte, setzte sich auf den Boden, legte die Fingerspitzen aufeinander und schloss die Augen. Alle Geräusche um ihn verstummten, er wurde von der Dunkelheit umhüllt, leise atmete er ein und wieder aus. Ein kleines Feuer flackerte vor seinem geistigen Auge und umgab ihn mit Wärme.

Ein kleiner Funke zischte zwischen seinen Pfoten auf und flog langsam zu dem Stapel aus Holz, doch schon erlosch er in der Luft. ,,Beeindruckend.", meinte Tau sarkastisch.

,,Nochmal!", sagte der Fuchs sich, schloss erneut die Augen und strengte sich an, ein Feuer zu erzeugen.

Ein Feuerball bildete sich zwischen den Pfoten, der zu der Größe einer Bowlingkugel wuchs. Die Kugel schoss durch die Luft und setzte das Holz in Brand. Eine riesige Stichflamme schoss hervor und alle sprangen zurück.

,,Aquamarin!", rief Sisco, Hakku zog Wasser aus der Luft und grenzte langsam das Feuer ein, welches wieder schrumpfte.

,,Ich muss wohl noch üben.", sagte Canjy und kratzte sich verlegen am Hinterkopf.

Sisco hängte eine Art Topf an ein Gerüst aus drei Stäben über das Feuer und bat den Kater, ihn mit Wasser zu füllen. Tau öffnete den Beutel, den Sisco ihr gegeben hatte und holte einige braune Blätter hervor, die an den Rändern grünlich waren. Sie ließ die Blätter in das kochende Wasser fallen, die es daraufhin leicht rötlich färbten.

,,Tee. Heilmittel für den Wolf.", meinte der Gepard.

,,Du kennst dich gut mir Kräutern aus, nur wenige kennen die Wirkung von diesem Kraut.", meinte Tau.

,,Ich wurde über die Wirkung der wichtigsten Kräuter unterrichtet."

,,Ja, man muss wissen, mit welchem Kraut man sich aufweckt, wenn man im Koma liegt.", dachte der Fuchs sich.

Als der Tee fertig war, gab er Tau eine Tasse voll davon.

,,Ich will es ihm geben.", sagte Canjy und griff sich die Tasse. Er beugte sich über den Wolf, öffnete seine Schnauze und ließ vorsichtig das rote Gebräu in sein Maul laufen. Leo schluckte und zuckte mit dem Schweif. Die grünen Augen sprangen auf.

,,Guten Morgen Schlafmütze.", lachte der Fuchs.

Leo kniff die Augen zusammen, fiel dem Fuchs um den Hals und wimmerte leise. Canjy strich ihm über den Rücken, versuchte ihn zu beruhigen und fragte: ,,Was ist los?"

,,Wir sind lange genug in diesem Wald gewesen, können wir endlich von hier verschwinden?", fragte Tau ungeduldig.

Hakku blickte sich im Wald um und fragte: ,,In welche Richtung müssen wir denn?"

Sisco trat vor und sagte: ,,Ich weiß, wo wir hin müssen. Ich führe euch."

Leo ließ den Fuchs wieder los und versuchte aufzustehen, doch seine Beine waren wie gelähmt. ,,Komm her.", meinte Canjy und nahm den Wolf auf die Arme.

,,Gehen wir."

Sisco nickte und lief voran. Hakku warf dem Wolf einen Blick zu und sagte: ,,Der zieht vielleicht eine Show ab."

Er schaute zu Tau, doch die blickte lächelnd auf einen Punkt in der Ferne, den Hakku nicht sehen konnte und trabte dem Geparden hinterher. Seufzend folgte der Kater ihnen.

,,Bin ich dir nicht zu schwer.", fragte Leo.

,,Es geht schon, keine Sorge."

Leo wurde leicht rot, ihm gefiel es, von dem Fuchs getragen zu werden und flüsterte: ,,Danke Canjy." Der Fuchs lächelte ihm zu.

,,Wieso ist Tau auch da?", erkundigte sich der Wolf. ,,Sie ist uns gefolgt und wird wohl nun mit uns reisen."

,,Und wer ist dieser Gepard?"

,,Er heißt Sisco und ist wie Hakku und Tau einer dieser Wächter."

Leo nickte und vergrub die Schnauze im gelben Shirt des Fuchses. Canjy drückte ihn fester an sich und lief einen Schritt schneller.

,,Endlich kann man den Himmel wieder sehen.", seufzte Canjy. Leo gähnte verschlafen. Der Mond war eine goldene Kralle auf dem dunklen Grund. Sisco deutete mit der Schweifspitze auf ein kleines Haus am Rande des Waldes. ,,Eine Herberge, wir sollten eine Rast einlegen." Sie nickten einverstanden.

Leo ließ seine Kleidung sinken und legte sich neben den Fuchs ins Bett.

,,Du sag mal Canjy..."

Der Fuchs schlug die Augen auf und wandte sich zu ihm.

,,...liebst du mich?"

Canjy zuckte verwirrt mit den Ohren und sagte: ,,Natürlich liebe ich dich."

Leo wandte sich von ihm ab und drehte ihm den Rücken zu. Dem Wolf ging die Vision durch den Kopf, wie ein Film spielte sich alles nochmal vor seinem geistigen Auge ab.

Canjy rückte näher an den Wolf, fuhr mit der Pfote durch sein Fell und streichelte ihn am Unterkörper, als er zwischen den Beinen angelangt war, flüsterte der Wolf: ,,Lüge."

,,Leo, ich liebe dich und das weißt du auch."

Der Wolf schob die Pfote weg, setzte sich auf und funkelte den Fuchs an, doch in seinen Augen glänzte das Wasser.

,,Nein, tust du nicht."

Canjy riss die Augen auf und erwiderte: ,,Wie kommst du darauf?"

,,Ich weiß es, wenn es dir mit mir zu langweilig geworden ist, suchst du dir jemand anderes."

Der Wolf schwang sich aus dem Bett und griff sich seine Klamotten, Canjy hielt ihn am Arm fest und sagte: ,,Verdammt Leo, wie kommst du auf so einen Mist? Ich liebe dich..."

Leo riss sich von ihm los und rannte aus dem Zimmer, Canjy lief hinterher.

,,Warte doch, Leo!"

Der Fuchs griff ihn am Fell und zwang ihn, ihn anzusehen.

,,Was soll das? Wieso behauptest du sowas?!"

,,Schrei nicht so laut, die anderen schlafen..."

,,Antworte mir!"

Leo wich seinem Blick aus und sagte leise: ,,Ich weiß es, weil ich es gesehen hab."

,,Was hast du gesehen?"

,,Ich hatte eine Vision verdammt, du wirst mich verlassen!", schrie er ihn an, eine Träne lief über seine Wange. Canjy umarmte den Wolf, leckte seine Träne ab und sagte: ,,Leo, das würde ich nie tun, das war keine Vision, das war nur ein schlechter Traum."

,,Traum? Du hattest mir immer gesagt, dass du eine Familie haben willst und Welpen bekommen möchtest, das kannst du mit mir nicht und..."

,,Das ist kein Grund dich zu verlassen, du bist meine Familie und alles was ich will, ist glücklich mit dir zu werden."

Er strich ihm durch das goldene Haar, knabberte sanft an dem geknickten Ohr und hauchte: ,,Ich liebe dich."

Leo blickte auf. ,,Meinst du das ernst?"

,,Natürlich, vertraue mir."

Leo schloss die Augen für einen sanften Kuss, er öffnete die Schnauze um seine Zunge mit der des Fuchses spielen zu lassen.

Sie lösten sich voneinander und Canjy strich ihm die letzte Träne weg. ,,Du bist das Wichtigste, das ich je hatte. Ich verlasse dich nicht."

Leo blickte auf und sagte leise: ,,Es tut mir leid, aber ich habe Angst..."

,,Keine Sorge, lass uns ins Bett gehen."

Sie schlossen die Tür und warfen sich wieder in das Bett, der Mond schien hell durch das Fenster und beschien leicht das Fell der beiden.

,,Tust du mir einen Gefallen?", fragte Leo leise. ,,Was denn?"

,,Kraul mich."

Canjy lächelte und ließ die Pfoten durch das weiche Fell gleiten, Leo schloss die Augen, wedelte leicht mit dem Schweif und ließ sich in den Schlaf kraulen. Der seidige Vorhang des Fensters bauschte sich in dem sanften Wind.

,,Ihr seid unfähig!", fluchte Alantha. Tika, Sina, Hilos, Dario und Noko standen vor ihrem Thron und senkten verlegen die Köpfe.

,,Ihr habt es immer noch nicht geschafft, die andere Hälfte des Steines zu finden! Ich lasse euch hier im Schloss leben, gebe euch Unterkunft und Nahrung und das ist euer Dank?!"

Meeran trat vor sein Rudel und blickte Alantha in die gold-glühenden Augen.

,,Ich entschuldige mich für das Versagen meines Rudels, wenn ihr die Aufgabe mir überlassen würdet..."

,,Du?!"

,,Ja, ich bin sicher, dass ich ihn finden kann, meine Spürnase hat mich bisher noch nie im Stich gelassen."

Alantha ließ sich wieder auf den Thron sinken und seufzte: ,,Wie du willst."

Ihre Augen glühten grell auf und sie ergänzte: ,,Aber , wehe dir, wenn du versagst."

Meeran senkte den Kopf, trabte an seinem Rudel vorbei in die Finsternis.

,,Was habt ihr eigentlich gemacht? Habt ihr euch gezofft oder warum habt ihr so gebrüllt?", fragte Tau am Tisch. Leo und Canjy blickten sich an, da stand der Gepard auf und fragte: ,,Verstehe ich das richtig? Ihr seid auf einer Reise?"

Er musterte sie und meinte: ,,Ihr braucht neue Klamotten, man kann doch nicht in Jeans um die Welt reisen, da muss etwas festeres her."

Tau, Canjy und Leo wechselten Blicke, während Hakku lustlos auf dem Brot kaute.

,,In der Stadt gibt es einen Laden für Reisegewänder, da besorgt ihr euch eine bessere Ausrüstung."

,,Ich zieh nicht so einen hässlichen Fetzen an.", schmatzte der Kater und deutete auf den hellbraunen Lendenshorts des Geparden. ,,Ich will nicht schon wieder was neues kaufen.", seufzte Leo. ,,Seid ihr nun Reisende oder nicht?"

,,Ich bin noch müde, warum müssen wir schon so früh aufstehen?", gähnte Tau.

,,Es ist Nachmittag.", sagte Sisco.

,,Und ich will etwas Anständiges zu Essen, von einer halben Scheibe Brot werde ich nicht satt.", meinte Canjy.

,,Was seid ihr denn für ein Volk?" Sisco stand auf und erhob die Stimme: ,,Ab jetzt ist Schluss mit der Gemütlichkeit, ihr werdet nicht länger diesen ungesunden Mist von Pizza und Fast Food in euch reinstopfen, ihr bekommt ab jetzt richtiges Kraftfutter, außerdem kommen festere Klamotten her und etwas Training würde euch auch nicht schaden."

,,Ich mag aber nicht trainieren...", seufzte Canjy genervt.

,,Trainieren, verstanden!", brüllte der Gepard ihn an.

,,Ja, schon klar.", sagte Canjy, er hatte sich dabei erwischt, wie er eingeschüchtert die Ohren angelegt hatte.

,,Seit wann hast du überhaupt das Sagen?", erkundigte sich der Kater.

,,Genau, ist Leo nicht eigentlich der Rudelführer?", meinte Canjy.

,,Diese schlappschwänzige Heulsuse von einem Gestaltwandler soll euer Anführer sein?"

Leo sprang auf, seine Nackenhaare stellten sich auf und er fletschte wütend die Zähne.,,Soll ich dir zeigen, wozu diese 'Heulsuse' fähig ist?" Seine Krallen glänzten im einfallenden Sonnenlicht, Sisco grinste und stellte sich auf.

,,Ist das eine Herausforderung?"

Leo verzog die Lefzen zu einem Grinsen. Sisco stand auf, schlug die Pfoten auf den Tisch, sodass das Geschirr klirrte und meinte: ,,Du hast keine Chance, Wolf."

Der Angesprochene stand auf, die Ohren aufgestellt, Canjy blickte verwundert zu ihm auf.

,,Ihr wollt euch nicht wirklich prügeln, oder?", fragte Tau, in dem Moment sprang Sisco über den Tisch und drückte den Wolf zu Boden, Leo stemmte die Hinterbeine gegen den Bauch des Geparden und stieß ihn hoch. Sisco wirbelte durch die Luft, drehte sich und landete sanft auf dem Geländer der Treppe, der Wolf sprang wieder auf die Pfoten.

Sisco erkannte das heiße Feuer des Kampfes in den glühenden Augen und zeigte ein Grinsen. Er stemmte sich ab und flog auf den Wolf zu, die Faust voran.

Im letzten Moment sprang Leo zur Seite, Sisco flog an ihm vorbei, doch im Flug griff der Wolf um sein Fußgelenk, ließ ein Brüllen erklingen und zog den Gepard zurück. Der Wolf drehte sich um die halbe Achse und ließ den Gepard schließlich los, der durch die Luft wirbelte und mit lautem Krach gegen die Wand prallte.

Er rutschte zu Boden, Holzsplitter zogen sich durch das gelbliche Fell, doch er schien zufrieden zu sein.

,,Wow Leo, ich wusste gar nicht, dass du sowas drauf hast.", meinte Canjy, doch der Wolf blickte nur verblüfft auf seine Pfoten.

,,Xyon hatte doch recht. Du trägst die Gene in dir."

Leo blickte auf, Sisco zog sich an der Wand hoch, Blut lief über den Körper. Er leckte die Pfote ab und schmeckte das warme Blut.

,,Was war das?"

Sisco trat näher zu dem verwunderten Wolf und verneigte sich plötzlich.

,,Das war ein Test", sagte er, während er wieder hoch kam.

,,um zu überprüfen, ob ihr wirklich das Zeug zu einem Krieger habt.", fuhr er fort.

,,Wieso Krieger?"

Der Gepard umkreiste den Wolf wie ein wildes Tier, Leo folgte seinem Blick, schließlich griff er an Leos Arm und meinte: ,,Etwas mehr Muskelkraft könnte dir nicht schaden, außerdem mangelt es dir an mentaler Stärke."

,,Was willst du damit sagen?!", bellte er und zog den Arm zurück.

,,Du hast zu wenig Kraft und kannst sie nicht gut genug einsetzen, du bist naiv und leicht verletzlich."

Sisco ging zu dem Tisch, zog ein Messer aus der Tasche und hielt es dem Fuchs vor die Kehle, der erschrocken zu ihm schaute. Leo sprang vor und schrie: ,,Was soll das?! Lass ihn in Ruhe!"

,,Du machst dich zu sehr von anderen abhängig.", erwiderte er.

,,Jemanden beschützen zu wollen ist keine Schwäche."

,,Wenn du dich da mal nicht täuschst. Was wäre, wenn dein Freund hier im Kampf fallen würde?"

Leo trat zurück und Sisco fuhr fort: ,,Auch wenn es hart ist, du musst einsehen, dass du alles verlieren könntest, doch du darfst dich nicht von deinem Ziel abbringen lassen."

Der Wolf nahm ihm das Messer aus der Pfote und erwiderte: ,,Meine Freunde zu beschützen steht für mich an erster Stelle."

Sisco seufzte und wandte sich von ihm ab, er lief an den anderen vorbei und öffnete die Tür zu seinem Zimmer. Noch einmal drehte er sich um und sagte: ,,In einer Stunde gehen wir in die Stadt und besorgen uns neue Ausrüstung, danach wird bis zum Abend trainiert, verstanden?!"

Ohne auf eine Antwort zu warten knallte er die Tür zu.

Leo blickte einige Sekunden auf die geschlossene Tür, dann setzte er sich wieder an den Tisch.

,,Vielleicht hat er schlechte Laune.", meinte Tau.

,,Was wird eigentlich aus der Bibliothek? Deswegen sind wir doch eigentlich hierher gekommen.", erkundigte sich der Fuchs.

,,Die hat heute sowieso zu.", sagte Tau.

Hakku schluckte ein trockenes Stück Brot herunter und brummte: ,,Ich werde mir nichts von diesem Kerl vorschreiben lassen."

In der Stadt führte Sisco sie in einen Laden für Waffen, Reisegewänder und ähnliches.

,,Sucht euch etwas raus, geht auf meine Kasse.", sagte Sisco. Canjy, Tau und Hakku verschwanden in dem Geschäft, Leo blieb vor dem Geparden stehen und fragte: ,,Wer bist du eigentlich?"

,,Sisco Zeno, auch Citrin genannt.", sagte er knapp.

,,Das weiß ich bereits, wer genau bist du? Und was genau hat es mit Xyon auf sich?"

,,Ich erkläre es dir später, nun such dir endlich was raus, wir haben nicht den ganzen Tag Zeit.", brummte er. Leo seufzte und blickte sich in dem Geschäft um.

Es gab viele Gewänder aus festem Stoff und auch einige Rüstungen, außerdem gab es einige Accessoires und Ausrüstung zur Verteidigung wie Schilde und Helme.

Canjy tapste zu dem Wolf, er hatte sich ein schwarzes Hemd mit einem langen, dunkelgrünen Gewand, welches an der Hüfte von einem kurzen Band gehalten wurde, angezogen, außerdem hatte er sich ein gold-gelbes Halstuch umgebunden.

,,Du hast schon was gefunden?"

Er nickte und meinte: ,,Für dich finden wir auch noch etwas."

Canjy griff nach einem cremefarbenen Gewand und meinte: ,,Das wäre doch gut."

Leo nahm das Gewand und hielt es vor seinen Körper.

,,Vielleicht etwas groß oder?"

Der Fuchs drückte ihm noch einen roten Gürtel in die Pfoten und sagte: ,,Dann brauchen wir aber noch eine Hose."

Leo entschied sich für eine kurze, hellbraune Hose. Canjy zeigte ihm die Umkleidekabinen und fragte grinsend: ,,Soll ich mitkommen, falls das Wölfchen beim Umziehen Hilfe braucht?"

Der Wolf lächelte, verschwand aber allein in der Umkleide.

Der Vorhang schob sich wieder zur Seite und der Wolf trat in neuer Kleidung hervor, Canjy nickte ihm zustimmend zu und sagte: ,,Eins fehlt noch."

Er band ihm ein hellblaues Kopftuch auf den Kopf und zeigte ihm einen Spiegel.

,,Sieht doch gut aus.", sagte Canjy lächelnd, Leo verzog die Augenbrauen.

,,Na gut.", sagte er schließlich. ,,Gehen wir zu Sisco zurück.

Neben dem Geparden stand bereits der Kater, der ungeduldig seufzte, er hatte die schwarze Boxershorts gegen weiße getauscht, des Weiteren trug er ein weißes Hemd und einen schwarzen Gürtel.

,,Ich habe ihm gesagt, er soll sich etwas robusteres aussuchen, doch er hört nicht auf mich.", meinte Sisco.

,,Wo ist Tau?", fragte der Wolf.

Hakku deutete mit der Schnauze nach vorn, hinter einem Regal trat die Wölfin hervor, sie trug ein dunkelblaues Oberteil mit goldenen Streifen und Verzierungen und einen Rock, den sie auf der rechten Seite der Hüfte zusammengeknotet hatte, sie hatte ein zufriedenes Lächeln auf den Lefzen.

,,Mann, Taus Klamotten waren ja teurer als euer ganzes Zeug zusammen.", seufzte Sisco, als sie den Laden wieder verließen.

,,Tut mir leid.", sagte Tau lächelnd.

,,Für eine so schöne Wölfin tu ich das doch gerne.", meinte er und lächelte ihr zu, woraufhin sie leicht rot wurde.

Sisco führte sie zu einer großen Halle und meinte: ,,Hier werden wir trainieren, ihr braucht mehr Kraft, müsst agiler werden und eure Wahrnehmung trainieren. Ich werde ich euch die Kampfkunst unseres Landes beibringen."

,,Na das kann ja was werden.", seufzte Canjy.

Sie betraten den Raum, der Boden war mit einigen Schaumstoff-Matten ausgelegt, die Wände waren aus Holz, Waffen und Bilder von Schriftzeichen hingen an den Wänden, ein Räucherstäbchen glimmte vor sich hin und verbreitete seinen Duft.

,,Für den Kampf gegen die Wölfe müssen wir vorbereitet sein.", sagte Sisco und trat in die Mitte des Raumes.

,,Ihr alle tragt die Kräfte in euch, ihr seid Teil dieser Legende, durch Meditation könnte eure Kraft wieder erweckt werden."

Hakku trat vor und sagte: ,,Meinst du das, wo man im Schneidersitz Ammm sagt?"

,,Nicht Ammm. Ommm.", korrigierte ihn der Gepard.

,,Oh Mann, wo bin ich hier bloß gelandet? Ich verschwinde wieder."

Hakku wandte sich ab, doch Sisco griff ihn am Arm, zog ihn zu sich und versetzte ihm einen Kinnhaken, sodass er durch die Luft flog und unsanft auf dem harten Boden landete.

,,Alles in Ordnung?", rief Leo und rannte zu ihm, Hakku hob die Beine, wölbte den Körper und sprang wieder auf, er fauchte wütend.

,,Aus dem Weg, den knöpfe ich mir vor!"

Leo, Canjy und Tau traten zurück. Hakku rannte los und sprang, seine Hinterpfote schnellte hervor, Sisco sprang zurück und machte eine schnelle Bewegung mit dem Arm, sodass er den Tritt leicht abwehren konnte. Hakku taumelte zurück, Sisco hob die Hinterpfote, stieß sie gegen seinen Brustkorb, ließ sich zu Boden fallen, wo er mit dem ausgestreckten Bein Hakkus Hinterpfoten wegzog, der daraufhin den Halt verlor und auf den Boden prallte.

,,Siehst du ein, dass du Training brauchst?"

Sisco hielt ihm die Pfote hin, Hakku warf ihm einen wütenden Blick zu und richtete sich ohne seine Hilfe wieder auf.

,,Aquamarin war bekannt für seine Flexibilität."

Er wandte sich an die anderen und sagte: ,,Rubin war bekannt für ihre Balance."

Sisco trat vor Canjy und sagte: ,,Wie wär's? Willst du gegen mich antreten? Du kämpfst doch mit einem Schwert."

Der Gepard holte zwei Holzstäbe aus dem hinteren Teil des Raumes, wovon er einen zu dem Fuchs warf.

,,Na gut, das könnte lustig werden.", meinte Canjy und stellte sich dem Gepard gegenüber.

Sisco hielt den Stab vor und ließ ihn zwischen den Pfoten kreisen, er bewegte sich um den Fuchs, Canjy verfolgte ihn mit seinem Blick und hielt den Stab kampfbereit.

Sisco umkreiste ihn schneller, sodass es dem Fuchs vor kam, als hätte er mehrere Gegner, die plötzlich stehen blieben und gleichzeitig zu ihm rannten.

Canjy stieß den Stab auf den Boden und stemmte sich in die Luft, während die Stäbe der Geparden nach vorne schlugen, doch sie trafen ihr Ziel nicht. Canjy versuchte das Gleichgewicht zu halten. Die Stäbe der Geparden glitten zurück, der Fuchs sank wieder zu Boden, er griff den Stab und ließ ihn um sich kreisen, sodass die Illusionen getroffen wurden, sie lösten sich auf, bis der echte Sisco übrig blieb, der wieder aufsprang und den Stab schwingen ließ. Canjy sprang, wich dem Angriff aus, doch als er landete, traf ihn der Stab, den der Gepard erneut durch die Luft wirbeln ließ. Canjy knallte auf den harten Boden, während Sisco den Stab auf den Boden knallen ließ.

Canjy blickte auf, griff sich seinen Stab und zog mit ihm die Beine des Geparden weg, Sisco wollte wieder aufspringen, doch der Stab zeigte vor sein Kinn, er blickte auf, Canjy hatte sich wieder aufgerichtet und hielt den Stab vor ihn, der Gepard zeigte ein Grinsen.

,,Du bist gut, deine Kampftechnik erinnert mich an den Leibwächter des großen Weißen."

Tau trat nun vor, Sisco verneigte sich und sagte: ,,Ich werde nicht gegen dich kämpfen, ich schlage keine Frauen wie dich, für dich gibt es ein anderes Training."

Er schnippte mit den Fingern, ein dünnes Seil, welches quer durch den Raum gespannt war, erschien.

,,Aber wie...?"

Sisco hielt einen Finger auf ihre Lefzen und sagte: ,,Ich werde dir vormachen, was du tun musst."

Er stieg auf das Seil, streckte die Arme zur Seite und hielt sein Gleichgewicht, während er auf dem dünnen Seil lief.

,,Das krieg ich sogar noch hin.", meinte Tau grinsend. Sisco warf ihr einen scharfen Blick zu, sprang in die Luft, landete mit den Händen auf dem Seil und hielt seinen Körper gestreckt, Taus Kinn klappte herunter.

,,Vergiss es."

Sisco sprang von dem Seil und hielt Taus Pfote.

,,Keine Angst, ich werde dir helfen."

Tau stieg auf das Seil und hielt sich mit einer Pfote an dem Gepard fest.

,,Das schaffe ich doch nie.", seufze sie.

,,Schließe deine Augen."

Verwundert blickte die Wölfin ihn an, doch sie gehorchte ihm, etwas wackelig hielt sie sich auf dem Seil, eine Pfote klammerte sich noch immer an den Gepard.

,,Du kannst deine Balance besser halten, wenn du Körper und Geist beruhigst, löse deine Gedanken, befreie deinen Kopf und konzentriere dich auf die Dunkelheit vor deinen Augen."

Tau atmete ein und aus, sie versuchte, sich zu beruhigen und an nichts zu denken, sie fixierte einen Punkt in der Finsternis, hörte das leise Atmen des Geparden und konzentrierte sich.

,,Gravitation ist eine starke Kraft, kontrolliere diese Kraft mit deinem Geist.", hörte sie eine Stimme in ihren Gedanken sprechen, sie bemerkte, dass es Siscos Stimme war. Unbewusst ging sie auf dem Seil in die Hocke und ließ den Gepard los.

,,Konzentriere dich." Ihre Pfoten legten sich auf das Seil.

,,Lass Körper und Geist eins werden, senke die Anziehungskräfte und sei schwerelos."

Sie hob die Beine und spannte den Körper an.

,,Und nun öffne deine Augen."

Die Augen sprangen auf, Tau bemerkte, dass sie problemlos die Balance halten konnte.

,,Ich... habe es geschafft." Der Gepard nickte ihr lächelnd zu.

,,Aber... wie komme ich hier wieder runter?!"

Sisco trat neben sie und sagte: ,,Lass dich fallen, ich fange sich."

Die Wölfin ließ sich nach vorn fallen, Sisco fing sie mit beiden Armen auf und lächelte ihr zu. Taus Wangen färbten sich rot.